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Neues Leben für den alten Bahnhof

Zwei Praxen, Kiosk, Reisebüro und Gastronomie Neues Leben für den alten Bahnhof

Kirchhain baut sein Profil als Ärztestadt weiter aus. Das wurde bei der Präsentation des Konzepts für die künftige Nutzung des Bahnhofsgebäudes deutlich.

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Die Architektenzeichnung für die Praxisräume im Kirchhainer Bahnhofsgebäude zeigen (von links) Bauamtsleiter Volker Dornseif, Architekt Karsten Schmidt, Mieter Dr. Dr. Georg Lalyko, Bürgermeister Jochen Kirchner und Bauherr Gerald Kappeller.
Foto: Matthi

Kirchhain. Bauherr Gerald Kappeller aus Marburg (GK-Immobilien GmbH) hatte dazu Architekt Karsten Schmidt und seinen künftig größten Mieter mitgebracht: Der Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Dr. Dr. Georg Lalyko wird für seine Praxis gleich das ganze erste Obergeschoss und einen Teil des Dachgeschosses nutzen. Zusammen sind das 400 Quadratmeter. Der Mietvertrag solle in Kürze unterschrieben werden, erklärte Kappeller.

Sein Nutzungskonzept sei in Absprache mit der Stadt entstanden, sagte der Investor und verriet weitere Details aus diesem. Der bestehende Kiosk solle bleiben, aber modernisiert und etwas vergrößert werden. Eine zweite Praxis könne im ehemaligen Schaltertrakt des Gebäudes entstehen. Zudem sei Platz für ein kleines Reisebüro. Der östliche Teil des Gebäudes (die ehemalige KuRa-Bar) solle künftig eine Eisdiele, eine Gaststätte oder eine Bäckereifiliale beherbergen. Der entsprechende Mieter werde zudem die Außengastronomie auf dem Vorplatz betreiben.

Für die künftigen Geschäfte und die Praxis im Erdgeschoss gebe es ernsthafte Interessenten; die Verhandlungen liefen, erklärte Gerald Kappeller.

Das Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz, was größere Eingriffe in die Bausubstanz verbietet. Gleichwohl wird es eine von außen deutlich sichtbare Veränderung geben. Der hässliche Betonvorbau verschwindet und wird durch einen Vorbau mit großen Glasflächen ersetzt. Der Haupteingang solle so heller und freundlicher gestaltet werden, erklärte der Alsfelder Architekt Karsten Schmidt, der zudem die Detailpläne für die große Praxis vorstellte. Um vier gleich große Behandlungseinheiten unterbringen zu können, müssten einige Wände leicht versetzt werden. Der Denkmalschutz habe das akzeptiert.

Dr. Dr. Georg Lalyko begründete die Standortwahl für seine erste Niederlassung mit der sehr guten Erreichbarkeit mit den Verkehrsträgern Bahn, Bus und Auto - ein wichtiges Kriterium für Patienten, die aus einem großen Einzugsgebiet überwiesen werden. Zugleich habe er auch eine emotionale Beziehung zu Kirchhain und Umgebung. Als Sohn eines Offiziers habe er sieben Jahre lang in Kirchhain gelebt und später in Marburg studiert, berichtete der Arzt, der zuletzt unter anderem als Oberarzt in einem Kasseler Krankenhaus wirkte.

Zum Praxisstart im Januar 2014 werde er als Alleinbehandler mit drei bis vier Mitarbeiter beginnen. Später sei geplant, in der komplett für ambulante Operationen auch unter Vollnarkose eingerichteten Praxis einen oder sogar zwei Kollegen hinzuzuziehen.

Treppenlift statt Aufzug

Der 40-Jährige wird der erste Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sein. Ein Umstand, auf den Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) verwies. „Ihre Praxis passt sehr gut in unsere medizinische Versorgungsstruktur. Ich bin froh, dass sie kommen“, sagte Kirchner.

Den ursprünglich geplanten Aufzug zwischen Empfangsgebäude und Unterführung mit Blick auf die Baukosten und Folgekosten nicht geben. Das erklärte Gerald Kappeller auf Nachfrage der OP. Geplant seien jetzt der Bau zweier Treppenlifte mit einer Tragkkraft von je 300 Kilo. Diese Lifte seien weitgehend vandalismusresistent. Für die vereinbarte Summe von 20000 Euro ließen sich mit diesen Liften sowohl der Zugang zum Tunnel als auch zum Bahnsteig barrierefrei realisieren.

von Matthias Mayer

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