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Nach 54 Jahren ist Schluss mit lustig

Karneval Nach 54 Jahren ist Schluss mit lustig

Am Ende der närrischen Sitzung der Frauengemeinschaft St. Katharina stand das Pfarr- und Jugendheim Kopf: Ganz in Weiß nahm Faschings-Urgestein Anna Schindler Abschied von der Bühne.

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Es wird Zeit für den Nachwuchs: Für Anna Schindler (links) muss die Frauengemeinschaft nun Ersatz finden.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Als Anna Schindler zum „Platten Stück“ die Bühne betritt, lacht das Publikum bereits. Gemeinsam mit Christa Schäfer, Birgit Schmitt und Renate Bachofner nimmt sie als „ausgeborgter Vedder Jupp“ in Ahndörfer Platt manches Stadtallendorfer Geschehen auf die närrische Schippe. Zum Beispiel nehmen sie sich der plötzlich verschwundenen Engelskostümen an, erklären die Kirche in Niederklein zum Dom in Oberhessen und berichten, dass in Emsdorf acht Tage hintereinander Beichtgelegenheit war. „Gell, Herr Pfarrer Vogel, bei uns reicht ein Tag“, fragt Anna Schindler mit Lämmchenblick von der Bühne herab.

Als Postbote ist in einer kleineren Rolle die KFD-Vorsitzende Brigitte Huhn mit dabei, die unterhaltsam durch das Programm führte. Manch einer wird an diesem Abend Christa Bieker auf der Bühne vermissen. Nach 40 Jahren hatte sie 2015 ihre närrische Karriere beendet.

„Sensationelle außergewöhnliche Modenschau“ mit „bombastischen“ Kopfbedeckungen

Zum Höhepunkt des Abends wird dann zwar nicht der rote, aber dafür der blaue Teppich auf einem der Tische ausgerollt. Perfekt als Harald Glööckler verkleidet präsentiert Cornelia Viertelhausen „Die Haute Couture von old Ahndörf City“- eine „sensationelle außergewöhnliche Modenschau“ mit „bombastischen“ Kopfbedeckungen, frechen Früchtchen und einer Lady in Red. Wie eine Braut, prinzessinnenhaft in Weiß gehüllt, mit roter Perücke und Blumen im Arm, tritt Anna Schindler vor das begeisterte Publikum und sorgt damit für einen Knalleffekt.

Die Theatergruppe der KFD St. Katharina - mit Helga Breitenstein, Sandra Ulrich, Birgit Schmitt, Cornelia Viertelhausen, Renate Bach­ofner, Christa Schäfer, Renate Huhn, Verena Peter und erstmals Birgit Görge - bildet einen Halbkreis um die 79-Jährige, die im Mai ihren 80. Geburtstag feiert. Stellvertretend für alle Mitglieder sagt Cornelia Viertelhausen „1000 Dank“.

Seit 1962 steht Anna Schindler bei der Frauengemeinschaft auf der Bühne. Nach 54 Jahren macht sie Schluss. „Der Schnabel geht noch, aber das Fahrgestell nicht mehr“, sagt sie auf ihre so typische Art.

Loriot-Sketch „Bettenkauf“ sorgt für die meisten Lachsalven

Nach vier Stunden Programm haben die Besucher bereits zahlreiche Höhepunkte erlebt. Aus dem zehn Punkte umfassenden Programm sticht der Loriot-Sketch „Bettenkauf“ besonders hervor, der für die meisten Lachsalven sorgte. Eigentlich will das älter Ehepaar (Renate Huhn, Helga Breitenstein) nur ein neues Bett kaufen. Doch erst gibt es Kommunikationsprobleme mit dem freundlichen Verkäufer (Cornelia Viertelhausen), und dann gesellt sich beim Probeliegen auch noch ein weiteres Paar dazu (Sandra Ulrich und Verena Peter).

Für Abwechslung zwischen den Sketchen sorgt ein flotter Tanz im blauen Glitzeroutfit. Eine besondere Herausforderung stellen sicherlich die ständig wechselnden Kostüme, Masken und Bühnenbilder dar. Dass hinter und neben der Bühne alles glattlief, dafür sorgten Ulrike Mai und Ursula Weitzel.

von Karin Waldhüter

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