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Müllgefäße werden mit Chip ausgestattet

Neuerung Müllgefäße werden mit Chip ausgestattet

"Man sollte innovativ sein - auch im Bereich Müll", sagt Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und kündigt an, dass alle Haushalte Amöneburgs in naher Zukunft einen Brief mit Klebeetiketten erhalten, die sie an ihren Abfallbehältern anbringen müssen.

Amöneburg. Diese Etiketten werden mit kleinen elektronischen Chips versehen, die laut Bürgermeister verschiedene Vorteile haben: Das „Ident System“ ermögliche eine eindeutige Zuordnung der Abfallbehälter zu einem Grundstück. Zudem lasse sich nachvollziehen, welche Mülltonnen tatsächlich entleert wurden. Und es erleichtere das Beschwerdemanagement: Durch den Chip, der am Fahrzeug abgelesen wird, sei es beispielsweise möglich, festzustellen, ob Behälter bei der Entleerung tatsächlich vergessen wurden oder ob das Fahrzeug schlicht noch nicht dagewesen sei. „Noch dazu gab es seit Jahren keine Inventur. Das heißt, wir haben aufgrund des großen Aufwands nicht geprüft, was wo angemeldet ist und welche Behälter tatsächlich angemeldet sind“, gibt Richter-Plettenberg zu und betont: „Das hat mich schon länger geärgert. Ich gehe davon aus, dass wir die ein oder andere Abweichung feststellen werden.“ Der Chip enthält laut Bürgermeister keine personenbezogenen Daten, und der Müll wird auch nicht gewogen. Auch an den Gebühren ändere sich „zunächst“ nichts: Diese werden weiterhin nach der Größe der Mülltonne berechnet.

Allerdings ist ein Anstieg der Gebühren wahrscheinlich. Die Müllrücklage, mit der die Stadt die Gebühren derzeit noch subventioniert, sei nahezu aufgebraucht, so Richter-Plettenberg. Zudem hat die Stadt mit der Firma Mittelstädt einen neuen Vertrag mit veränderten Konditionen abgeschlossen, der ab Januar 2016 gültig ist.

Im September geht‘s los

Ansätze, Geld sparen zu können, ergeben sie ebenfalls aus dem neuen Chipsystem. Eventuell sei denkbar, nur tatsächliche Abholtermine den Bürgern zu berechnen, erklärt der Bürgermeister: Das heißt, der Bürger müsse nur die Serviceleistungen zahlen, die er auch nutze. Stellt er seinen Müll also nicht an die Straße und lässt ihn leeren, muss er dafür auch nicht zahlen. Ob dies auch umgesetzt wird, steht allerdings noch nicht fest. Einen Teil der Kosten für das neue Chipsystem muss die Stadt tragen - jedoch etwas weniger, als die ursprünglich veranschlagten 30000 Euro.

Für die Bürger ändert sich zunächst nichts. Alle Grundstückseigentümer erhalten bis Anfang September erwähntes Schreiben mit Klebeetiketten für die bei der Stadtverwaltung angemeldeten Gefäße. Diese müssen aufgeklebt und die Tonnen dann wahrscheinlich zwischen dem 7. und 11. September an die Straße gestellt werden, wo sie dann mit Chips ausgestattet werden. Während der Aktion können sie ganz normal befüllt werden. Die Details sollen in dem Anschreiben stehen - in dem dann auch eine Kundenhotline angegeben ist, über die die Bürger Fragen beantworten lassen können.

von Florian Lerchbacher

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