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Neue Heimat für geplagte Störche

Tragödie Neue Heimat für geplagte Störche

Immer wieder fliegen die Störche an der Radenhäuser Lache den Mast an, auf dem sie gebrütet hatten - doch sowohl das Nest als auch ihre Eier sind verschwunden. Sie wurden Opfer von Windböen.

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Verzweifelt flog das Storchenpaar gestern immer wieder den Mast an, auf dem es sein Nest eingerichtet hatte. Zum Glück steht ein neuer „Storchenmast“ in dem Gebiet, den es annimmt. Pate ist Thomas Hoos (kleines Foto, rechts), über dessen Engagement sich Amöneburgs Vogelschutzbeauftragter Robert Cimiotti (Mitte) und Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner sehr freuen.Fotos: Waldhüter, privat

Kirchhain. Die starken Windböen zerstörten am Montag nicht nur einen Teil des Dachgebälks der Kirchhainer St.-Elisabeth-Kirche, sondern fegten an der Radenhäuser Lache auch das Nest eines brütenden Storchenpaares vom Mast.

„Die Eier sind leider verloren“, berichtet Robert Cimiotti, der Vogelschutzbeauftragte der Stadt Amöneburg und Betreuer der Radenhäuser Lache. Selbst wenn die Eier den Sturz überstanden hätten, wären sie wohl der Kälte zum Opfer gefallen, betont Cimiotti.

Im vergangenen Jahr hatten fünf Storchenpaare an der Radenhäuser Lache gebrütet. Trotz des schlechten, kalten und regenreichen Sommers überlebten zehn Jungvögel, die zum Überwintern in den Süden zogen.

Neue Plattform erst vor wenigen Tagen errichtet

Auch in diesem Jahr brüten wieder fünf Storchenpaare in dem idyllischen Gebiet. Ursprünglich, um einem weiteren Storchenpaar eine Brutmöglichkeit anzubieten, war vor wenigen Tagen eine weitere Plattform installiert worden - was sich nun als Glücksfall entpuppt: „Das Storchenpaar, das sein Nest und sein Gelege verloren hat, hat das neue Nest sogleich angenommen“, freut sich Cimiotti und hofft, dass es dort bald zu einer Nachbrut kommt.

Wie viele Eier sich in dem zerstörten Nest befanden, kann der Vogelschutzbeauftragte nicht sagen: „Das weiß man erst, wenn nach 28 Tagen die Schnäbelchen aus dem Nest schauen“, erklärt er.

Die neu errichtete Plattform wurde auf einem bestehenden Holzmast der Elektrizitätsgesellschaft Eon Mitte aufgesetzt und ist vom Beobachtungsstand der Radenhäuser Lache gut einzusehen. Bedingt durch den milden Winter und das nasse Frühjahr, sei es erst jetzt möglich gewesen das Gelände bis zum Standort zu befahren, um mit Hilfe eines Gerüstes die Plattform auf den Mast zu setzen, so Cimiotti.

Die Patenschaft für den Storchenmast übernimmt Thomas Hoos, Inhaber der Storchenapotheke in Kirchhain. Den Namen habe er gewählt, weil die Gegend bekannt für Störche sei, erzählt Hoos. Die Idee dafür sei ihm beim Joggen gekommen.

Mast soll wieder für Störche zugänglich werden

Der Apotheker finanziert die Unterkonstruktion, die eine Kirchhainer Firma aus verzinktem Stahl hergestellt hat. Zudem übernimmt er die Kosten, die beim Montieren der Plattform entstanden. Die Stadt Kirchhain leistete durch den städtischen Bauhof Unterstützung beim Zusammenbau und der Installation.

Cimiotti lobte Hoos und Bürgermeister Jochen Kirchner, der das Projekt wohlwollend unterstützt habe. „Das haben wir gerne gemacht“, entgegnete Kirchner.

Die Plattform aus Holz hatte die Staatliche Vogelschutzwarte Hessen, Saarland und Rheinlandpfalz mit Sitz in Frankfurt gestiftet. Möglichst schnell soll nun, nach der Zerstörung des Nestes, die Nutzung des Mastes für die Störche wieder möglich gemacht werden.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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