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Das Kribbeln ist deutlich spürbar

Ab in die Mitte Das Kribbeln ist deutlich spürbar

"Lieblingsort mit Wohlfühlklima" lautet das Motto des Wettbewerbs "Ab in die Mitte" im kommenden Jahr. Ein gewisses Interesse an einer weiteren Teilnahme war Bürgermeister Thomas Groll deutlich anzumerken.

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Vor Fotografien der illuminierten historischen Gebäude (von Jana Dostal) trägt Karin Jasch die Jury des Wettbewerbs ins Goldene Buch ein.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. Durch den Erfolg bei „Ab in die Mitte“ flossen 12.000 Euro für sieben Veranstaltungen nach Neustadt. Donnerstag war die Jury des vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Energie und Landwirtschaft ausgeschriebenen Wettbewerbs in der Stadt, um sich über die Verwendung des Preisgeldes zu informieren. Dabei kam natürlich auch die Neuauflage des Wettbewerbes im kommenden Jahr zur Sprache.

Eigentlich hatte Bürgermeister Thomas Groll beim Rückblick noch herausgestellt, dass eine Bewerbung für eine kleine Kommune mit schlanker Verwaltung extrem aufwändig sei. Zudem möge das Ministerium darüber nachdenken, ob sich Städtchen wie Neustadt wirklich mit Schwergewichten wie Frankfurt, Oberursel oder Wiesbaden messen müssten. Als er dann jedoch das Motto „Lieblingsort mit Wohlfühlklima“ hörte, war ihm das Kribbeln deutlich anzumerken.

Mit Finanzspritze aus Wiesbaden historische Gebäude illuminiert

Eine gewisse Ähnlichkeit mit Obelix ist schließlich nicht zu verhehlen. Der Comic-Held ist zwar als Kind in den Kessel mit Zaubertrank gefallen, will aber immer wieder einen Schluck des frischen Gebräus kosten. Der Bürgermeister (natürlich von gänzlich anderer Statur) ist ja nun auch schon in diverse Fördertöpfe gesprungen, will sich aber ebenfalls immer wieder an frischen Pötten laben.

Und ein wenig Geld zur freien Verfügung zu haben, ist per se ja auch ganz nett. Durch die Finanzspritze aus Wiesbaden war es den Neustädtern beispielsweise möglich, während des Bierfestes die historischen Gebäude zu illuminieren - und somit für optische Höhepunkte zu sorgen. Zudem flossen Mittel ins Straßenmalerfestival, die Eröffnung der Rotkäppchenwoche und jüngst ins Rockkonzert - allesamt Veranstaltungen, die bei den Besuchern auf sehr gute Resonanz stießen.

Ein besonderes Lob ließ Groll in diesem Zusammenhang der für die Organisation zuständigen städtischen Mitarbeiterin Sonja Stark zuteil werden: „Sie hat gute Ideen, kennt Land und Leute und kann Menschen motivieren.“ So zauberte sie beispielsweise extra für den Jury-Besuch die eigentlich bereits abgedankten Max Spielvogel und Maja Stepanek aus dem Hut. Die beiden unterstützten Julia Schmidt bei der Darstellung des Junker Hans und seiner Burgfräulein, da diese die einzige vom amtierenden Trio war, die nicht beruflichen Verpflichtungen nachkommen musste.

Neue Rolle für die Innenstadt

In seinem Bericht über Neustadt erklärte Groll auch, warum die Stadt am Wettbewerb teilgenommen hatte. Es gelte, wieder Leben in die Innenstadt zu bringen - schließlich leide die Junker-Hansen-Stadt wie viele andere auch unter Leerständen in ihrem Herzen. „Das darf aber nicht dazu führen, dass Kommunen ihre Innenstädte aufgeben“, betonte der Rathauschef und ergänzte: „Man muss ihnen gegebenenfalls eine neue Rolle zuschreiben.“

Entweder sollten die Bürger dort wieder direkt leben - oder die Möglichkeit bekommen, dort ihre Freizeit zu ver- und Kultur zu erleben. So sei die Entscheidung gefallen, bestehende Veranstaltungen zu fördern, neue hinzufügen und quasi die Neustäder Festtage ins Leben zu rufen.

Karin Jasch, Referentin vom Umweltministerium, und die anderen Jury-Mitgliedern nahmen die bisher umgesetzten Veranstaltungen unter die Lupe. Sie selber stellte den Wettbewerb in Verbindung zum Programm „Soziale Stadt“, da beides Menschen aktivieren solle. Unter anderem kamen aus den Reihen ihrer Mitstreiter die Anregungen, mit der Künstlerkolonie Willingshausen zu kooperieren oder einen der Leerstände dafür zu nutzen, Fotos der Bilder von Straßenmalerfestivals auszustellen.

Zudem animierte die Gruppe zur Teilnahme am Ab-in-die-Mitte-Wettbewerb im Jahr 2018. Eine endgültige Entscheidung, ob die Stadt wirklich mitmacht, steht allerdings noch aus.

von Florian Lerchbacher

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