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Luftbelastungen

Neue Messtechniken schaffen Klarheit

Bis zum Herbst soll es ­gesicherte Erkenntnisse darüber geben, ob es in den zu untersuchenden Gebäuden im Stadtallendorfer DAG-Gebiet ­Luftbelastungen gibt.
In der Vergangenheit gab es in Stadtallendorf umfangreiche Altlastensanierungen, teilweise unter erheblichen Schutzvorkehrungen. Archivfoto

In der Vergangenheit gab es in Stadtallendorf umfangreiche Altlastensanierungen, teilweise unter erheblichen Schutzvorkehrungen.

© Archivfoto

Stadtallendorf. Eine Hausbewohnerin wandte sich Ende vergangenen Jahres an die HIM GmbH, verantwortlich für die Altlastensanierung im Auftrag des Landes. Bekannt war, dass es Luftbelastungen im Keller des Hauses gibt. Es ist ein früheres Lagergebäude des Sprengstoffwerkes der DAG.

Als die Experten der HIM in den Wohnräumen des Gebäudes erhöhte Werte feststellten waren sie alarmiert und reagierten in Absprache mit dem Regierungspräsidium Gießen (RP). In dem Haus sind jetzt Luftwäscher mit Aktivkohle aufgestellt, es gab außerdem Lüftungsempfehlungen und immer wieder Nachmessungen. „Inzwischen sind alle Werte deutlich heruntergegangen“, sagt Zlatko Resic, Projektleiter der HIM in Stadtallendorf. Das Haus war zu Zeiten der DAG ein sogenanntes Toluol-Lager. Toluol ist einer der Grundstoffe des Sprengstoffes TNT. Er wurde teils im Werk Allendorf produziert, teils angeliefert und anschließend weiterverarbeitet. In der Regel befand sich jenes Toluol nebst anderen Stoffen wie zum Beispiel Benzol in Tanks.

Dieser Fall löste intensive Recherchen in den Archiven von HIM und RP aus. Erste Untersuchungen von einigen alten Lager- und heutigen Wohn- und Betriebsgebäuden gab es nach Angaben des RP bereits in den 1990er-Jahren und außerdem  verschiedene Begehungen im Jahr 2002. Inzwischen hat sich die Messtechnik erheblich weiterentwickelt, was jetzt sehr genaue Nachweise ermöglicht. In der Vergangenheit war dies so nicht möglich. Jetzt werden in den nächsten Wochen insgesamt 17 solcher „Altgebäude“ des ehemaligen Sprengstoffwerkes untersucht, wie die HIM informierte. Wie das RP erläutert, sind zwei dieser früheren Lager der DAG aufgeteilt worden. Somit geht es defacto um 19 Häuser. Bei einigen von ihnen wird es sogar die erste Luftuntersuchung überhaupt geben. Zwei der Häuser sind aktuell nicht bewohnt. „Wir haben uns alles noch einmal angesehen und wollen jeden Zweifel ausschließen“, sagt Projektleiter Resic.

Keine vorgeschriebenenGrenzwerte für Stoffe

Das Regierungspräsidium wie auch die HIM betonen, dass sie keine akute Gefahren für Hausbewohner sehen. „Eine akute Gefährdung der Bewohner der betroffenen Gebäude wird derzeit nicht gesehen. Sie kann allerdings auch nicht völlig ausgeschlossen werden, weshalb die Raumluft der Gebäude untersucht werden soll“, erklärt die Gießener Behörde.

Gebäude, bei denen eine Belastung durch in der Luft befindliche Mono-Nitro-Toluole schon länger bekannt ist, sind aktuell nicht bewohnt, erklärt das RP. Nach Recherchen dieser Zeitung ist ein Wohnhaus in der Warthestraße, das in der Vergangenheit wegen Schimmels und auch Altlasten in die Schlagzeilen kam, auch darunter.

International anerkannte Grenzwerte für jene durch ihren Marzipangeruch bekannten Mono-Nitro-Toluole (MNT) gibt es nach Behördenangaben nicht. Sowohl Toluole wie auch MNT gelten als gesundheitsgefährdend und möglicherweise krebserregend. Mit MNT hatten die Altlastensanierer während der Arbeiten im DAG-Gebiet in den vergangenen Jahrzehnten am häufigsten zu tun. Zwar gibt es keine Grenzwerte, aber sogenannte „tolerable Raumluftkonzentrationen“, sagt Kreissprecher Stephan Schienbein stellvertretend für das Gesundheitsamt.

Für viele Gebäude gibt es bereits Termine

Inzwischen sind alle Betroffenen informiert. Mit zwei Dritteln von ihnen gebe es schon Termine für die Messungen, erklärt Resic. Sollten Belastungen festgestellt werden, so gibt es mehrere Reaktionsstufen. Zuerst kämen Luftwäscher zum Einsatz. Sollten sie nicht ausreichen, so installiert das Land dort feste Lüftungsanlagen. Es ist auch nicht auszuschließen, dass im Fall der Fälle Sanierungen nötig werden könnten.
HIM und RP sehen die jetzt veranlassten Untersuchungen nach dem neuesten Stand der Messtechnik als reine Vorsichtsmaßnahme, um Risiken auszuschließen. „Ein Nullwert, sprich der Nachweis, dass es keine Belastungen gibt, ist auch ein klares Ergebnis“, sagt der HIM-Projektleiter.

Positiv für alle Betroffenen: Sie haben richtig gehandelt und für ihre Häuser und Grundstücke einst Sanierungsvereinbarungen mit dem Land Hessen getroffen. Für sie wird es keinerlei Kosten geben, weder durch Messungen noch durch das, was unter Umständen anschließend nötig wird. Die Kreisbehörden waren seitens der HIM von Anfang an über die Entwicklung informiert, ebenso die Stadtverwaltung. Zuständig ist das Gesundheitsamt allerdings nach Angaben von Kreissprecher Schienbein nicht direkt. Altlasten sind Sache des RP. Allerdings stehe das Gesundheitsamt allen Betroffenen bei Fragen auch gerne zur Verfügung.

von Michael Rinde


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