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Müll verteuert neues Becken

Baustelle Müll verteuert neues Becken

Am Amselweg sind Bagger, Planierraupe und Straßenwalze seit einigen Wochen im Einsatz. Bereits im Frühjahr wurden dort etwa 3500 Quadratmeter Wald gerodet.

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Bagger bewegen derzeit Erde am Fuße des Amselweges, nahe der Niederrheinischen Straße.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Wie lange es das „Hochwasser-Überlaufbecken Bärenbach“ eigentlich schon gibt, ist nicht bekannt. Seit einigen Jahren gibt es Überlegungen und Planungen, das Erdbecken zu reaktivieren, deutlich zu vergrößern und auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Das alles geschieht zum Schutz vor den Folgen der zunehmenden Unwetter mit Starkregen.

Es entsteht ein Erdbecken mit einem Fassungsvermögen von knapp 14 000 Kubikmetern. Nur wenn das Becken im Fall der Fälle vollgelaufen ist, soll es einen geregelten Notüberlauf geben, wie Bürgermeister Christian Somogyi und Projektleiterin Anne Bernbeck im Gespräch mit der OP berichten. Dann soll das Wasser gezielt abgeleitet werden, unter anderem über die Straße hinweg auf eine Rampe. Sie ist bereits erkennbar. „Dieser Fall wurde statistisch berechnet und tritt nur bei Regenfällen ein, wie sie nur alle 20 Jahre vorkommen“, erläutert Somogyi. Damit das Wasser den richtigen Weg auch findet, werden die umliegenden Böschungen und kleinen Dämme in den nächsten Monaten entsprechend hergerichtet.

Anlieger fürchten Mückenreservoir

Im Regelfall wird der Zu- und Ablauf des Wassers durch ein sogenanntes Drosselbauwerk, das ebenfalls komplett erneuert wird, geregelt. Anlieger kamen in den vergangenen Wochen bereits mit Fragen auf die Verwaltung zu. Dabei ging es zum Beispiel um das Thema „Einstau“ und die Angst, dass am Rande der Wohnbebauung der Wasag ein neues „Mückenreservoir“ entstehen könnte. Damit rechnet die Verwaltung aber nicht. „Das Becken wird nur bei Bedarf eingestaut“, betont Anne Bernbeck. Gelegentlich könnte allerdings zunächst etwas Wasser darin stehenbleiben. „Vielleicht haben wir im Vorfeld der Arbeiten nicht genug informiert, wir lernen daraus“, verspricht Somogyi.

Im Augenblick hat sich ein ganz anderes Problem ergeben. Bei den ersten Erdarbeiten fand sich eine erhebliche Menge Müll im Boden, der jetzt entsorgt werden muss. Eine Deponie sei dort nicht bekannt gewesen, versichert Somogyi. Bei Bodenproben bei den Planungen sei auch kein Abfall gefunden worden. Wie viel das Müllproblem die Stadt mehr kosten wird, ist noch nicht klar. Somogyi hält einen Betrag von etwa 100 000 Euro für denkbar. Die ursprüngliche Ausschreibung ergab einen Betrag von etwa 400 000 Euro. Am Ende könnte also knapp eine halbe Million Euro auf der Schlussrechnung stehen. Auf den Betrag bekommt die Stadt allerdings einen 62-prozentigen Zuschuss - laut Bürgermeister auch auf die Mehrkosten. Bis Ende Oktober dauern die Bauarbeiten aller Voraussicht nach. Für den gerodeten Baumbestand hat die Stadt bereits einen Ausgleich in einem Schweinsberger Biotop geschaffen.

von Michael Rinde

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