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"Mystery" zieht von Dorf in Stadt um

Filmprojekt "Mystery" zieht von Dorf in Stadt um

666 Pflöcke soll der Teufel in den Sumpf geschlagen haben, um das Fundament für Neustadt zu schaffen -eine Sage, die wie gemalt ist für die heimischen "Brüder Grimm 2.0" und ihre "Mystery"-Reihe.

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Während der Teufel die Außenmauer des Junker-Hansen-Turms hochgeritten sein soll, halten sich Manuel Weitzel (oben) und
Felix Müller lieber am Fuß des größten Fachwerkrundbaus der Welt auf.Foto: Florian Lerchbacher

Neustadt. Guselfreunde aufgepasst! Felix Müller und Manuel Weitzel setzen noch einen - oder besser zwei - drauf. Sie machen aus ihrer „Dorf-“ eine „Stadt-Mystery“ und drehen für ihre beliebte Reihe in Neustadt und seinen Stadtteilen nicht „nur“ einen Film, sondern eine­ aus vier Teilen bestehende Serie, die ein großes Ganzes ergeben soll.

„Es gibt mehr Orte und mehr Material - entsprechend wird alles noch spannender“, schürt Weitzel die Lust auf das neueste Werk. Und das, obwohl noch nicht eine Sekunde ihres neuen „halbdokumentarischen“ Filmkunstwerkes im Kasten ist. Der Langensteiner und sein Kirchhainer Compagnon befinden sich mitten in den Vorbereitungen der neuesten Mystery-Folge(n), in der sie heimische Sagen „aufpimpen“ und aufleben lassen. Nichts ist schließlich unheimlicher, als unerklärbare Geschichten, die sich in unmittelbarer Nähe abgespielt haben (sollen).

Und Neustadt hat mit seinen Stadtteilen so einige mysteriöse Anekdoten zu bieten, die bei Weitzel und Müller sofort die kreativen Synapsen aktivierten: der Pakt des Junker Hans‘ mit dem Teufel und dessen Ritt an der Außenmauer des Turms hinauf, die Momberger Hardtmühle als Sitz einer Räuberbande oder ein Baum in Speckswinkel, der Krankheiten heilen sollte. „Spannend wird auch, ob wir im Mengsberger Reit- und Fahrverein jemanden finden, der die Husarin Elisabeth Grohs, die im Krieg kämpfte, spielt“, legt Weitzel einen weiteren Köder für alle aus, die schon jetzt nach mehr „Mystery“ lechzen. „Teilweise sind die Geschichten echt harter Tobak“, fügt Müller hinzu.

Die beiden planen, quasi einen Vierteiler zu drehen: Jeweils rund 20 Minuten sollen die einzelnen Folgen aus den vier Drehorten dauern. Auf Trailer als Appetithappen verzichten sie diesmal - stattdessen wollen sie die ersten drei Teile aus Momberg, Mengsberg und Speckswinkel, die sich jeweils aufeinander beziehen, im Internet veröffentlichen. Die gesamte Mini-Serie soll dann im Cineplex in Marburg zu sehen sein - genauso wie die Vorgänger „Langenstein“ und „Burgholz“. Vorteil der Kurzbeiträge soll sein, dass schneller Neues zu sehen ist und die von Cliffhangern geschürte Vorfreude beim Zuschauer rascher befriedigt wird.

„Die beiden verknüpfen die Vergangenheit mit der Gegenwart und wollen Neustadt und seine Historie einem breiten Publikum präsentieren. Das unterstützen wir natürlich“, freut sich Bürgermeister Thomas Groll, mit dem Weitzel und Müller ebenso Vorgespräche führten wie mit den Ortsvorstehern und den Dorfhistorikern. Zudem lasen und „filterten“ sie die Chroniken und pickten sich die besten Anekdoten raus. „Es soll einen Gang vom Junker-Hansen-Turm zur Nellenburg geben, in dem ein Schatz versteckt ist“, berichtet Müller und gibt mit einem Augenzwinkern zu, dass er die Geschichte nicht nur spannend finde, sondern auch nichts dagegen hätte, im Laufe der Dreharbeiten auf den Gang zu stoßen und den Schatz zu finden. „Naja, es klingt vielleicht plausibel, dass es einen solchen Gang gibt - man darf aber nicht vergessen, dass Neustadt Sumpfgebiet ist und diese Legende vielleicht doch nicht wirklich realistisch sein kann“, wirft Weitzel ein.

Ob sie einen Schatz entdecken oder nicht: Fast sicher sein dürfte, dass Weitzel und Müller - die im Speckswinkler Peter Lauritis einen Lokalmatador als zusätzlichen Kameramann gewannen - vier „kurze und knackige“ Beiträge drehen werden, die nicht nur den Bürgern der Großgemeinde Neustadt gefallen dürften. Wobei die Filme für diese natürlich besonders interessant werden, da sie dazu aufgerufen sind, sich zu beteiligen, wenn nicht gar als Darsteller mitzuwirken. „Jeder, der uns noch eine Anekdote aus einem der Orte erzählen möchte oder jemanden kennt, der unbedingt im Film zu sehen sein sollte - oder selber mitmachen möchte -, kann sich an uns wenden“, betont Weitzel und verweist auf die Homepage zur „Dorfmystery“. Die ersten Mitstreiter haben sie bereits aus den Reihen der Neustädter Bürgergarde gewonnen.

Kontakt und weitere Infos zum Projekt gibt es im Internet unter www.dorfmystery.de oder per E-Mail an info@dorfmystery.de

von Florian Lerchbacher

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