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Narren erobern Rathaus im Sturm

Stadtallendorf Narren erobern Rathaus im Sturm

Sturm und peitschender Regen haben die Stadtallendorfer Narren zwar durchgeschüttelt und durchnässt. Trotzdem haben sie durchgehalten und am Ende einen klaren Sieg davongetragen.

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Die Narren hatten gut lachen. Bürgermeister Christian Somogyi hatte dank Hilfe der Polizei Handschellen an. Im Hintergrund lachte Generalmajor Andreas Marlow. Fotos: Michael Rinde

Stadtallendorf. Vor dem Rathaus wehten die Vereinsfahnen des FCKK und der Kolpingfamilie im Wind, am Eingang der Stadthalle drängten sich einige Narren zusammen, wie eine kleine Reserve. Auf dem Vorplatz stand dann aber trotz Sturm und Regen eine Schar von knapp 30 Narren bereit. Pünktlich um 11.11 Uhr starteten sie den Angriff auf die Verwaltungs-Festung. Im Büro von Bürgermeister Christian Somogyi blieben die Verteidiger im Trockenen. Somogyi hatte reichlich erfahrene Unterstützer um sich geschart, darunter den Stadtallendorfer Divisionskommandeur Andreas Marlow, seine beiden Stellvertreter Stephan Thomas und Bert van Maaswaal und Heinz Frank, Leiter der Polizeistation Stadtallendorf. Hinzu kam der Magistrat.

Sturm und peitschender Regen haben die Stadtallendorfer Narren zwar durchgeschüttelt und durchnässt. Trotzdem haben sie durchgehalten und am Ende einen klaren Sieg davongetragen.

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Die Narren mit Prinzessin Andrea I. und Prinz Jens I. an der Spitze teilten gestern trotz des Wetters eifrig aus. Sie formulierten klare Forderungen an Bürgermeister und Magistrat. So verlangten sie, dass die Hälfte des Magistrats künftig aus Narren besteht und die übrigen auch nach Aschermittwoch bitte Narrenkappen tragen sollten. Somogyis Antwort: „Wir geben uns das ganze Jahr Mühe, dass Sie den Stoff für Ihre Reden bekommen.“ Schweinsbergs Sitzungspräsidentin Claudia Umbeck verlangte, dass der Bürgermeister den Regen doch endlich abstelle. Keine Chance. Der Chef der Rathausverteidiger ließ die Angreifer herzlos weiter im Regen stehen. Aufgeben wollte er nicht.

Handschellen für den Bürgermeister

Die Narren hatten auch das allgemeine Klagen über fehlendes Geld im Ohr. Sie hatten darum ihre eigene Währung mitgebracht. „1111“-Euro-Scheine hatten sie im Gepäck. „Ihr Gejammer hängt uns zum Hals raus“, formulierte Michael Feldpausch vom FCKK und auch Stadtverordneter. Als dann aber ein Streifenwagen vorfuhr, beugte sich Somogyi doch. Flugs eilten die Narren die Treppe hoch, Klickklack, der Bürgermeister war fachmännisch angekettet. Den Rest des Festes feierten die Narren in der trockenen Stadthalle weiter. Dort gab es dann die obligaten Orden für verdiente Karnevalisten der zu Ende gehenden Kampagne. Prinz Jens I. aus Wohratal bekam bescheinigt, dass er seine Sache gut gemacht habe. Somogyi bezeichnete das als Beleg der Integrationskraft Stadtallendorfs. Auch Nicht-Narren wurden bedacht. Neben den Generälen erhielten die beiden Stadthallentechniker eine Ehrung. Viele Abende hatten sie für optimale Verhältnisse in Stadtallendorfs guter Stube gesorgt.

von Michael Rinde

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