Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Närrische "Derr" ist wieder weit offen

33 Jahre Roßdorfer Carnevalsclub Närrische "Derr" ist wieder weit offen

Die Narren des Roßdorfer Carnevalclubs zeigten zum "3x11"-Jubiläum, was sie können: 250 Jecken feierten am Freitag in der Mehrzweckhalle, Unzählige säumten am Samstag bei „Roßdorf on tour“ die Straßen.

Voriger Artikel
Ein Kampf um die Chancengleichheit
Nächster Artikel
„Die Menschheit ist ärmer geworden“

Die Gardemädchen gelten als ein Aushängeschild des RCC, sind sie doch auch Teil der erfolgreichen Nachwuchsarbeit.

Quelle: Karin Waldhüter

Roßdorf. Ein gut aufgelegtes Narrenvolk, bestens präparierte Aktive und Garden, die eine hervorragende Jugendarbeit verrieten, waren am Freitagabend die Garanten für eine mehr als gelungene 33. Jubiläumsprunksitzung des Roßdorfer Carnevalclubs. Rund 120 Bühnenaktive nahmen die Besucher viereinhalb Stunden lang mit auf eine Reise durch 33 Jahre Vereinsgeschichte.

Traditionell eröffneten elf Trommelschläge den Abend. Der karnevalistische Schlachtruf „Rissderf Derr Zou“ brachte­ die Halle das erste Mal zum ­Beben. Mit 51 Tänzerinnen und Tänzern, sorgten die Garden auf der Bühne für einen echten ­Augenschmaus. Sie sind das Aushängeschild des RCC, der keine Nachwuchssorgen kennt und dafür ein einfaches Rezept kennt. „Man muss die Jugend ins Boot holen, denn wenn das Enkelchen tanzt, dann kommt auch der Opa in die Halle“, verriet Sitzungspräsident Christopher Greb.

Die Narren des Roßdorfer Carnevalclubs ließen es zum "3x11-Jubiläum" so richtig krachen: 250 Jecken feierten am Freitag, 11.11., in der Mehrzweckhalle, unzählige säumten am Samstag bei „Roßdorf on tour“ die Straßen.

Zur Bildergalerie

Den Auftakt machte die ­Ex- und Inthronisierung des Kinderprinzenpaares. Pia I. (Esch) und Luca I. (Fuchs) übergaben das Zepter für zwei Jahre an das neue Kinderprinzenpaar ­Timon I. (Rausch) und Fortuna I. (Gundrum). „Off des Pudels Kern“ beschränkte sich der Vorsitzende Stephan Maus bei seinem Rückblick auf die Vereinsgeschichte.

„Großen Respekt für das, was hier geleistet wird, für Roßdorf und die Jugend“, erklärte Schirmherrin, Landrätin Kirsten Fründt, in einem Grußwort.

Marcus Braun, Vorsitzender des Bezirks VII. der Interessengemeinschaft Mittelhessischer Karneval (IGMK) würdigte den Verein. „Der RCC ist eine Familie, so was hab ich selten erlebt“, betonte er und hatte noch eine Überraschung im Gepäck. Gemeinsam mit Kirsten Fründt überreichte er für die Pflege des Brauchtums Karneval an Heike und Stephan Maus den goldenen Verdienstorden.

Ehrung für die „Narrenzentrale“

Das Ehepaar bilde die Roßdorfer Narrenzentrale, lobte Braun. Den Vorstandsorden überreichte Alterspräsident, Gründungsmitglied und Urgestein des RCC Winfried Bieker mit sichtbarer Freude an Stephan Maus und Sören Luzius. Von den acht aufgerufenen Gründungsmitgliedern nahmen fünf die Ehrung entgegen. Theo Luzius, Monika Bieker, Winfried Bieker, Norbert Rausch und Reinhard Rausch wurden mit einem Orden und der Vereins-CD geehrt.

