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Nächstes Mal geht‘s in den großen Saal

Konzert Nächstes Mal geht‘s in den großen Saal

Freunde des irischen Folk-Rocks kamen am Freitag in Stadtallendorf beim Konzert von Paddy Schmidt und seinem Bassist Uwe "Uhu" Bender voll auf ihre Kosten.

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Paddy Schmidt (links) und Uwe „Uhu“ Bender unterhielten das Publikum im ausverkauften Jugendzentrum,Foto: Nadine Kalbfleisch

Stadtallendorf. Paddy Schmidt und Uwe Bender verwandelten das ausverkaufte Jugendzentrum „Babylon“ mit Melodien der Grünen Insel in ein „Irish Pub“ - zwar ohne Whiskey und Guinness, aber mit viel Gesang und Geklatsche, Gelächter und Geschichte(n).

„Klein und gemütlich“ hatten sich der Organisator, Stadtjugendpfleger Walter Mengel, und die Gäste aller Altersgruppen den Konzertabend gewünscht und sich gegen den großen Saal als Veranstaltungsort entschieden. Das Konzept ging auf: In der Atmosphäre eines verlängerten Wohnzimmers spielten die Musiker im kleinen Thekenraum mitten im Publikum und verwandelten das Jugend- in ein Kulturzentrum.

Mit rauchiger Stimme und rustikalen Klängen wurden rund 50 Gäste aus der Arbeitswoche in die Geschichte Irlands entführt. Dass kein Platz zum Tanzen blieb, schadete nicht weiter: „Ihr Leute habt hart geschafft und wollt relaxen“, kommentierte Bender am Bass, bevor er schwungvoll mit Schmidt in das Traditional „Leaving of Liverpool“ einstieg. An den irischen Osteraufstand 1916 erinnerte die Ballade „Only our Rivers Run Free“, deren wehmütige Stimmung vor allem durch Schmidts Mundharmonika-Einlagen zum Tragen kam.

Bilder der irischen Landschaft beschworen die Klassiker „Take Me Home to Mayo“, „Down by the Sally Gardens“ und „Doolin Bay“ herauf, bei denen die Gäste förmlich den Geruch der Torffeuer riechen konnten. Auch den „Wild Rover“ spielte das Duo erfrischend traditionell ohne Nordseeküsten-Geschunkel der Sorte „Santiano“.

Dass sich Schmidt in der irisch- britischen Geschichte auskennt wie in der Westentasche seiner Biker-Jacke, bewies er anhand von Anekdoten zu jedem Song. Sein Kulturinteresse hatte der Songwriter auch vor ein paar Jahren in der Lesung seines Reiseberichtes „Far Away - Mit der Harley zum Nordkap“ demonstriert, die er unter seinem bürgerlichen Namen Harald Kligge ebenfalls im Stadtallendorfer Jugendzentrum gehalten hatte.

Bejubelt wurden am Freitagabend jedoch nicht nur irische Evergreens seiner jüngsten CD „In Good Company“, sondern auch bekannte Lieder der Band „Paddy goes to Holyhead“, deren Frontmann und Gitarrist Paddy Schmidt seit mehr als 20 Jahren ist. Zwar ohne die bandtypische irische Fiedel, aber mit Reibeisenstimme und irischem Akzent interpretierte er „Here’s to the People“, „All around the World“ und „Far Away“ neu. Für Gänsehaut sorgten die gefühlvollen Abschlusslieder „Fields of Athenry“ und „Last Song“.

Den Bogen zwischen keltischen Klängen und hessischer Kleinstadt spannten Paddy und „Uhu“ nicht ganz ernstgemeint: „Jetzt spielen wir ein Lied über Stadtallendorf: Dirty Old Town“, grinste Schmidt, der schon zum vierten Mal im dortigen Jugendzentrum auftrat. Die Stadtallendorfer trugen dies mit Humor und entließen ihn und seinen Alsfelder Bassisten „Uhu“ erst nach mehreren Zugaben.

Das Konzert war innerhalb von zwei Tagen ausverkauft gewesen, und Walter Mengel plant einen weiteren Auftritt von Paddy Schmidt - diesmal aber dann doch im großen Saal und mit der ganzen Band „Paddy goes to Holyhead“.

von Nadine Kalbfleisch

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