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Neues Leben im alten Weinhaus

Baudenkmal restauriert Neues Leben im alten Weinhaus

Das Fachwerkhaus Am Markt 3 zählt zu den städtebaulichen Juwelen Kirchhains. Jetzt sieht man das dem aus dem Jahr 1559 stammenden Gebäude auch wieder an.

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Geteilte Freude über die gelungene Restaurierung: (von links) Bauamtsleiter Volker Dornseif, Architekt Roland Ott, die Bauherrn Hüseyin und Nazik Bolat, Bürgermeister Jochen Kirchner, Gizem Bolat und Stadtrat Hermann Albrecht. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Das Gerüst ist gefallen und die „aus dem historischen Befund heraus gestaltete Marktplatz-Fassade“ - so Architekt Roland Ott - kann jetzt optisch mit dem benachbarten Rathaus konkurrieren. „Ich freue mich jeden Morgen, wenn ich auf dem Weg ins Rathaus das Haus sehe“, bekannte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) gestern bei der Vorstellung des Projekts. Und der in der Nachbarschaft lebende ehrenamtliche Stadtrat Hermann Albrecht (SPD) lobte: „Es ist ein Schmuckstück geworden.“

Das Lob galt der Initiative der Bauherren-Familie Bolat, die das Haus in den vergangenen drei Monaten von außen vorbildgerecht restaurieren ließ. Innen sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Im Erdgeschoss möchten Hüseyin und Nazik Bolat ab Ende März/ Anfang April ein Café-Restaurant eröffnen. Inspiriert habe ihn dazu die Gastronomie-Szene in der Marburger Oberstadt, die vom Flair der alten Häuser lebe. Mit dem Lokal wolle er zur Belebung des Markplatzes beitragen, sagte der Gastronom.

In dem barrierefrei erreichbaren Restaurant - dazu musste der Fußboden um 80 Zentimeter angehoben werden - soll es auf 100 Quadratmetern 30 Sitzplätze geben. Dazu kommen auf dem Marktplatz weitere 60 Sitzplätze.

Das Haus reichte bisauf die Brießel-Straße

Optisch ist das Haus zweigeteilt. Die Marktplatz-Seite des in Kirchhain als „Altes Weinhaus“ bekannten Gebäudes glänzt mit seiner Fachwerk-Fassade, die der Brießel-Straße zugewandte Rückseite trägt den weißen Putz eines neuzeitlicheren Bürgerhauses. Roland Ott begründet dies mit dem Rückbau des heute asymmetrischen Hauses in den 50er Jahren. Damals stand der rückwärtige Giebel praktisch mitten auf der Brießel-Straße - und musste schließlich dem Straßenverkehr weichen. Wie notwendig der Eingriff in das Gebäude war, verdeutlicht die Tatsache, dass damals die Bundesstraße 62 mit dem kompletten Ost-West-Verkehr über die heute verkehrsberuhigte Straße führte.

Während Erdgeschoss und und erstes Obergeschoss rein gewerblich genutzt werden sollen, bleibt das Dachgeschoss mit dem Walmdach und den charakteristischen Gauben Wohnzwecken vorbehalten.

Welchen Namen das Restaurant tragen wird ist noch offen. Tipps dazu gab es von der Politik. „Ratsschänke“ schlug Jochen Kirchner vor, während Hermann Albrecht „Das kleine Rathaus“ favorisierte. Ein Gasthaus mit diesem Namen gibt es auf dem Marktplatz der Kirchhainer Partnerstadt Doberlug-Kirchhain. In diesem Gasthaus pflegte in frühere Jahren ein Bürgermeister einen Großteil seiner Amtsgeschäfte zu führen und Gäste zu empfangen.

Hermann Albrecht regte an, zur Auflockerung langer Magistratssitzungen einen Durchgang vom Rathaus ins neue Gasthaus zu bauen. „Rein bautechnisch ist das überhaupt kein Problem“, versicherte Bauamtsleiter Volker Dornseif.

von Matthias Mayer

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