Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Regen

Navigation:
Neuer Anfang, nahes Ende

Erdaushub-Deponie Amöneburg Neuer Anfang, nahes Ende

Seit gut zwei Monaten ist die Amöneburger Erdaushub-Deponie geschlossen. Ab wann dort wieder Erde angeliefert werden kann, ist noch offen. Es kann sich um einen Zeitraum von zwei, drei, oder vier Wochen handeln.

Voriger Artikel
Richter-Plettenberg lädt Schulz aus
Nächster Artikel
Altes Amtsgericht: Der Schornstein ist baufällig

Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg (rechts) nahm am Freitagmorgen die Schlüssel zur Deponie aus den Händen von ALF-Geschäftsführer Friedhelm Holzapfel entgegen. Augenzeugen sind (von links) der neue Betreiber Volker Kais, Ortsvorsteher Herbert Fischer, Dr. Peter Zulauf und der beratende Geologe Gerd Hippenstiel. Foto: Matthias Mayer

Amöneburg. Das sagte der Florstädter Unternehmer Volker Kais am Freitag bei der Schlüsselübergabe vom bisherigen Betreiber Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) an die Stadt Amöneburg. Kais wird die Deponie im Auftrag der Stadt betreiben.

Wie Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg erläuterte, wird das Unternehmen aus der Wetterau laut Vertrag binnen eines Jahres 60000 Kubikmeter Erde anliefern und auch einbauen. Zudem seien für eine Übergangszeit auch Anlieferungen Dritter in einem vergleichsweise geringen Umfang möglich.

Das Problem: Die Deponie hat nach dem Rekultivierungsplan nur noch eine Rest-Kapazität von 100000 Kubikmetern. Da bleibt für weitere Anlieferer nicht mehr allzu viel Raum. Wie der ALF-Projektleiter Dr. Harald Reitze auf Anfrage der OP berichtete, wurden unter der Regie des ALF in Amöneburg jährlich 70000 bis 100000 Kubikmeter Erde in der Deponie eingebaut - ohne Anlieferungen der Firma Kais.

Damit ist klar, dass auf den neuen Anfang ein nahes Ende für die Deponie folgen wird. Michael Richter-Plettenberg stellte dann auch klar, dass die Zusammenarbeit mit der Firma Kais auf ein Jahr begrenzt sei. Dieses Jahr werde dazu nutzen, Erde so einzubauen, dass auf dem Gelände plateauartige Flächen entstehen, sagt der Bürgermeister. Diese dienen bereits der künftigen Nutzung der stadteigenen Deponie, die erwägt, dort, durch Investoren eine große Halle errichten zu lassen (die OP berichtete).

Eigentlich sollte der Betriebsübergang der Deponie vom ALF auf die Stadt Amöneburg nahtlos zum 1. September erfolgen. Nach Auskunft des Gießener Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde scheiterte dies daran, dass zu diesem Zeitpunkt längst noch nicht alle für die neue Betriebserlaubnis erforderlichen Unterlagen in Gießen vorlagen.

Formalien sind geklärt

Die Formalien mit dem RP seien inzwischen geklärt, die Zusage an die Stadt sei am Montag per Mail eingegangen. Nun warte die Stadt nur noch auf die Zusendung der offiziellen Verfügung, erklärte der Bürgermeister.

Michael Richter-Plettenberg würdigte die Kooperations- und Hilfsbereitschaft des vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Schwalm-Eder-Kreis getragenen ALF beim Betriebsübergang. Das gute Miteinander gehe so weit, dass der ALF für die Übergangszeit in dem Geschäftsführer Technik Dr. Peter Zulauf den „Betriebsbeauftragten Abfall“ stelle. Die Funktion könne die Stadt mit ihrem Personal nicht ausfüllen, sagte der Bürgermeister

Amöneburgs Ortsvorsteher Herbert Fischer forderte im Zusammenhang mit der Erddeponie künftig eine bessere Kommunikation in die Bevölkerung hinein. Weil diese nicht erfolgt sei, seien während der Zeit des Stillstands zum Teil abenteuerliche Parolen durch die Stadt getragen worden. Wichtig sei für die Amöneburger, dass sie auch während der Restlaufzeit der Deponie dort Erdaushub in kleineren Mengen anliefern dürften, erklärte Herbert Fischer.

Das sicherte Volker Kais dem Ortsvorsteher zu. Seine Mitarbeiter nähmen an, was angeliefert werde.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr