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Nach der Saison ist vor der Saison

Serie Saisongarten Nach der Saison ist vor der Saison

Stauden zurückschneiden, Frühblüher setzen und Rasen düngen: Im Oktober, wenn die aktuelle Gartensaison endet, wird der Grundstein gelegt für einen blühenden Garten im nächsten Jahr.

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Im Herbst sollten unter anderem Rosen leicht zurückgeschnitten werden – und zwar bevor der erste richtige Frost kommt.

Quelle: Thorsten Richter

Stadtallendorf. Bunt blühende Blumen und Stauden, ein saftig grüner Rasen und dichte Hecken – das ist der Traum eines jeden Gärtners. Damit der eigene Garten im nächsten Jahr wieder in voller Pracht steht, gilt es im Herbst, bevor der erste richtige Frost kommt, noch einige Dinge zu erledigen.

Stauden, Sträucher, Hecken und Büsche sollten 
zurückgeschnitten werden. Dafür ist es im Oktober höchste Zeit. So bekommen die Pflanzen mehr Kraft für den Austrieb im Frühjahr. Entfernt werden können abgestorbene, kranke und zu lange Äste. „Bei mehrjährigen Stauden schneidet man die braunen, vertrockneten Blüten und Blätter ab“, erläutert Gärtnermeister Jürgen Kreißl, der in Stadtallendorf einen Gartenbaubetrieb leitet. Dabei sei aber auch immer Vorsicht geboten. „Lieber zu wenig wegschneiden als zu viel“, betont der Experte.

Das gilt auch für Rosen und Flieder: „Der Herbstschnitt bei Rosen dient eigentlich nur dazu, über den Winter Pflanzenkrankheiten zu verhindern“, so Kreißl. Denn über die „Schnittwunden“ könnten Erreger eintreten und die Pflanze schwächen. Daher gelte es, rechtzeitig vor dem ersten harten Frost zu schneiden. „Damit die Schnittstellen entsprechend heilen können“, ergänzt der Gärtnermeister. Erst im Frühjahr werden die Rosen dann radikal zurückgeschnitten.

Bei Hortensien sollte ein Radikalschnitt ganz vermieden werden. Denn Hortensien bilden bereits im Herbst die Knospen für das nächste Jahr. „Schneidet man zu viel ab, bleibt die nächste Blüte aus“, erklärt Kreißl, der dazu rät, nur die verwelkten Blätter dieser Gewächse zu entfernen.

Für den Rhododendron ist ein Rückschnitt ebenfalls problematisch. Denn er bildet die Knospen für das Folgejahr schon direkt nach der Blüte.
Für die Hecken im Garten hat der Stadtallendorfer Gärtner ebenfalls einen Tipp parat: „Sie dürfen nicht zu spät geschnitten werden, denn wenn Frost durch die Schnittwunden eindringt, bekommen die Äste braune Stellen, die nicht so schön aussehen.“ Daher gelte es, den Heckenschnitt bis Mitte Oktober zu erledigen.

Blumenzwiebeln für Frühlingsblüher gehören im Herbst in die Erde. Die Knollen für Narzissen, Tulpen, Hyazinthen, Schneeglöckchen und Krokusse werden vor dem ersten Frost gesetzt. So ist gewährleistet, dass sie um Ostern herum auch blühen. Narzissen-Zwiebeln kommen etwa eine 
Handbreit unter die Erde, Schneeglöckchen und Krokusse werden einfach untergehoben.

Auch Bambus sollte, damit er gut anwachsen kann, bis Ende 
Oktober gepflanzt werden. „Laubgehölze und Hecken kann man den gesamten Winter über pflanzen, solange es frostfrei ist“, erklärt Kreißl.

Empfindliche Pflanzen werden durch das Abdecken vor Frost geschützt. Wer Pflanzen und Gewächse im Garten hat, die Kälte nicht vertragen, sollte diese abdecken. Dazu eignen sich entsprechende Planen und Schutzhüllen oder auch eine alte Decke. Frostempfindliche Knollenpflanzen wie Dahlien werden vor dem ersten Bodenfrost ausgegraben und bis zum Frühjahr an einem kühlen Ort aufbewahrt.

Rasen mähen, düngen und das Laub rechen. „Wie kurz der Rasen im Herbst gemäht wird, ist eigentlich egal“, sagt Gärtnermeister Jürgen Kreißl. Wichtig dafür, dass der Rasen gut durch den Winter kommt, ist der richtige Dünger. „Wer seinem Rasen etwas Gutes tun will, der düngt ihn im Herbst mit einem Kali-Dünger“, so Kreißl.

Das mache die Rasenpflanzen zellfest und erhöhe 
deren Widerstandskraft gegenüber den niedrigen Temperaturen im Winter. Das Laub im Garten sollte man zwar zusammenrechen, „aber nicht alles entfernen“, betont Kreißl. Ein wenig könne ruhig liegen gelassen werden. Denn: „Davon können sich Kleinlebewesen wie Würmer ernähren, was wiederum dem Boden in Form von Humus zugute kommt.“

Zu guter Letzt sollten Gartengeräte und Möbel für den Winter gut und sicher verstaut werden. Werkzeuge, 
 Rasenmäher, Grill und Gartenmöbel sollten im Herbst gereinigt und gesäubert ein Quartier im Haus, dem Keller oder einer Gartenhütte beziehen. So werden sie vor unnötigen Schäden durch Regen, Schnee und Kälte geschützt und können im nächsten Frühjahr wieder zum Einsatz kommen.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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