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Neue Schöffen leisten Eid in Amöneburg

Ortsgericht Neue Schöffen leisten Eid in Amöneburg

Am Ortsgericht in Amöneburg gab es einen Wechsel. Nun wirkt endlich auch eine Frau in der ­Riege der Männer mit.

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Wolfgang Mengel und Maria Prückler-Diehl (vorne links) sind die neuen Schöffen am Ortsgericht Amöneburg. Willi Ferdinand Krähling (vorne, Dritter von links) ist neuer stellvertretender Vorsitzender, Roland Ott (hinten, rechts) und Wilhelm Gockel haben ihr Ehrenamt niedergelegt.

Quelle: Katja Peters

Amöneburg. 20 Jahre seien genug. Zumal er auch noch in vielen weiteren Gremien und Gutachterausschüssen aktiv ist. Roland Ott, nun ehemaliger Schöffe am Ortsgericht in Amöneburg, hätte gerne noch weitergemacht.

„Aber keine zehn Jahre“, betonte der selbstständige Architekt, der die gute Zusammenarbeit mit seinen Amtskollegen lobte. Eine Einkürzung sei aber leider nicht möglich gewesen, das habe ihm der Geschäftsführer des Amtsgerichts, Stephan Stähr, in einem Vieraugengespräch so mitgeteilt. „Ich habe sehr viel gelernt in den letzten 20 Jahren“, sagte Roland Ott, der von Anfang an auch stellvertretender Vorsitzender des Ortsgerichts war. Durch dieses Ehrenamt konnte er sich weiterentwickeln. Er sei dann eben auch in die Gutachterrolle hineingewachsen, die ihm einen Posten im Gutachterausschuss des Landkreises Marburg-Biedenkopf einbrachte. Roland Ott: „So kam eins zum anderen und ich musste eine Entscheidung treffen.“ Nichtsdestotrotz stehe für ihn fest: „Jeder muss in seinem Leben mal ein Ehrenamt bekleiden.“

Mit ihm wurde auch Wilhelm Gockel aus den Reihen der Ortsgerichtsschöffen verabschiedet. Er musste aufhören, weil er seinen Wohnsitz nicht mehr in der Stadt Amöneburg hat. „Damit erlischt sein Ehrenamt“, erklärte Andrea Hülshorst, neue Leiterin des Amtsgerichts an der Niederrheinischen Straße.

Ortsgericht ist "hessische Spezialität"

Für sie waren die Verabschiedung und auch die Ernennung der beiden neuen Schöffen die erste offizielle Amtshandlung. Etwas ganz Wichtiges sei das Ortsgericht und eine „hessische Spezialität“. Ihre Erfahrung: „Viele schimpfen lieber, als sich selbst zu engagieren.“

Willi Ferdinand Krähling ist schon seit 2005 Ortsgerichtsschöffe und wurde nun zum stellvertretenden Vorsitzenden berufen. „Ich kenne mich eigentlich sehr gut aus und weiß, worauf ich mich einlasse“, sagte er, nachdem ihm Andrea Hülshorst die Urkunde des Landes Hessen verliehen hatte.

Bei den zwei neuen Mitgliedern ging es dann doch förmlicher zu. Maria Prückler-Diehl und Wolfgang Mengel sprachen mit gehobener rechter Hand die Eidesformel nach und sind nun Ehrenbeamte. Damit unterliegen sie unter anderem auch der Verschwiegenheitspflicht.

Karl-Heinz Kräling hatte sie sozusagen für das Amt geworben. „Es sind Aufgaben, die Spaß machen“, betonte der Vorsitzende des Ortsgerichts, der sich auf die Zusammenarbeit mit den beiden neuen Mitgliedern freut.

Acht bis zehn Arbeitseinsätze

Neugierig sei sie auf die neue Aufgabe und „es hat sich sehr interessant angehört“, so Maria Prückler-Diehl, die vorher noch nie mit dem Ortsgericht zu tun hatte. Die Verbindung zu ihrem Beruf als Architektin und auch, dass sie wieder dazulernen kann, hätten sie überzeugt.

Ähnlich ging es auch Wolfgang Mengel. Er brauchte zwar ein paar Tage Bedenkzeit, hat sich dann aber doch für das Ehrenamt entschieden. „Ich bin beruflich sehr stark eingebunden, dennoch hat mich das Aufgabengebiet gereizt“, so der Hochbautechniker.

Auf acht bis zehn Einsätze schätzt Karl-Heinz Kräling das Arbeitspensum. Dabei handelt es sich um Schätzungen von Bauwerken oder Wohnflächen nach Scheidungen oder bei Erbnachlässen. „Also um alles, was gerichtlich geklärt werden muss“, weiß Wolfgang Mengel, was ihn erwartet. Er und seine Schöffenkollegen werden vom Vorsitzenden zu den Liegenschaften geschickt und müssen dann einen Punktekatalog abarbeiten. Die Ergebnisse gehen zur Aufarbeitung zurück zu ihm.

Bürgermeister Michael Plettenberg ließ es sich dann auch nicht nehmen, vor Ort zu sein. „Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, betonte das Stadtoberhaupt, der sich bei den beiden scheidenden Ortsgerichtsschöffen bedankte und die beiden neuen Schöffen natürlich herzlich begrüßte.

von Katja Peters

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