„Wenn wir euch als außenparlamentarische Opposition nicht hätten, gäbe es ja gar keine Kritik mehr“, erklärte Bürgermeister Michael Plettenberg in seinem Grußwort. Der RCC mache Karneval für alle Generationen, betonte er und versprach, in der nächsten Kampagne wieder auf der Bühne zu stehen. Im Namen der Roßdorfer Vereine und des Ortsbeirats gratulierte Rudolf Rhiel. Der RCC habe enorme Anstrengungen unternommen, um den heutigen Stand zu erreichen, wobei der Schwerpunkt bei der Ausbildung der Garden liege, betonte er. Neben den Auszeichnungen für 22-jährige und mehr als 11-jährige Mitgliedschaft wurden Anja und Ralf Röhrig und Michael Hoppe während einer Sonderehrung für die vielfache Unterstützung ausgezeichnet.

„Versaute­ ­Engel“ beim „Zehdeborngeschwätz“

Seit über zehn Jahren bilden Stephan Maus und Winfried Bieker ein karnevalistisches Traumpaar. Als „Versaute­ ­Engel“ entfesselten sie beim „Zehdeborngeschwätz“, das seit langen Jahren fest mit dem Roßdorfer Carneval verbunden ist, Begeisterungsstürme. Winfried Bieker sorgte als „unqualifizierte Engelsfachkraft“, der in das beschauliche Amöneburg geschickt, nur Chaos verbreitet und dem Bürgermeister sogar einen Namen geklaut hat, für reichlich Gelächter. „Als ich meinte, du sollst die Polizei ­wegen des Marktplatzes zum Pletti schicken, meinte­ ich net du sollst dem Pletti einen Polizist als Gegenkandidat schicken“, schimpfte Chefengel ­Stephan Maus.

Die Auftritte der RCC-Prinzengarde, Jugendgarde und der Präsidentengarde belegten mit perfekten Darbietungen eindrucksvoll den hohen Leistungsstand der Gruppen, dem Tanzmariechen Alissa Jansen und das RCC-Tanzpaar Tessa Wiegand und Max Pöltl in nichts nachstanden.

Die „Klatschweiber“, von Marius Maus trainiert, sorgten tänzerisch und mit tollen Verkleidungen für Stimmung. Für ­einen weiteren Höhepunkt war die Gruppe „Federwisch“ verantwortlich. Sie stand schon 1998 auf der Bühne, war seither aber lange nicht mehr im Programm. Zum Jubiläum waren einige aus der Urformation wieder dabei. Mit sexy Hüftschwung und tollten Kostümen heizte das Männerballett die „Flying Hipos“ gleich zweimal die Stimmung an.

Helmut Ried kommt als Wolle Petry

Die Afföllergemeinde Marburg und die „Wasserhähne“ Roth brachten die 70er-Jahre und ­einen Gardetanz auf die Bühne. Vor dem großen Finale, bejubelte das Publikum Schlagerstar Wolfgang Petry, alias Helmut Ried. Rosenmontagsstimmung herrschte am Samstagnachmittag auf Roßdorfs Straßen. Bei toller Stimmung säumten Unzählige die Straßen und feierten mit den Aktiven. Mit lautem Getöse zogen 18 Gruppen auf Festwagen oder zu Fuß Kamelle werfend und fröhlich winkend durch den Ort. Angeführt von der Musikgruppe Roßdorf folgte nach langen Jahren wieder der RCC-Festwagen mit dem aufwändig restaurierten RCC-Pferd „Edewod“.

Insgesamt stellte der Jubiläumsverein fünf Festwagen, und die RCC Flohgarde, Kindergarde, Jugendgarde, Prinzen- und die Präsidentengarde geleiteten den Zug zu Fuß. Die „Klatschweiber“ machten Stimmung und das alte und neue Kinderprinzenpaar Timon I. und Fortuna I. warfen fleißig Goldtaler in Form von Schokolade.

Den Abschluss bildete der bunte Festwagen mit Mitgliedern des Vorstands und des Vorbereitungsteams. Die Feuerwehr sorgte für Sicherheit, und die „Feuerzwerge“ fuhren auf einem Wagen mit. Bunt kostümiert waren der Kindergarten, der Tuoro Club, der Gesangverein, der Sportverein und die St. Martin Schule mit dabei.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr