Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Nach Kirchners Verzicht beginnt Suche

Kirchhain Nach Kirchners Verzicht beginnt Suche

Vertreter der drei Koalitionsfraktionen in Kirchhain äußern großes Bedauern, aber auch Respekt für Jochen Kirchners Entscheidung, nicht mehr für das Bürgermeisteramt zu kandidieren.

Voriger Artikel
Wo Welten sich kennenlernen wollen
Nächster Artikel
Tauben fliegen vier Millionen Kilometer

Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) hört in anderthalb Jahren auf. Jetzt sind die Parteien in Sachen Kandidatensuche gefordert.

Quelle: Archivfoto: Florian Lerchbacher

Kirchhain. Die breite Mehrheit der Kirchhainer Bürger dürfte am Dienstag von der Nachricht überrascht worden sein. Für die Vertrauten Jochen Kirchners (parteilos) bei CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP war es keine Neuigkeit. Kirchner hatte sie vorab über seine Entscheidung, keine dritte Amtszeit anzustreben, informiert.

Damit ist in der Ohmstadt, wo voraussichtlich im März nächsten Jahres das Stadtoberhaupt gewählt werden wird, eine politisch neue Situation entstanden. Zunächst äußerten die drei Fraktionsvorsitzenden der Koalition aber Respekt und Bedauern für Kirchners Entscheidung. SPD-Frontmann Olaf Hausmann erklärte, dass er Kirchners Entscheidung akzeptiere und sie nicht zu kommentieren habe.

Kirchner hatte sich am Montag gegenüber der OP erklärt und familiäre Gründe für seinen Schritt angegeben. Zudem wollte er die Parteien frühzeitig über seinen Verzicht auf eine Kandidatur ins Bild setzen, um ihnen Zeit für eine Kandidatensuche zu geben.

Herausforderung für Koalition und Opposition

Eine Herausforderung wie auch Chancen birgt die entstandene Situation in Kirchhain jetzt sowohl für die oppositionelle SPD als auch für die Koalitionsparteien.

Dass die SPD einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2016 stellen wird, stand laut Hausmann schon vor der Entscheidung fest, erste Gespräche gibt es parteiintern wohl bereits. Doch jetzt wird dieser Kandidat oder die Kandidatin nicht mehr gegen einen Amtsinhaber antreten - die Karten werden neu gemischt. „Das ist eine neue wie auch interessante Situation. Wir werden einen geeigneten Kandidaten zum geeigneten Zeitpunkt aufstellen“, sagt Hausmann, der auch Mitglied im Stadtverbandsvorstand ist.

In den vergangenen mehr als zehn Jahren hat sich das Bündnis zwischen den drei Koalitionsparteien und Bürgermeister Kirchner ausgesprochen stabil präsentiert. Die als Wählerinitiative gestartete Koalition hatte Kirchner vor seinem Wahlsieg über Klaus Hesse (SPD) systematisch aufgebaut.

Ein Wegbegleiter Kirchners der ersten Stunde ist Reiner Nau von den Grünen. „Wir haben im Vorfeld darüber gesprochen, ob es eine Möglichkeit gibt, dass Jochen Kirchner bleibt. Doch die persönlichen Gründe für seine Entscheidung sind natürlich nachvollziehbar“, sagt Nau. Jetzt stünden zunächst einmal Gespräche in der eigenen Partei an. Dann müsste gesehen werden, ob es politische Schnittmengen mit anderen möglichen Partnern gebe.

FDP und CDU senden klare Botschaft

„In der CDU und auch mit unseren Partnern werden wir in den nächsten Wochen die Kandidatenfrage und die Inhalte der Arbeit in Ruhe besprechen“, bezieht Uwe Pöppler, Fraktionsvorsitzender der CDU, Position. Generell sieht er gute Chancen für die Fortsetzung des Bündnisses über die nächsten beiden Wahltermine hinaus. In Kirchhain könnte die Bürgermeisterwahl theoretisch zeitgleich mit der Kommunalwahl stattfinden.

„Bei uns geht es zunächst so weiter, wie wir es den Wählern versprochen haben“, sagt Angelika Aschenbrenner, Vorsitzende der FDP-Fraktion. Sie nannte es gestern „ehrenhaft“, dass Kirchner seine Entscheidung so früh getroffen und verkündet habe. Ansinnen aller Beteiligten sei es, sich wieder auf einen gemeinsamen Kandidaten zu verständigen.

Alle drei Sprecher der Koalition äußern ihre Überzeugung, dass sich der Amtsinhaber bis Juli 2016 weiter für Kirchhain engagieren werde, wie es Nau ausdrückt.

Reinhard Heck, Stadtverordneter der Linken, wurde von der Nachricht überrascht. Er will zunächst Gespräche mit den Gremien seiner Partei führen, bevor er sich äußert.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Kirchner bleibt noch anderthalb Jahre

Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) kandidiert nicht für eine dritte Amtzeit. Von einem "Abgesang" auf sich will er aber noch nichts wissen.

mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr