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Neuer Kommandeur ist kein Unbekannter

Kommandowechsel Neuer Kommandeur ist kein Unbekannter

Seit Mittwochmittag ist Andreas Marlow Kommandeur der Division Schnelle Kräfte. Wie sein Vorgänger, kam er aus dem Büro des Generalinspekteurs in Berlin nach Stadtallendorf.

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Stadtallendorf. „Ich möchte so lange wie möglich bleiben“, kommentiert Andreas Marlow die Frage, wie viele Monate er denn nun Kommandeur in Stadtallendorf sein werde, mit einem verschmitzten Lächeln. Die Parallelen zu seinem Vorgänger sind schließlich unverkennbar: Wie Eberhard Zorn kommt der 52-Jährige aus dem Verteidigungsministerium, genauer gesagt aus dem Büro des Generalinspekteurs, nach Stadtallendorf. Und Zorn führte die Division Schnelle Kräfte (DSK) eben nur 16 Monate, ehe der zurückgerufen wurde.

Marlow freut sich sehr über den neuen Posten, auf den man sich nicht bewerben kann: „Das Heer hatte früher 14 Divisionen, jetzt nur noch drei. Man muss hoffen, dass einen die Vorgesetzten - bis zur Ministerin - für wert befinden, eine Division zu führen. Insofern empfinde ich es als große Ehre und Auszeichnung, die DSK zu übernehmen.“

Zwischen 1997 und 1999 war er Stabsoffizier bei der Panzerbrigade 14 in Neustadt. Insofern ist er mit der Region vertraut. „Es hat eine deutliche infrastrukturelle und städtische Entwicklung gegeben“, sagt er und freut sich über den guten Zustand der Herrenwaldkaserne: „Wobei man diesen von einem Divisionsstandort eigentlich erwarten sollte.“

In den nächsten Tagen will sich Marlow einen Eindruck von der DSK verschaffen: „In Kenntnis meiner Vorgänger werde ich ein bestens bestelltes Feld übernehmen. Es gilt, dieses hohe Niveau zu halten“, betont der General, um dann doch noch ein bisschen konkreter zu werden. Drei Ziele gibt er aus: Er möchte zunächst die Integration der in Stadtallendorf angesiedelten 11. Luchtmobielen Brigade und die Zusammenarbeit mit den Niederlanden vorantreiben. „Wir haben eine Vorreiterrolle in der Bundeswehr - aber auch europaweit. Das ist ganz wichtig“, betont er. Zudem will Marlow den hohen Standard bei der Krisenvorsorge und beim Ausbildungsstand halten.

„Außerdem sollte es mir möglichst schnell gelingen, das Vertrauen der Soldaten zu gewinnen und eng mit ihnen zusammenzuarbeiten.“ Kritik äußert er, ebenso wie sein Vorgänger, nur bei der „materiellen Einsatzbereitschaft der Fluggeräte“. Diese sei unverändert kritisch, wirft Zorn ein. Es habe allerdings schon Verbesserungen gegeben.

Die Soldaten jedenfalls können sich auf einen „kooperativen Führungsstil“ einstellen. „Der Mensch steht im Mittelpunkt“, erläutert der verheiratete Diplom-Pädagoge. Ihm sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig - womit er seiner obersten Dienstherrin, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, aus der Seele sprechen dürfte.

Im Blickpunkt

Pädagogikstudium war erster Schritt

Generalmajor Diplom-Pädagoge Andreas Marlow (52) trat 1982 in die Bundeswehr ein. Von 1983 bis 1986 absolvierte er an der Universität der Bundeswehr in Hamburg ein Pädagogikstudium. Danach war er drei Jahre lang Zugführer im Panzerbataillon 183 in Boostedt. Zwischen 1990 und 1994 war er Kompaniechef zweier Panzerbataillone. Im Laufe seiner Karriere war er unter anderem Stabsoffizier bei der Panzerbrigade Neustadt, machte eine Generalstabsausbildung am Canadian Forces College in Toronto und war Kommandeur des Panzerbataillons 403 und der Panzergrenadierbrigade 41. Von 2013 bis 2014 war er Kommandeur im Ausbildungszentrum Munster. Bevor er Kommandeur in Stadtallendorf wurde, leitete er das Büro des Generalinspekteurs der Bundeswehr.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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