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Nächste Horrornacht für Brandschützer

Brandserie Nächste Horrornacht für Brandschützer

Fünf Wochen war die letzte Brandserie in Stadtallendorf her. In der Nacht auf Ostersonntag standen in der Stadt erneut Mülltonnen in Flammen – zudem brannte ein Teil einer Tennishalle ab.

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So sah es in der Innenstadt am Morgen nach dem Brand an der Tennishalle und schräg gegenüber aus.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Die Brandschützer der Stadt Stadtallendorf haben es derzeit schwer, ihre Freizeit unbeschwert zu planen. Immer wieder werden sie nachts aus dem Schlaf gerissen und zu brennenden Mülltonnen gerufen – und müssen sich oftmals noch um schwerwiegendere Folgen der Feuer kümmern. Vor fünf Wochen galt es, 15 Menschen aus einem Haus zu retten, in dem Müll angezündet worden war. In der Nacht auf Ostersonntag mussten sie mehrere Stunden lang die Seiten einer Tennishalle in der Innenstadt löschen, die in Flammen gestanden hatte.
Insgesamt sechs Einsatzstellen gab es in der jüngsten Horrornacht für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die mitten in der Nacht um 1.57 Uhr alarmiert worden waren. „Zusammen mit dem Rettungsdienst rückten wir zu einer Tennishalle in der Schulstraße aus“, berichtet Feuerwehrsprecher Dirk Mann. Noch auf dem Weg sei ihnen aufgefallen, dass es dort eine solche Einrichtung aber nicht gebe: „Dann war schnell klar, dass die Halle in der Stadtmitte gemeint ist – also haben wir umgedreht. Dort brannte die gesamte Giebelseite.“ Und zusätzlich schräg gegenüber noch eine grüne Tonne samt umherstehender Dosen.

Noch während die Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, kam direkt die nächste Meldung: In der Mozartstraße standen Mülltonnen beziehungsweise -container in Flammen. Entsprechend machte sich der Einsatzleitwagen der Feuerwehr Stadtallendorf Mitte auf den Weg dorthin, um die Situation zu kontrollieren. „Da es hieß, der Container stehe direkt an einem Haus, aber da keines unserer Einsatzfahrzeuge an der Tennishalle abkömmlich war, alarmierten wir die Feuerwehren Erksdorf und Schweinsberg“, erklärt Mann und ergänzt, dass die zweite brennende Mülltonne sich auf einem Spielplatz befand.

Die Umstände deuten auf den Feuerteufel hin

Doch damit noch lange nicht genug: Nur wenige Minuten später folgte die Alarmierung in die Albert-Schweitzer-Straße, wo ebenfalls eine brennende Mülltonne gemeldet worden war. Nach Erksdorf und Schweinsberg kamen daher auch noch Wolferode und Hatzbach zum Einsatz – sowohl beim Mülltonnenbrand als auch an der Tennishalle, wo weitere Atemschutzgeräteträger benötigt wurden.

Als dann ein weiterer Tonnenbrand ebenfalls in der Albert-Schweitzer-Straße auf der Agenda der Einsatzstellen auftauchte, folgte dann noch die Alarmierung der Kameraden aus Niederklein, so dass sämtliche Stadtteilwehren neben der Kernstadtwehr im Einsatz waren. Schweinsberg half mittlerweile an der Tennishalle aus. Insgesamt schlugen sich somit 65 ehrenamtliche Feuerwehrleute, der Führungs- und Lagedienst und diverse Rettungskräfte die Nacht um die Ohren.
Während die Tonnebrände, wie Mann berichtet, relativ schnell und einfach (die eine hatte auch nicht, wie befürchtet, nah an einem Haus gestanden) unter Kontrolle gebracht  waren, hieß es für die Kernstädter noch bis morgens um 6 Uhr aktiv zu sein: Viele Stunden der Nachlöscharbeiten wie unter anderem die Suche nach Glutnestern waren notwendig (Foto: Feuerwehr).

„Über die Ursache des Feuers an der Tennishalle können wir nur spekulieren – doch das wollen wir eigentlich nicht. Die Tendenz ist nach den vergangenen Monaten aber natürlich klar“, resümiert Mann. Alles deutet darauf hin, dass ein Feuerteufel in Stadtallendorf sein Unwesen treibt – vielleicht auch mehrere. Jedenfalls steckt der Unbekannte immer wieder Mülltonnen in Brand. Auch wenn derzeit, so Mann, nicht klar ist, was an der Tennishalle in Brand gesetzt wurde: Es ist nicht zu übersehen, dass an dieser Seite des Gebäudes eine Reihe Mülltonnen steht – nicht zu vergessen die abgebrannten Tonnenreste von schräg gegenüber. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

von Florian Lerchbacher

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