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Die Dorfmystery-Jäger gruselt es selbst

Filmreihe Die Dorfmystery-Jäger gruselt es selbst

Der Geist des wandelnden Jägers Pauly spukt durch Momberg. Doch er ist nicht allein: Felix Müller und Manuel Weitzel sind ihm, mit einer Kamera bewaffnet, auf den Fersen.

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Was sich wohl hinter der Tür der einstigen Räuberhochburg befindet? Die Hardtmühle ist für Felix Müller (links) und Manuel Weitzel ein zentraler Drehort in Momberg.

Quelle: Florian Lerchbacher

Momberg. Die Brüder Grimm 2.0 wollen den Mombergern das Blut in den Adern gefrieren lassen - und zwar mit Hilfe moderner Technik. Doch Felix Müller und Manuel Weitzel sind nicht etwa durchgeknallte Wissenschaftler, die mit flüssigem Stickstoff experimentieren: Nein, sie kommen in die Dörfer, sammeln alte Sagen und bringen diese im neuen Gewand auf die Leinwand, um mit Geschichten aus der Umgebung die Menschen für ihre Heimat zu begeistern und sie zu gruseln. Und manchmal auch sich selbst.

Für ihre Neustadt-Miniserie haben sie die Teile „Speckswinkel“ und „Mengsberg“ schon im Kasten und planen die Veröffentlichung auf ihrer Homepage und auf Youtube bereits für den 1. April und den 1. Mai -der Prolog ist schon im Internet zu sehen. Besonders für Neustädter und ihre Freunde ist das halbdokumentarische Werk ein echter Leckerbissen, schließlich spielen ausnahmslos Laiendarsteller aus der Stadt und ihren Stadtteilen mit und geben dem Film eine persönliche Note. Rund 100 Freiwillige haben bisher mitgewirkt. Ganz vorne mit dabei ist die Bürgergarde - die quasi Jagd auf die eigenen Mitglieder macht, da Hauptmann Andreas Gnau in dem Film den Anführer einer Räuberbande spielt. Nach der Exekution spuken er und einige Mitstreiter durch Neustadt - der rote Faden der Serie - und tauchen unter anderem im Haus von Klaus Groll auf. Eine Haartolle ins Gesicht fallend und gehüllt in einen unwiderstehlichen Schlafanzug macht sich Neustadts Ortsvorsteher daraufhin auf die Jagd.

Neustadt-Prolog ist online

Mehr sei noch nicht verraten - außer dass Müller und Weitzel sich in Mengsberg kurzzeitig in der eigenen Gruselgeschichte verloren. „Während unserer Recherchen hatten wir kurz das Gefühl, die sagenumwobene Glocke vom Gerwigshain gefunden zu haben. Das war echt spooky“, gibt Weitzel zu und freut sich besonders über eine Szene, in der eine Reiterin im wilden Galopp über den Lindenplatz jagt. „In Mengsberg gab es echt viele Geisterstorys, und die Bürger waren sehr motiviert, uns zu helfen. Aber was sich in der Kirche abspielte, hat uns selber beängstigt“, ergänzt Müller, will aber den Zauber des Mysteriösen nicht zerstören und gibt entsprechend keine Details preis. Alle Neugierigen müssen sich also noch bis zur Veröffentlichung im Mai gedulden.

Nun also ist Momberg an der Reihe. „Die Geschichte steht, aber wir suchen jetzt natürlich Schauspieler“, hebt Müller hervor, während Weitzel über die zusammengetragenen, mysteriösen Dorfgeschichten spricht. So philosophiert er über „wundersame Naturphänomene“, das „heilende Wasser“ aus dem Klauseborn, den Geist des wandelnden Jägers Pauly und die schneeweiße Jungfrau vom Sandhof.

Ein zentraler Drehort ist natürlich die Momberger Hardtmühle, die einst Räuberhochburg war und mit ihren historischen Gebäuden und dem gleichzeitigen Bezug perfekt ist für die Dorfmystery und das Anliegen der „Brüder Grimm 2.0“.

Ansprechpartner Nummer eins für Weitzel und Müller ist Ortsvorsteher Jörg Grasse, der, so die beiden Hobby-Filmproduzenten, hoch motiviert und begeistert vom Projekt sei. Bürger, die mitwirken wollen, können aber auch über die Homepage www.dorfmystery.de oder die Facebook-Seite, die kurz davor steht, online zu gehen, Kontakt zu den beiden Kirchhainern aufnehmen.

War es bei „Langenstein“ und „Burgholz“ noch so, dass Müller und Weitzel die fertigen Filme im Kino beziehungsweise im jeweiligen Dorfgemeinschaftshaus zeigten, so wollen sie diesmal anders vorgehen. Jeder Teil soll nach der Fertigstellung online zu sehen sein - am Ende des Projektes wird die Mini-Serie dann als Gesamtkunstwerk präsentiert. Weitere Termine stehen aber natürlich noch nicht fest.

Der „Neustadt“-Prolog ist auf Youtube zu finden unter der Adresse https://www.youtube.com/watch?v=pYI5SqRDYWY

von Florian Lerchbacher

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