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Neuer Glanz für alte Kirche

Stadtkirche Rauschenberg Neuer Glanz für alte Kirche

Die Außensanierung der Rauschenberger Stadtkirche kommt voran. Der zweite Bauabschnitt ist inzwischen fertiggestellt.

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Die Rauschenberger Stadtkirche hat einen neuen Putz bekommen.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Die Evangelische Kirchengemeinde nahm dies zum Anlass, um an der vom Gerüst befreiten Fassade das Ereignis mit Glühwein und Tee zu feiern.

Mit einer Bausumme von 190000 Euro ist der zweite Bauabschnitt das größte Teilstück der auf drei Teiltranchen gestreckten Restaurierung des ältesten Rauschenberger Gebäudes.

Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung teilte mit, dass die Gelder für den dritten Bauabschnitt jetzt beantragt würden. Der Abschluss der Restaurierung solle mit einem Kostenaufwand in Höhe von 150000 Euro im kommenden Jahr erfolgen. Die Arbeiten erfolgten an der kompletten Turmfassade sowie an dem Teilstück zwischen dem Hauptportal und dem Turm.

Wie Bauleiter Jörg Weber (Amöneburg/Kirchhain) gegenüber dieser Zeitung erklärte, blieben die Bauleute zwar im Kostenrahmen, nicht aber im Auftragsrahmen des zweiten Bauabschnitts. Denn während der Restaurierung zeigte sich, dass die für das Bauwerk charakteristischen gotischen Fenster zum Teil erhebliche Schäden aufwiesen.

1966 wurde Fassade zuletzt erneuert

Das galt sowohl für die stellenweise löchrige Bleiverglasung und für das Fehlstellen aufweisende Maßwerk, wie die kunstvollen Sandstein-Ornamente im Giebel der Fenster genannt werden. Die Fenster mussten für die Restaurierung ausgebaut und durch Provisorien ersetzt werden, wie Jörg Weber erklärte. Die nicht eingeplanten Kosten für die Fenster bezifferte der Bauleiter auf 40000 Euro. Dementsprechend konnte die für den zweiten Abschnitt vorgesehene Fassaden-Restaurierung nicht vollständig erledigt werden.

Zuletzt hatte die Stadtkirche 1966 zur Rauschenberger 700-Jahr-Feier eine neue Fassade bekommen. Die das Gebäude strukturierenden behauenen Sandsteinblöcke hatten damals einen einen Anstrich im knalligen Rot-Orange erhalten. Als Kontrast dazu wurde auf die Feldsteinmauern ein weißer Zementputz aufgetragen. Von dieser Farbgebung ist heute nichts mehr zu erkennen.

Die Fachleute entfernten die Farbschicht von den Sandstein-Quadern, die wieder ihren natürlichen Farbton haben. Der alte Zementputz wurde komplett abgeschlagen.

Die Sande ergebenden Farbton

Bei Untersuchungen hatten Fachleute herausgefunden, dass die Fassade früher einen hellen rötlich-braunen Farbton besaß. Es wurde entschieden, diesen Farbton für die Fassade zu verwenden, wie diese Zeitung berichtete.

Aufwändig gestaltete sich die Zusammensetzung der richtigen Rezeptur auf der Basis natürlicher Baustoffe. Diplom-Restaurateurin Silke Schaper (Homberg/Ohm) fand die wichtigsten Zutaten: Ziegelmehl und drei rötliche und rot-braune Sande aus Niederwald von unterschiedlicher Körnung.

Die Sande geben dem Putz nicht nur die Farbe, sondern mit ihrer unterschiedlichen Körnung auch die notwendige Festigkeit, wie die Fachfrau erklärte.

Jörg Weber begründete die Notwendigkeit, einen sehr grobkörnigen Sand beizumischen, mit den sehr unterschiedlichen Profilen der Natursteinmauer. Teilweise habe der Putz richtig dick aufgetragen werden müssen; ohne den derben Sand wäre der Putz an diesen Stellen wieder abgefallen.

Wasserabführung solle Bauwerk

m dritten Bauabschnitt soll die wegen ihrer Lage am Berg besondere Wasserproblematik der Stadtkirche weitestgehend behoben werden, blickte Jörg Weber in die Zukunft. Eine gezielte Wasserabführung solle das Bauwerk schützen. Dagegen könne man gegen die von unten aufsteigende Feuchtigkeit nichts tun. Allerdings trockne der neue offenporige Putz im Gegensatz zum alten Zementputz wesentlich schneller ab.

Pfarrerin Kathrin Jung-Wittich würdigte das Engagement des Fördervereins, der sich mit erheblichen Summen in die beiden ersten Bauabschnitte eingebracht hatte. Sie hoffe auch zukünftig aus das Engagement des Vereins und auf die Spendenbereitschaft der Rauschenberger Bürger.

„Es wird weiterhin jeder Euro gebraucht“, sagte die Pfarrerin nicht allein mit Blick auf den dritten Bauabschnitt. Auch das Innere der Kirche schreit nach einer Restaurierung. Wann mit dieser beginnen werden könne, vermochte die Pfarrerin noch nicht zu sagen.

von Matthias Mayer

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