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Neue Nutzung statt Leerstand

Workshop Neue Nutzung statt Leerstand

Gut ein Dutzend Interessenten kamen zum Scheunen-Workshop nach ­Kleinseelheim. Fachleute gaben Antworten auf die Frage: Leere Scheune - was nun?

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Es braucht viel Phantasie, doch auch aus diesem alten Gemäuer kann Wohnraum werden. Davon überzeugten sich 13 Teilnehmer des Scheunen-Workshops in Kleinseelheim. Fotos: Klaus Böttcher

Kleinseelheim. Die Stadt Kirchhain hatte zu der Veranstaltung in Kooperation mit dem Kleinseelheimer Ortsbeirat eingeladen. Sie fand statt im Rahmen des Programms „Stadtumbau in Hessen“ und des Projekts „Leerstandsmanagement“, über das die Städte Kirchhain, Stadtallendorf und Rauschenberg mit fachlicher Unterstützung durch das Marburger Büro Dr. Buchenauer nach Rezepten gegen Leerstand suchen. Als Gastgeber fungierte der Kleinseelheimer Ortsvorsteher Prof. Dr. Rainer Waldhardt.

Die Idee zu einem Scheunen-Workshop sei entstanden, als es bei einem anderen Projekt im Gespräch mit Dr. Renate Buchenauer um den Leerstand in den Dörfern ging. Im Vorfeld zu diesem Workshop gab es bereits ­eine Ausstellung mit dem Thema Altbausanierungen in Kleinseelheim. Die Reihe werde im Herbst mit einer Ausstellung zu Baustoffen fortgesetzt, kündigte der Ortsvorsteher an.

Dr. Renate Buchenauer war zusammen mit ihrem Mann H. Werner Buchenauer als fachkundige Ansprechpartner zu dem Workshop gekommen. Sie zeigten sich erstaunt über das Interesse von Bürgern aus unterschiedlichen Gemeinden. Dr. Buchenauer sprach von einer teilweise erschreckenden Leerstands-Entwicklung im ländlichen Raum, die in der hiesigen Region weniger die Wohnhäuser, als die landwirtschaftlichen Nebengebäude beträfen.

Damit war sie bereits mitten im Thema, für das sich Workshop-Teilnehmer aus Wehrda, Caldern, Anzefahr, Sindersfeld, Schweinsberg, Langenstein, Kirchhain und Kleinseelheim interessierten. Einige besitzen einen Hof mit leerstehenden Nebengebäuden und planen, etwas aus den Gebäuden zu machen. Andere haben Interesse, ein derartiges altes Gebäude zu erwerben und auszubauen. Beide Gruppen einte ein Bedürfnis: Sie wollten bei dem Workshop viel über die Möglichkeiten des Um- oder Ausbaus von alten Gebäuden erfahren.

Nach der kurzen Einweisung ging es in die Praxis. Helmut Zinkan hatte seine leerstehende Scheune dazu zur Verfügung gestellt. Er hat noch keine konkrete Planung, trägt sich aber mit dem Gedanken des Ausbaus. Das Büro Dr. Buchenauer hatte schon Vorarbeit geleistet und das klassische dreiteilige Gebäude (Stall, Scheune und Lager) nicht nur unter die Lupe genommen, sondern Pläne gezeichnet und kopiert, sodass jeder Teilnehmer ein Exemplar erhielt. Schon bei der ersten Betrachtung des Gebäudes tauchten Fragen auf, die sich beim äußeren und inneren Rundgang fortsetzten. Das Ehepaar Buchenauer wurde nicht müde, ­alle Fragen geduldig zu beantworten.

Viele Fragen gab es auch noch bei der Aufarbeitung im Dorfgemeinschaftshaus, wo auch Beispiele von bereits um- oder ausgebauten Gebäuden gezeigt und erklärt wurden. Bei den Fragen drehte es sich vielfach um die bautechnischen Möglichkeiten, die Beachtung des Denkmalschutzes oder den Kosten.

von Klaus Böttcher

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