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Awo Neustadt

Nach Aus für den Verein entsteht die Ortsgruppe

Die Awo muss in Neustadt andere Wege einschlagen. Wieder fand sich kein Vorstand. Doch die Awo-Arbeit vor Ort kann über einen formalen Umweg trotzdem weitergehen.
Die entscheidende Abstimmung: Der geschäftsführende Vorstand soll nach einer zweiten Entscheidung die Streichung des Vereins beantragen. Foto: Karin Waldhüter

Die entscheidende Abstimmung: Der geschäftsführende Vorstand soll nach einer zweiten Entscheidung die Streichung des Vereins beantragen.

© Karin Waldhüter

Neustadt. „Ohne Vorstand können wir kein Verein sein, und den haben wir nicht“, brachte es die Ehrenvorsitzende Elfriede Reich in ihrer Ansprache auf den Punkt. In der ordentlichen Hauptversammlung am 29. März war die Vorstandswahl zum ersten Male gescheitert. Da auch in der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagnachmittag kein Vorstand gebildet werden konnte, beauftragten die Mitglieder den geschäftsführenden Vorstand in einer ersten Abstimmung, die Streichung als „eingetragener Verein e.V.“ beim Registergericht zu beantragen.

Die Abstimmung verlief eindeutig: Mit 30 Ja-Stimmen und einer Nein-Stimme sprachen sich weit mehr als die benötigte Zweidrittel-Mehrheit für die Streichung als eingetragener Verein aus. Binnen vier Wochen muss eine weitere Abstimmung erfolgen. Der Termin wurde auf den 2. September festgelegt. Zunächst hatten der Awo-Kreisvorsitzende Henner Thielemann, der sich während der letzten Mitgliederversammlung nicht mehr als Vorsitzender der Awo-Neustadt zur Verfügung gestellt hatte, und die Ehrenvorsitzende Elfriede Reich über die Sachlage informier. Bei der Aussprache danach ging es vor allem um vereinsrechtliche Fragen und den Verbleib des Vereinsvermögen. Wie Henner Thielemann hob auch Elfriede Reich hervor, dass der heutige Tag sie traurig gestimmt habe. Er bedeute aber auch, dass die Arbeit unter dem Dach des Kreisverbands weitergeführt werden könne.

Wie viele Vereine leidet die Awo Neustadt an Überalterung, jüngere Mitglieder rücken keine nach. Derzeit zählt der Verein insgesamt 100 Mitglieder. „Wenn wir den Ortsverein auflösen, können wir als Ortsgruppe des Kreisverbandes weiterarbeiten“, unterstrich noch einmal Thielemann. Während mit der Vereinsgründung das Ziel verbunden gewesen sei, dem Kreisverband den Zugriff auf die Konten des Vereins zu verwehren, werde nun der Prozess wieder umgekehrt.

Neustädter behalten ihr gespartes Vermögen

„Wenn Elfriede Reich damals nicht die Vereinseintragung beantragt hätte, wäre der Ortsverein um einiges Geld leichter geworden, weil der damalige Kreisvorsitzende Zugriffsrecht auf das Vermögen des Vereins hatte“, erinnerte Thielemann.

Er betonte, dass das Vermögen des Vereins als eigenständiges Vermögen vom Kreisverband weitergeführt werde. „Wir können frei über unser Geld verfügen, das Vermögen bleibt uns“, versicherte Reich. Sie verwies auf Besprechungen und Beschlüsse im Vorfeld. Um zum Beispiel Fahrten zu bezuschussen, müssten sie auch zukünftig nicht anklopfen, um nachzufragen, erklärte sie. Die Buchführung wird vom Kreisverband übernommen. Wie in der Vergangenheit muss über die Gelder Rechenschaft abgelegt werden. Die Entlastung übernimmt der Kreisausschuss.

Die Arbeit der Awo-Neustadt werde weiterlaufen, auch der Vereinsraum bleibe erhalten, betonte Reich. Irene Henrich wird in Zukunft die Belege sammeln. Gisela Schäfer wird sich wie bisher um die Handarbeitsgruppe, Geburtstage, Jubiläen und Trauerfälle kümmern. Doris Seifart und Walter Zinser werden sich weiter für die Frühstückstreffs und Weihnachtsfeiern einsetzen und Elfriede Reich wird auch weiterhin für den Bereich „Essen auf Rädern“ da sein. Gemeinsam mit Bernd Waldheim, seinem Stellvertreter im Kreisverband, strebe man eine enge Zusammenarbeit an, kündigte Thielemann an.

Am Schluss ein Appell an alle Mitglieder

Geplant ist eine Zusammenarbeit zwischen Thielemann, Bernd Waldheim, Elfriede Reich und Irene Henrich. Eine Mitgliederversammlung wird es auch weiterhin geben. Thielemann sicherte von Seiten des Kreisverbandes zu, alle Mitglieder anzuschreiben, um eine Erklärung abzugeben, in der Ortsgruppe zu verbleiben. Wenn keine gegenteilige Nachricht erfolge, verbleiben die Mitglieder in der Awo-Ortsgruppe. „Jetzt sind wir wieder da, wo wir vor 12 Jahren waren. Ich denke, für die Mitglieder und uns ist es so, wie wir es geregelt haben, das Beste“, erklärte Reich in einem Schlusswort.

Für sie sei es ein trauriger Tag, aber auch ein Tag versehen mit der Zuversicht, dass es weiter gehe. „Bleibt Mitglieder, es geht weiter!“, appellierte sie an die Anwesenden. Die Entscheidung samt den Protokollen der Mitgliederversammlungen und Sitzungen sollen dem Registergericht zugehen.

von Karin Waldhüter


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