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Nach dem "Netto"-Aus läuft Plan B

Wohratal Nach dem "Netto"-Aus läuft Plan B

Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann hat nach dem Aus für einen "Netto"-Markt im Gewerbegebiet Halsdorf ein erstes Informationsgespräch mit tegut über das Konzept "Das Lädchen für alles" geführt.

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In Wittelsberg existiert ein Dorfladen, wie er in Wohratal derzeit gewünscht wird. Archivfoto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Wohratal. Gerade bei den älteren Bürgern im Ort sei die Enttäuschung über die Netto-Absage im Januar sehr groß gewesen, unterstreicht Halsdorfs Ortsvorsteher Hans-Georg Scheufler. Ein Lebensmittelmarkt sei das, was in der Infrastruktur im Dorf noch dringend fehle.

Ähnlich äußert sich auch Hannelore Keding-Groll, Ortsvorsteherin in Wohra. „Der Bedarf ist einfach da“, bringt sie es auf den Punkt. Sie wie auch Scheufler zeigen dabei offen Sympathie für einen Dorfladen. in einem der Ortsteile.

Unterstützung bekommt sie dabei auch von Angelika Falker, Ortsvorsteherin in Hertingshausen, wo sich die Bürger beim Einkaufen häufig in Richtung Gemünden (Wohra) orientieren. Doch Falker ist sich sicher: „Viele würden sicherlich nach Feierabend auf dem Heimweg gerne in einem Laden in Halsdorf oder Wohra einkaufen.“

Ende Januar kam die Nachricht, dass sich die Netto-Geschäftsführung gegen einen Marktstandort im Gewerbegebiet Halsdorf entschieden hate, bei Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) an. Seit dem 1. April ist die Gemeinde Wohratal nun auch formal nicht mehr an einen Investor gebunden. Am 31. März lief der geschlossene Vertrag mit dem Investor JFP in Pohlheim aus. Seit dem Aus seitens „Netto“ hat es auch keinen Kontakt mehr zwischen Bürgermeister und Investor gegeben, wie Hartmann im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte.

Für das geplante Gewerbegebiet, zumindest für einen ersten Teilabschnitt, hatte Investor JFP einen noch nicht fertiggestellten Bebauungsplan-Entwurf in Auftrag gegeben. Hartmann spricht sich dafür aus, den Entwurf auf Kosten der Gemeinde fertigstellen zu lassen. „Damit hätten wir baurechtlich gesehen Gewerbeflächen zur Verfügung, wenn sie gebraucht werden“, begründet Hartmann seinen Plan. Er will jetzt allerdings zunächst prüfen, wie hoch die Kosten für eine Fertigstellung des Bebauungsplan-Entwurfes wäre. Die von der OP befragten Ortsvorsteher und Hartmann sind, was die Lebensmittelversorgung angeht einer Meinung. Hartmann hatte in der Vergangenheit bereits betont, dass sich bei der Lebensmittelversorgung in der Gemeinde etwas tun müsse - und zwar unabhängig davon, ob sich ein „Netto“-Markt ansiedeln lässt. Er beschäftige sich derzeit intensiv mit dem Thema, sagt Hartmann. „Plan B muss jetzt anlaufen“, sagt er.

Hinter „Plan B“ könnte sich tatsächlich ein Konzept für einen Dorfladen verbergen. Hartmann hat bereits ein erstes, unverbindliches Gespräch mit dem Unternehmen „tegut“ geführt. „Tegut“ bietet in Kooperation mit der Lebenshilfe das Projekt „Das Lädchen für alles“ an.

Wo sich überhaupt ein solcher Dorfladen in Wohratal ansiedeln ließe, ist noch gänzlich ungeklärt.

Momentan müssen sich Wohratals Bürger in Richtung Rauschenberg, Kirchhain oder auch Gemünden (Wohra) orientieren, wenn sie Lebensmittel einkaufen möchten. Zuletzt existierte ein Dorfladen im Ortsteil Halsdorf, der aber laut Scheufler aus gesundheitlichen Gründen von der Betreiberin wieder aufgegeben wurde. „Wir sollten jede Möglichkeit ausschöpfen, einen solchen Dorfladen wieder anzusiedeln“, betont Scheufler, der sich für ein solches Projekt auch persönlich engagieren würde. Schließlich betrieben seine Eltern in der Vergangenheit selbst ein kleines Lebensmittelgeschäft.

Scheufler will auch die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes im Gewerbegebiet noch nicht ganz zu den Akten legen. „Vielleicht bringt es noch was, wenn wir mit anderen Investoren Gespräche führen“, sagt er. Hannelore Keding-Groll hielte einen Dorfladen, der zugleich auch mit einer Begegnungsstätte verbunden wäre, für zukunftsfähig.

von Michael Rinde

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