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Große Ehre für Mann der klaren Worte

Auszeichung Große Ehre für Mann der klaren Worte

Vor 35 Jahren trat Gerold Sack der Freiwilligen Feuerwehr Momberg bei. Das Hessische Innenministerium zeichnete ihn für seine besonderen Verdienste mit dem Brandschutzverdienstzeichen am Bande in Bronze aus.

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Eigentlich müsste die Auszeichnung im Gerätehaus hängen, sagte Gerold Sack (neben seiner Frau Tanja) im Kreise seiner Kameraden.

Quelle: Florian Lerchbacher

Momberg. Gerold Sack ist ein Charakterkopf - das wurde in den Reden während der Auszeichnungszeremonie mehr als deutlich. Aber er ist eben auch ein Mensch, der alles für seinen Verein macht und immer das Beste herausholen will - ­also ein Anführer, wie er im Buche steht. Und so wundert es nicht, dass Sack von seinen bisher 35 Jahren in der Feuerwehr 28 als Wehrführer tätig war und zudem viele Jahre über den Vereinsvorsitz inne hatte.

Seine „großen Verdienste“ beim Neubau des Feuerwehrhauses in den 1990er-Jahren und bei Umbau und Erweiterung der Fahrzeughalle stellte Bürgermeister Thomas Groll heraus - natürlich nicht ohne in diesem Zusammenhang Arno Sack zu erwähnen, mit dem Gerold Sack quasi ein dynamisches Duo bildete und der sein Nachfolger als Wehrführer ist.

Motor der Entwicklung

„Solche Aufgaben kann ein Einzelner niemals bewältigen. Aber Gerold Sack ist der Motor der Entwicklung, der leiten und vorantreiben kann, aber im Notfall auch zu bremsen weiß“, lobte Groll und zählte weitere Besonderheiten heraus: So absolvierte Sack beispielsweise Lehrgänge zum Jugendleiter/Jugendfeuer­wehrwart, zum Wertungsrichter für Jugendfeuerwehren, zum Schiedsrichter und zum Leiter einer Feuerwehr.

1990 wurde er zum Brandmeister ernannt. Des Weiteren habe er sich stets für die Gewinnung von Nachwuchs und das Integrieren von Frauen in die Einsatzabteilung bemüht.

Außerdem führte er die Momberger als „Antreiber der Wettkampfgruppe“ sieben Mal zum Landessieg bei der Feuerwehrleistungsübung. Der Bürgermeister erinnerte sich zurück, dass Sack immer wieder geklagt habe, er könne keinen schlagkräftigen Trupp zusammenstellen: „Aber es handelt sich hier um ein eingeschworenes Team. Das erinnert an Zirkuspferde: Wenn die Musik angeht, dann läuft‘s.“

Auszeichnung müsste im Gerätehaus hängen

Groll charakterisierte Sack als „Freund klarer, bestimmter Worte, verlässlich und zupackend“, der immer das Beste für die Momberger Wehr erreichen wollte: „Natürlich hat es auch das ein oder andere Mal geknirscht. Aber das gehört dazu: Er tritt eben für das ein, was er will.“

Stadtbrandinspektor Erhard Wölk erinnerte sich an seine jungen Jahre zurück und daran, wie der alte Hase Gerold Sack ihm erst einmal die notwendige Ruhe und Gelassenheit einimpfte und durch Zuverlässigkeit die Aufregung nahm.

Der Geehrte selber stellte die Unterstützung durch seine Frau Tanja heraus, die ihm immer den Rücken freigehalten habe: „Ohne das geht es nicht.“ Außerdem erklärte er in seinen kurzen Worten, dass die Auszeichnung eigentlich im Feuerwehrgerätehaus hängen müsste, denn ohne seine Mitstreiter von der Feuerwehr und deren Unterstützung hätte er all die Meriten nicht erwerben können.

Auszeichnung ist Motivation

Landrätin Kirsten Fründt betonte während der Verleihung des Bronzenen Brandschutzverdienstzeichens am Bande, dass diese Auszeichnung ein Dank für besondere Leistungen und Verdienste sei, aber auch eine Motivation, weiter zu gestalten. Kreisbrandinspektor Lars Schäfer berichtete von Gesprächen mit Sack, dem Freund deutlicher Worte, und wie er einige Male zunächst habe tief durchatmen müssen, bevor er antworten konnte: „Er hat die Momberger Feuerwehr geprägt.“

Anschließend widmete er sich der Tatsache, dass Gerold Sack seit Beginn des Jahres nicht mehr Wehrführer ist und die Nachfolge durch Arno Sack eine Übergangslösung ist, um in fünf Jahren ein jüngeres Team an die Spitze zu stellen: „Wir brauchen auch Menschen, die aus der zweiten Reihe nicht etwa schießen, sondern von dort gute Ratschläge geben.“

von Florian Lerchbacher

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