Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Neupriester orientiert sich an Don Camillo

Magdalenenoktav Neupriester orientiert sich an Don Camillo

Am vorletzten Tag der Magdalenenoktav war der Zuspruch der Gläubigen ungebrochen. Hunderte kamen, um von Neupriester Togar Pasaribu den Primizsegen zu empfangen.

Voriger Artikel
Künstler prangert mit Krake die Globalisierung an
Nächster Artikel
Archäologin übernimmt Heimatkundemuseum

Hunderte Gläubige warteten in der Lindaukapelle geduldig, bis sie an der Reihe waren, um den besonderen Primizsegen von Togar
Pasaribu zu empfangen. Fotos: Karin Waldhüter

Amöneburg. Erst einen Tag zuvor hatten in der Lindaukapelle drei Jubilare den Gottesdienst gefeiert. Sie waren vor 50 Jahren zum Priester geweiht worden. Für Togar Pasaribu aus Bad Hersfeld dagegen ist dieser bedeutende Tag erst wenige Wochen her. Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes war der 28-Jährige im Mai von Bischof Heinz Josef Algermissen im Dom zu Fulda zum Priester geweiht worden.

Pasaribu, der durch sein Wirken als Diakon in der Kirchengemeinde Peter und Paul in Marburg (2013 bis April 2015) und durch ein Praktikum an der Amöneburger Stiftsschule mit der Region verbunden ist, tritt am 1. August sein Amt als Kaplan in Neuhof bei Fulda an. Zahlreiche Besucher aus Marburg waren für ein Wiedersehen hinauf zur kleinen Lindaukapelle gekommen. Ortspfarrer Marcus Vogler freute sich, wieder so viele Gläubige begrüßen zu können.

An diesem Abend kamen die Messdiener, Lektoren und Helfer aus Erfurtshausen. Der Musikverein Erfurtshausen begleitete feierlich den Gottesdienst und sorgte später bei einem geselligen Beisammensein für Unterhaltung. „Es ist schön, dass die Magdalenenoktav so jeden Abend in die Gemeinden hineinwandert“, betonte Vogler.

Die besondere Nähe und Vertrautheit zu Gott machte der 28-jährige Neupriester zum Thema seiner Predigt. Wenn er daran denke, wie sich eine vertraute Position zu Jesus Christus aufbauen lasse, dann denke er oft an Don Camillo. Der sei mit allem vor den Herrn getreten - mit seiner Wut genauso wie mit seiner Verzweiflung. Es sei diese Vertrautheit, wie sie auch Moses im Offenbarungszelt begegnet sei, die etwas ganz Besonderes ausdrücke.

„Wenn man diese Vertrautheit sucht, wo könnte dieser Ort sein, um Gott zu begegnen?“, fragte Pasaribu. „Ist es diese schöne Kapelle, ein Platz in der Natur, oder in einer stillen Kammer?“ Als er ein kleiner Junge war, habe ihm der Pfarrer den Tipp gegeben, ganz allein einen solchen Ort aufzusuchen. „Das hat viel mit dem Weg zu tun, den ich gewählt habe“, erzählte der junge Priester. An solchen Orten könne man Gott aufspüren, Zeichen der Orientierung finden, aber auch in Phasen des Zweifels fragen „Gott bist du wirklich da?“

In den anschließenden Fürbitten beteten die Gläubigen unter anderem für die Menschen, die Schutz in Deutschland suchen, für die Nachbarländer, in denen noch viel mehr Menschen eine Unterkunft finden müssen, für die Menschen in Griechenland und für alle, die reich sind und blind für die Armut der anderen Menschen.

Als Andenken überreichte Diakon Paul Lang dem Neupriester ein Geschirrtuch der Lindauoktav, das es aufgrund der großen Nachfrage nicht mehr zu kaufen gab.

Viele Gottesdienstbesucher waren gekommen, um den Primizsegen zu empfangen. Der Segen ist deshalb so begehrt, weil ihm die Kraft des Anfangs mitgegeben sein soll.

Zum Abschluss spendete der Neupriester den allgemeinen und danach den persönlichen Primizsegen. Zunächst legte er den anwesenden Priestern und danach Hunderten Gläubigen die Hände auf.

Etwa 2500 bis 3000 Gläubige besuchten in diesem Jahr die Magdalenenoktav, die immer am 22. Juli beginnt und am 29. Juli endet. Eine Zahl, die sich sehen lassen kann, wie Dr. Paul Lang, Mitglied im sechsköpfigen Lindau-Ausschuss des Pfarrgemeinderates, betonte. „Der Ort hat etwas ganz Besonderes, und es ist erstaunlich, wie viele Leute kommen, so eine Auszeit vom Alltag machen, ohne dabei auf die Uhr zu sehen“, ergänzte er. Die Mischung aus Gottesdienst und der Pflege der Gemeinschaft bei dem gemütlichen Beisammensein habe etwas Urchristliches.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr