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Neustadt hat wieder drei Fußballvereine

Fussball Neustadt hat wieder drei Fußballvereine

Der Name Intertürk Neustadt ruft bei vielen Fußballfans im Kreis eher negative Erinnerungen hervor. Mit dem ehemaligen 1. FC will der neue "FC Intertürk Neustadt e.V." aber nichts zu tun haben.

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Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Der erste Bezug zum Verein ist natürlich die türkische Nationalität“, erklärt Geschäftsführer Ugur-Hakan Tezgider, betont jedoch im gleichen Atemzug, dass die Mitglieder keinesfalls unbedingt türkische Wurzeln haben müssen: „Uns gehören auch schon Russland-Deutsche, ein Schweizer und ein Pakistani an.“ Dies spiegele auch das „Inter(national)“ im Vereinsnamen wider.

Dass es vor Jahren bereits einen 1. FC Intertürk Neustadt gegeben habe, der nicht unbedingt in guter Erinnerung geblieben ist, stört nicht, kommentiert Vorsitzender Oguz Yilmaz: „Wir sind ein neuer Verein, wir haben einen komplett anderen, leistungsstarken Vorstand, und wir sind zu 100 Prozent Neustädter. Wir wollen die Stadt würdig repräsentieren.“ Dies symbolisieren auch der stilisierte Junker-Hansen-Turm im Vereinslogo.

Heimspiele auf Ochsenwiese

Am Wochenende können die Spieler dies beweisen, denn dann steht während der in Speckswinkel stattfindenden Stadtmeisterschaften der erste offizielle Auftritt des FC Intertürk Neustadt an. „Wir werden auf die Spieler einwirken und dafür sorgen, dass sie auf dem Feld ruhig bleiben. Wir werden viele Gespräche führen und sind uns sicher, dass Gewalt auf dem Sportplatz, wie früher, nicht mehr vorkommt“, kündigt Tezgider an, woraufhin Yilmaz ergänzt: „Wir legen Wert auf Kommunikation und Auftreten.“ Ein Vorteil, der gegenüber früheren Zeiten bestehe, sei, dass insbesondere die Verantwortungsträger gut Deutsch könnten und somit keine Sprachbarrieren mehr bestehen.

Im Dezember des vergangenen Jahres kam die Idee auf, einen Verein zu gründen. Yilmaz und Tezgider übernahmen die Federführung, machten sich an die Arbeit und bekamen viel Unterstützung: Entsprechend sind sie Bürgermeister Thomas Groll, Kreisfußballwart Peter Schmidt und vielen anderen Menschen und Vereinigungen äußerst dankbar. Besonders angetan ist Tezgider vom Hessischen Fußballverband: „Dem gehören Vereine an wie Eintracht Frankfurt und Kickers Offenbach - aber der Geschäftsführer nimmt sich stundenlang Zeit, um uns bei Problemen und Fragen zu helfen - und davon hatten wir jede Menge, denn keines unserer Vorstandsmitglieder hat bisher Erfahrung in Vereinsvorständen gesammelt.“

Der Verein hat bereits 60 Mitglieder, die Mannschaft für den Start in der Kreisliga B steht. Ozan Irmak kam aus Erksdorf und fungiert als Spielertrainer. Er habe sich um den Kader gekümmert, indem er vereinslose Spieler nach Neustadt lockte oder den ein oder anderen Kicker anderen Vereinen abwarb, berichten die Vorstandsmitglieder.

Verein will sich ins gesellschaftliches Leben integrieren

Als Ziel geben sie aus, die junge Mannschaft in den kommenden Jahren zusammenzuhalten und „mindestens einmal aufzusteigen“. Ansonsten will sich der FC Intertürk Neustadt im gesellschaftlichen Leben integrieren, ein Vereinsheim finden und auf langfristige Sicht einen Kunstrasenplatz bauen. Bis dahin trägt der Verein seine Heimspiele auf dem Hartplatz Ochsenwiese aus - für die erste offizielle Partie am Dienstag, 23. Juli, um 19 Uhr im Pokal gegen den SSV Hatzbach darf Intertürk sogar das Waldstadion nutzen.

Bis zum Winter soll eine Reserve stehen. Zudem will der Verein eine Alte-Herren-Mannschaft aufstellen. Ein Jugendteam ist nicht geplant. „Der VfL betreibt einer wunderbare Jugendarbeit. Der Verein hat uns viel geholfen und wir wollen mit ihm kooperieren“, kündigt Yilmaz an. Eine offizielle Vorstellung seiner Mannschaft plant Intertürk für die zweite oder dritte Augustwoche - also nach dem Ende des Ramadans und dem Fastenbrechen am 8. August.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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