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Neue Radiologie arbeitet ab Montag

Stadtallendorf Neue Radiologie arbeitet ab Montag

Der Probebetrieb ist wie ursprünglich geplant ­gelaufen. Alle Genehmigungen für die neue "Radiologie Mittelhessen" liegen vor.

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Der neue Magnetresonanztomograph wurde ausführlich getestet und ist einsatzbereit.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Am Montag beginnt der Betrieb in der neuen radiologischen Praxis im Stadtallendorfer Gesundheitszentrum in der Niederkleiner Straße - trotz des tragischen Todes von Dr. Eberhard Crayen. Der 67-Jährige war am 15. Dezember von einem 53 Jahre alten Arzt in einer radiologischen Praxis in Marburg erschossen worden. Der 53-Jährige erschoss sich anschließend selbst. Die bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten ergeben, dass Konflikte über die Zukunft der Marburger Praxis Motiv für die Tat des 53-Jährigen gewesen sein dürften.

Die OP hatte einen Tag nach der Bluttat bereits berichtet, dass es für die Stadtallendorfer Praxis eine klare Perspektive gibt. Das hat sich endgültig bestätigt.

Regelung mit der Kassenärztlichen Vereinigung

Alle erforderlichen Genehmigungen liegen vor. Am Mittwochabend erfolgte die TÜV-Abnahme der medizinischen Geräte. „Wir haben schließlich eine gute Lösung in dieser Situation gefunden und werden das Vermächtnis von Dr. Crayen erfüllen“, erklärte am Freitag Konrad Busch, einer der Geschäftsführer der Herrenwald Wohnbau GmbH. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter der Siedlungsgenossenschaft Herrenwald und hatte das Gesundheitszentrum errichtet.

Zwischen Busch und Crayen hatte sich in den vergangenen Monaten eine sehr enge, persönliche Zusammenarbeit entwickelt. Entscheidend war es in den Tagen nach den dramatischen Ereignissen in Marburg, eine Regelung mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen zu finden. Das ist gelungen. „Uns liegen alle nötigen Genehmigungen vor“, erklärt Peter Klehm, ab Januar ein weiterere Geschäftsführer der Herrenwald im Gespräch mit der OP.

Man habe für einen Radiologen eine „Beauftragung im Todesfalle“ erteilt, um den Praxisbetrieb sicherzustellen, erläuterte Petra Bendrich, Sprecherin der KV, gegenüber der OP.

Terminkalender ist gut gefüllt

Unter dem Strich heißt das, dass alle Patienten, die bereits Termine in der „Radiologie Mittelhessen“ vereinbart hatten, diese wie geplant wahrnehmen können. „Der Terminkalender ist gut gefüllt“, sagt Klehm, der den Aufbau der Praxis mitbegleitet hatte.

Allerdings müsse sich der Praxisbetrieb jetzt zunächst einspielen, deshalb werde man die Patienten in den ersten Wochen zunächst in einer etwas größeren Taktung behandeln als gewöhnlich. Auch das hatte Crayen bereits vor Monaten in einem Gespräch mit dieser Zeitung so angekündigt.

Dr. Alexander Juraschka war zuletzt angestellter Radiologe im Diagnostikzentrum in Marburg und hatte lange mit Crayen zusammengearbeitet. Er gilt als erfahrener Radiologe, der unter anderem auch in Hamburg und Leverkusen tätig gewesen ist.

Crayen hatte Juraschka die Anstellung in Stadtallendorf bereits frühzeitig angeboten. Die Radiologie Mittelhessen verfügt über einen Magnet­resonanztomographen (MRT), einen Computertomographen sowie Röntgengeräte.

Dass sich eine Radiologie in Stadtallendorf ansiedelt, galt bereits bei der Planung dieses Teiles des Gesundheitszentrums als ganz wichtiger Entwicklungsfaktor.

Es gibt bereits Gespräche mit weiteren Ärzten anderer Fachrichtungen über eine Niederlassung, wie diese Zeitung berichtete. Vor diesem Hintergrund erhält die Nachricht, dass die Praxis wie geplant öffnet, zusätzliche Bedeutung.

von Michael Rinde

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