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Musik, die unter die Haut geht

Passion zum Karfreitag Musik, die unter die Haut geht

Am Karfreitag trug der Chor der evangelischen Sing- und Musikschule „Die sieben Worte Jesu am Kreuz“ vor. Ein andächtiges Werk - und: „ein optimales Stück für diesen Tag“, wie der Chorleiter fand.

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Der Chor der Sing- und Musikschule sowie (kleines Foto) die Solistinnen Cora Stolper (links) und Brigitta Ambs. Fotos: Schick

Stadtallendorf. Pfarrer Thomas Peters war beeindruckt. „Ich hatte ein bisschen Gänsehaut zwischendurch“, sagte er im Anschluss an das Konzert. Den etwa 300 Gästen in der Stadtkirche muss es ähnlich ergangen sein - nicht zuletzt daran erkennbar, dass sie zum Ende spontan applaudierten, obwohl auf den Programmzetteln darum gebeten wurde, in Stille auseinanderzugehen.

Philip Schütz, Leiter der evangelischen Sing- und Musikschule, nahm es gelassen. „Wir wollten nur, dass die Leute etwas von der Atmosphäre des Konzerts mit nach Hause nehmen können“, erklärte er. Gleichwohl freuten sich die Musiker über den Beifall und die damit verbundene positive Rückmeldung.

Der Chor der evangelischen Sing- und Musikschule hatte „Die sieben Worte Jesu am Kreuz“ von César Franck (1822 - 1890) ausgesucht:

n„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34)

n„Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23,43)

n„Frau, siehe, dein Sohn!“ und: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26-27)

n„Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mk 15,34; Mt 27,46)

n„Mich dürstet.“ (Joh 19,28) n„Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30)

n„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23,46)

Im Gegensatz zu den Vertonungen von Heinrich Schütz und ­Josef Haydn wird Francks Werk relativ selten aufgeführt. Von dessen Existenz bekam die Öffentlichkeit erst knapp 100 Jahre nach dessen Entstehen Kenntnis, nachdem das ­Manuskript im Jahre 1954 von der Bibliothek in Lüttich aus Privatbesitz erworben worden war.

Die Passionsmusik in lateinischer Sprache stellt die sieben Worte, die Jesu vor seinem Tod am Kreuz sagte, ins Zentrum. Kommentierend ergänzt werden diese Worte durch andere biblische Texte.

Die Interpretation dieser romantisch-dramatischen Passionsmusik durch den Chor und den Solisten Hanqi Jiao (Bass), Cora Stolper (Sopran) sowie Brigitta Ambs (Mezzosopran) war ein gut einstündiges Hörerlebnis, das phasenweise tief unter die Haut ging.

„Es hat auch mich ergriffen“, bekannte Dirigent Philip Schütz, nachdem die letzten ­Töne verklungen waren. Die Probenarbeit habe auch darauf abgezielt, die tiefe Emotionalität des Werks zu transportieren, sagte Philip Schütz dieser Zeitung.

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