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Neue Gebühren werfen Fragen auf

Abwassergebühr Neue Gebühren werfen Fragen auf

Eigentlich wollten die Bürgermeister von Wohratal, Amöneburg und Kirchhain über die Einführung der getrennten Abwassergebühr informieren, doch dann erlebten sie erst einmal eine Überraschung.

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Die Verantwortlichen auf einer versiegelten Fläche: Jochen Kirchner (vorne, im Uhrzeigersinn), Volker Dornseif, Michael Richter-Plettenberg, Peter Hartmann, Pia Susanne Becker und Elvira Scheiermann (Bautechnikerin).

Quelle: Florian Lerchbacher

Kirchhain / Wohratal / Amöneburg. „Bis zur Ausgabe der Fragebögen dauert es noch zweieinhalb Monate“, sagte Pia Susanne Becker von der Geschäftsleitung der ADN Consulting, die sich um die Vorbereitung der Einführung der gesplitteten Abwassergebühr kümmert. Bei den Bürgermeistern Michael Richter-Plettenberg (Amöneburg), Peter Hartmann (Wohratal) und Jochen Kirchner (Kirchhain) sowie bei Kirchhains Bauamtsleiter Volker Dornseif sorgte sie mit dieser Aussage für Verwunderung, schließlich wollten die vier Männer in dem Pressetermin eigentlich erläutern, was auf die Bürger zukommt. Kurz zuvor hatten sie die Termine für Bürgerversammlungen zum Thema bekannt gegeben: am 24. Mai im BGH Kirchhain, am 25. Mai in der Mehrzweckhalle Roßdorf, am 26. Mai im BGH Emsdorf, am 30. Mai im BGH Großseelheim sowie am 31. Mai im BGH Betziesdorf. Die Versammlung in Wohratal fand gar am selben Abend statt.

Nach einem kurzen Augenblick der Skepsis ob der Verschiebung in ihrem Zeitplan waren sich die Bürgermeister einig: Im Notfall führen sie die getrennte Abwassergebühr eben nicht wie geplant zum 1. Januar 2012 ein sondern ein Jahr später. Ohnehin wolle kaum jemand diese Neuerung – auch wenn sie fairer sei. Zudem hagele es Kritik aus der Bürgerschaft: „Mir werden ständig 30 Jahre alte Schriftstücke vorgelegt, in denen die Bürger aufgefordert werden, ihr Wasser in den Kanal zu leiten“, berichtet Michael Richter-Plettenberg und betont, dass den Gemeinden die Hände gebunden seien, schließlich setzten sie durch die neue Gebührenordnung ein Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes um. Da sie das Verfahren eingeleitet hätten, seien sie auf der sicheren Seite, freuten sich die drei Bürgermeister und zeigten sich offen für Veränderungen am Zeitplan.

Bisher berechnen die Gemeinden die Abwassergebühr anhand der verbrauchten Trinkwassermenge, zukünftig soll sie in Kosten für Schmutzwasserbeseitigung und Kosten für Niederschlagswasserbeseitigung aufgeteilt werden – die Kommunen erhalten dadurch keine Mehreinnahmen, betonen die Bürgermeister und orakeln: Bei Mehrfamilienhäusern werden die Gebühren niedriger ausfallen, bei „normalen Häusern“ werde sich nicht viel ändern, große Betriebe oder Höfe, die wenig Frischwasser verbrauchten, müssten sich auf eine Steigerung der Kosten einstellen. Um Geld zu sparen, könnten Bürger zum Beispiel Zisternen einrichten oder Möglichkeiten schaffen, dass das Wasser auf ihren Flächen versickert.

von Florian Lerchbacher und Karin Waldhüter

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