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Neustadt huldigt Julius Cäsar

VfL-Prunksitzung Neustadt huldigt Julius Cäsar

Julius Cäsar war nicht nur lorbeerbekränzter Feldherr und Herrscher Roms: Nein, seit Samstagabend sitzt er auch gemeinsam mit Pompeia als neues Prinzenpaar des VfL Neustadt auf dem Karnevalsthron.

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Neustadt ist römisch besetzt. Der Senat (Festkomitee) sowie Julius Cäsar und seine Pompeia lassen sich feiern.

Quelle: Karin Waldhüter

Neustadt. Im „Haus des Karneval“ stieg am Samstagabend das Stimmungsbarometer unaufhaltsam nach oben. Erst unmittelbar vor Beginn des Abends hob sich der Vorhang und gab den Blick frei auf eine tolle Bühnendekoration, welche die Besucher unter dem Motto „Das alte Rom“ direkt nach Italien versetzte. 120 Arbeitsstunden hatte Markus Feußner investiert und herausgekommen ist ein grandioses Bühnenbild, das den passenden Rahmen für ein rasantes fünfstündiges Programm der Extraklasse bildete.

Die 57. Prunksitzung des VfL Neustadt bot nicht nur pointenreiche handgemachte Büttenreden, stimmungsvolle Gesangsbeiträge; auch mitreißende Tänze ließen den Besuchern kaum Zeit zum Durchpusten.

Gehüllt in eine römische Tunika hieß Sitzungspräsident Michael Launer gutgelaunt die Besucher als Mitglied des römischen Senats willkommen. Mit der Verabschiedung des alten Prinzenpaares Volker I. und Prinzessin Ilona I. und dem Einzug, der Vorstellung und Proklamation des neuen Prinzenpaars war der erste Höhepunkt des Abends schnell erreicht, das am besten gehütete Geheimnis Neustadts war gelüftet und Komitee und Publikum huldigte dem neuen Prinzenpaar Julius Cäsar und Pompeia.

Der neue Prinz heißt im weltlichen Leben Gerhard Schultheiß, ist 62 Jahre alt, Pensionär und ehemaliger Kriminaloberkommissar. Mit dem VfL verbindet ihn der Lauftreff. Er hat drei Jungs und drei angeheiratete Mädels. Als Prinzessin thront Katja Spielvogel an seiner Seite. Die 48-Jährige, Mutter von zwei Jungs und einer Tochter, ist Fremdsprachensekretärin und als Handballerin beim VfL Neustadt und in der Frauengemeinschaft St. Maria aktiv.

In ihrer Prinzenrede gingen die beiden auch auf die Planungen ein, in der früheren Neustädter Kaserne Flüchtlinge unterzubringen. „Geht auf sie zu und vertreibt eure Bedenken“, forderten sie auf. Die neue Prinzessin befahl „Launi“ bis Aschermittwoch eine Fahne des FC Bayern zu hissen. Das schien dem Sitzungspräsidenten nicht zu gefallen. „Der Fahnenmast ist instabil, muss gucken, ob ich noch einen hab‘“, versuchte der sich aus dieser Nummer herauszuwinden. .

Mit dem Gardetanz der kleinen Garde des VfL Neustadt startete der Reigen der hochklassigen Tänze gleich mit einem Augenschmaus und einer Rakete. Gardetanz in Perfektion, und in einem zweiten Auftritt mit einem modernen Tanz begeisterte dann die Prinzengarde, die VfL-Feuerfunken und die Tänzerinnen des Frauenvereins.

"Braune Brühe" soll abgeleitet werden

Als Himmelsgöttinnen mit Engelsflügeln auf Zeitreise aus dem alten Rom in die Gegenwart oder auf der Pferderennbahn mit tollen Kostümen, schwierigen akrobatischen Einlagen, fetziger Musik und perfekt einstudierten Tänzen ernteten die Tanzgruppen eine Rakete nach der anderen. Als Bürgermeisterkandidat und Vorsitzender des Kleintierzuchtverbandes hatte Wolfgang Baum die Lacher auf seiner Seite. In der Bütt versprach er, die „braune Brühe“ die immer in die Altstadt fließe abzuleiten und durch das Aufstellen von Umleitungsschildern und natürlichem Gefälle als Solidaritätszuschlag bergauf in Richtung Momberg und Speckswinkel umzuleiten.

Der ehemalige Prinz Volker Keßler stieg als Knappe des Junkers Hans in die Bütt. Ausgebildet im Bergbau, beförderte er einiges aus Neustadt ans Licht. „Die Kaserne wird Sinn bekommen, gut dass Menschlichkeit noch zählt, wollen wir für die Zukunft hoffen, dass wir selber nie betroffen“, widmete auch er sich dem Flüchtlingsthema und nahm gleich darauf den Zustand des Hauses der Begegnung und das Freibad ins Visier.

Das Publikum johlte vor Lachen, als Präsidentengattin Sabine Launer und Carmen Klipp die „Funkennothilfe“ vorstellten. Heiko Börner, er glänzte an diesem Abend nicht nur in der Rolle als „Vesuv aus dem Osten“, sondern auch als ausgesetzter Funke am Weidenbrunnen, holte als „Sachsen Heiko aus Ostgermanien“ Bürgermeister Thomas Groll für einen Kartentrick auf die Bühne. Heiko Börner und Thomas Rückershäuser wurden im Verlauf für 11 Jahre im Komitee mit der Ordenskette ausgezeichnet.

Florian Silbereisen und Helene Fischer

Als „reaktiviertes allererstes VfL-Tanzpaar“ tanzten Birgit Amstätter und Otto Müller über die Bühne, bevor Malte Bürgermeister an der Seite seiner neuen Tanzpartnerin Lea Keller als VfL-Tanzpaar über die Bühne wirbelte.

Florian Silbereisen (Michael Launer) hatte Helene Fischer gleich in vierfacher Ausführung mitgebracht. Als „Schnapsdrosseln“ mussten die Komitee Mitglieder Markus Müller, Clemens Gies, Bernd Reinhardt und Thomas Rückerhäuser in High Heels, Abendkleid, blonder Perücke und hautengen Leggins ihre Tauglichkeit als Helene Fischer-Doubles singend unter Beweis stellen.

Humorvoll hatte sich Alexander Schmeh Gedanken zum Sinn des Lebens gemacht und Thomas Vietor stand als Klomann in der Bütt und forderte ein sauberes Klo. Neben dem rasanten modernen Tanz der Feuerfunken setzte der Tanz des Komitees, die als wilde Horde Gladiatoren über die Bühne fegten, vor dem großen Finale einen grandiosen Schlusspunkt unter einen großen Abend.

von Karin Waldhüter

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