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Familiär und für jeden etwas dabei

Zukunft Familiär und für jeden etwas dabei

"Wir präsentieren unser Dorf so, wie es ist und wie es den Mombergern gefällt - und richten es nicht auf die Kommission aus", gibt Ortsvorsteher Jörg Grasse die Richtung für Dienstag vor.

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Ortsbeiratsmitglied Sebastian Sack (links) und Ortsvorsteher Jörg Grasse präsentieren ein Polohemd mit einem aufgedruckten Ranzemann. Die Momberger wollen am Dienstag zum Besuch der Wettbewerbskommission einheitlich gekleidet sein.

Quelle: Florian Lerchbacher

Momberg. Sechs Wochen intensiver Vorbereitungen liegen hinter den Mombergern. Am Dienstag steht dann der langersehnte Termin an: Um 15 Uhr kommt die Kommission des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ in den Nachbarort des „Golddorfes“ Mengsberg, wo rund 160 Bürger zwei Stunden Zeit haben, ihre Heimat im besten Licht dastehen zu lassen.

„Wir werden aber auch die Schandflecken ansprechen“, kündigt Ortsvorsteher Jörg Grasse an: Der Rundgang führe also auch ans ehemalige Backhaus, das ein „Stück weit ein Ärgernis“ sei, weil die Momberger keine Nutzungsmöglichkeit fänden und seit Jahren Geld in die Sicherung des Gebäudes investieren müssten. „Unsere Vereine haben keinen Bedarf, weil sie über ihre eigenen Vereinsheime verfügen - die sie sich selber gebaut hatten“, ergänzt Ortsbeiratsmitglied Sebastian Sack.

Es gibt einen Hoffnungsschimmer

Als Sorgenkind Nummer zwei bezeichnet Grasse das ehemalige Kindergarten-Gebäude am Dorfgemeinschaftshaus, für das ebenfalls noch eine Nutzungsmöglichkeit gefunden werden müsse. Ein erster Hoffnungsschimmer sei, dass die Jugend der Umwelt- und Naturschutzgruppe dort einen Raum nutzen möchte. Weitere Ideen sind, dort eine Begegnungsstätte und ein Repaircafé einzurichten oder eine kleine Pilgerherberge aufzubauen, da Momberg am Elisabethpfad liegt.

„Ganz simpel“, hebt der Ortsvorsteher hervor: mit ein paar Feldbetten und einer Duschmöglichkeit. „Sie soll natürlich nicht in Konkurrenz zu örtlichen Zimmeranbietern stehen“, betont er.

Rundfahrt im Planwagen

Ansonsten werden beim Dorfrundgang - auf die Kommission warten ein Planwagen und ein Oldtimer-Schlepper - die Vereine im Vordergrund stehen. Zu Beginn der Veranstaltung am Dorfgemeinschaftshaus spielt zum Beispiel die Blaskapelle, aber auch der Verschönerungsverein, die Schützen oder die Dorfverschönerer dürfen sich präsentieren. „Bei uns findet jeder seinen Platz. Es gibt eigentlich für alle Interessen einen Verein“, meint Grasse, während Sack die Bedeutung der Kirche für Momberg herausstellt. Die „katholische Identität“ sei ein wichtiger, fester und prägender Bestandteil des Dorflebens und werde natürlich auch am Dienstag zur Sprache kommen.

Station zwei des Rundgangs ist der neue Kindergarten Momberg-Mengsberg, den Grasse als „zukunftsfähige Einrichtung mit einem sehr guten Team“ bezeichnet. Die Zusammenlegung mit Mengsberg sei ein Meilenstein gewesen. Noch dazu ist die Einrichtung ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt, Landkreis, Dorf und Kirche - das in dieser Form seinesgleichen sucht, da es zur Umsetzung auf Eigen­initiative gekommen war.

In Sachen Nahversorgung sieht es in Momberg indes eher mau aus. „Wir haben noch einen Bäcker, der ein paar weitere Lebensmittel vorhält“, berichtet Sack - der aus diesem Manko eine weitere Idee entwickelt, die Momberg zukunftsfähig machen soll. Er denkt dabei an eine Art Nachbarschaftshilfe. Es sollte eines Tages selbstverständlich sein, älteren Mitbürgern beispielsweise anzubieten, sie zum Einkaufen mitzunehmen oder ihnen Essen und Getränke mitzubringen.

Leerstände sind kein Problem

Der demografische Wandel sei im Dorf schließlich kein Problem, da zwar viele junge Menschen auszögen, um die Welt kennenzulernen, später aber wieder zurückkehrten, um in Momberg zu leben. „Das ist typisch: Die meisten gehen weg, um sich zu entwickeln, und kehren später zurück, um das Dorf zu gestalten.“ Will heißen: Das Dorfleben ist familiär - nichtsdestotrotz gibt es aber auch dort Menschen, die keine Verwandten in der Gegend haben und früher oder später auf Unterstützung angewiesen sind.

Doch Momberg habe nicht nur mit dem demografischen Wandel keine Probleme, sondern auch mit Leerständen, stellt Grasse heraus. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Gebäude verkauft und wieder bezogen worden - und auch Baulücken würden geschlossen.

Wer nun also einen Einblick ins Dorf- und Vereinsleben bekommen will, kann sich am Dienstag um 15 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus einfinden - wo die Veranstaltung später mit einem gemütlichen Beisammensein vor dem Gebäude ausklingt.

von Florian Lerchbacher

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