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Moped, Auspuff und Pfandflaschen

Frühjahrsputz in Erkdorf Moped, Auspuff und Pfandflaschen

Knapp fünfzig Helfer waren am Samstagmorgen rund um Erksdorf unterwegs, um die Natur von Alltagsmüll zu befreien. Die große Zahl der Helfer freute den neu gewählten Ortsbeirat besonders.

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Tatkräftig packten die vielen fleißigen Helfer mit an und befreiten, wie hier Peter Bier im Vordergrund, die Natur rund um Erksdorf von Alltagsmüll. