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Konzert Neuer Name, gewohnt hohe Qualität

18 gut aufgelegte Musiker der Egerländer Besetzung des Heeresmusikkorps Kassel bliesen beim Wohltätigkeitskonzert böhmischen Wind ins Haus der Begegnung.

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Das Schlagzeugsolo Hauptfeldwebel Rainer Hartl (rechtes Bild) war einer der Höhepunkte des Auftritts des Heeresmusikkorps Kassel.

Neustadt. „Hier haben sie Lehnen im Rücken“, besänftigte Neustadts Bürgermeister Thomas Groll die Besucher, die warm angezogen zum Konzert in den Bürgerpark gegangen waren. Doch wegen der kühlen Witterung wurde die Veranstaltung kurzerhand ins Haus der Begegnung verlegt - was allerdings nicht alle Gäste erfahren hatten.

Die rund 250 Besucher wurden dann jedoch für den spontanen Umzug entschädigt: Sie erlebten ein musikalisches Feuerwerk aus Märschen, Walzern und Polkas, das sie immer wieder zum Schunkeln und Mitklatschen veranlasste.

Umstrukturierung brachte Umbenennung mit sich

Die Egerländer Besetzung ist eine Gruppierung des Heeresmusikkorps (HMK) Kassel, das bisher als das HMK 2 bekannt war. Die Umbenennung hatte die Umstrukturierung der Bundeswehr mit sich gebracht. Es seien vier HMK aufgelöst worden, was für das hessische Musikkorps mehr Reisen und weitere Wege bedeute, erklärte der Moderator Hauptfeldwebel, Andreas Alschinger, der locker und humorvoll durch den Abend führte.

Ein gutes Beispiel war das letzte Fußballländerspiel in Dortmund, bei dem das HMK Kassel die schottische und die deutsche Nationalhymne spielte. Auch beim nächsten Länderspiel im Oktober auf Schalke sind die Kasseler Musiker vertreten.

Mit dem Marsch „Gruß aus Böhmen“ eröffneten die Vollblutmusiker traditionell das Konzert, das Stabsfeldwebel Udo Seifert leitete. Der Mengsberger begeisterte aber auch wieder durch seine Gesangauftritte: Mit seinem Sologesang bei dem Klassiker „Wenn Opa erzählt von zu Haus“, oder zusammen mit Hauptfeldwebel Markus Klöppner beispielsweise bei der Hymne „Egerland, Heimatland“ oder den „Rauschenden Birken“.

Nicht nur Solosänger

Klöppner war als Sänger für Hauptfeldwebel Diana Blum eingesprungen, die Nachwuchs erwartet. Er präsentierte sich als vollwertiger Ersatz - wenngleich er optisch mit Blum, die meist im Dirndl auftrat, nicht mithalten kann.

Die Egerländer Besetzung des HMK hat aber nicht nur Solosänger in ihren Reihen, sondern jeder der Musiker ist in der Lage, Soli zu spielen. Das bewies unter anderen Hauptfeldwebel Alexander Schulze an der Trompeter bei dem Stück „Goldene Trompeten“ oder Hauptfeldwebel Rainer Hartl mit seinem achtminütigen Schlagzeugsolo „Lieblingstrommler“ oder bei der „Löffelpolka“. Das erinnerte Ältere an die Zeiten, als General Jörgens beim Heimat und Soldatenfest im Festzelt zu den Löffeln griff.

Die Anhänger der böhmischen Blasmusik kamen bei dem über zweistündigen Konzert auf ihre Kosten und sparten am Ende nicht mit Beifall, was die Musiker zu einigen Zugaben veranlasste. Bei den Profimusikern war zu merken, dass sie mit Freude bei der Sache sind - bei den Besuchern wurde dies spätestens klar, als die meisten von ihnen den Klassiker „Auf der Vogelwiese“ begeistert mitsangen.

Und dann gab es noch mehr Grund zur Freude, als Groll verkündete, dass der Reingewinn von 2150 Euro wie immer an die „Aktion für behinderte Menschen in Oberhessen“ geht.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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