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Neuer Absatzmarkt für grüne Energie

Bioenergie heizt Gasdruckregelanlage Neuer Absatzmarkt für grüne Energie

Die Gasdruckregelanlage in Großseelheim bezieht seit dem 1. November 2012 Wärme aus regenerativen Energiequellen. Am Freitag wurde sie offiziell eingeweiht.

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Rudelbildung am roten Knopf: Mit Umweltministerin Lucia Puttrich wollten zehn Ehrengäste auf den funktionslosen Button drücken, den man vor lauter Händen nicht mehr sieht. Foto: Matthias Mayer

Großseelheim. Zahlreiche Gäste waren zu dem unscheinbaren Zweckbau an der Landesstraße zwischen Marburg und Kirchhain gekommen, um das nach Auskunft von Betreiber E.on Mitte AG europaweit einzigartige Projekt zu feiern.

In der Tat erschließt die technische Einrichtung mit dem sperrigen Namen den erneuer­baren Energien einen neuen und beträchtlichen Absatzmarkt, denn Gasdruckregelanlagen sind regelrechte Energiefresser. Die Großseelheimer Anlage liegt direkt an der großen Gas-Pipeline. Das Gas aus der Pipeline erreicht die Anlage mit einem Druck von 90 Bar. Zur Einspeisung in das regionale Gasnetz muss dieser Druck von 90 auf 14 bis 15 Bar reduziert werden. Dabei würde das Gas ohne Erwärmung sofort gefrieren. Der jährliche Wärmebedarf in Großseelheim: 1,3 Millionen Kilowattstunden. Damit ließen sich jährlich 50 Einfamilienhäuser mit Wärme versorgen.

80 Prozent dieser Energie­menge steuern in Großseelheim die „Erneuerbaren“ bei. Das auf dem Gelände der Anlage erbaute Solarthermie-Kollektorfeld - mit 355 Quadratmetern das größte in Hessen - steuert 200 Megawattstunden bei. Die Hauptlast trägt die Großseelheimer Biogasanlage Heinrichsthal, die 800 Megawattstunden beisteuert. Für die Großseelheimer Nahwärme-Genossenschaft ist E.on Mitte ein ganz wichtiger Kunde, kann sie an die E.on doch auch während der warmen Jahreszeit Wärme verkaufen.

Solarthermie zur Aufheizung von Gasdruckregelanlagen einzusetzen, sei in Europa bislang einzigartig, würdigte Thomas Weber, Vorstandsmitglied der E.on Mitte AG, das in Kooperation mit der Universität Kassel verwirklichte Projekt, das in Großseelheim jährlich 240 Tonnen des Treibhausgases CO2 einspare. Weber verwies auf das große Potenzial für Solarthermie und Biomasse; schließlich gebe es deutschlandweit 1000 Gasdruckregelanlagen. Das Großseelheimer Vorhaben wertete er als wichtigen Baustein im Nachhaltigkeitskonzept des E.on-Konzerns. Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) würdigte den in Großseelheim sichtbaren Technologie-Fortschritt. Die Technologie sei auf dem Gebiet der Erneuerbaren viel weiter entwickelt als gemeinhin bekannt. Das stimme sie mit Blick auf die Energiewende zuversichtlich.

von Matthias Mayer

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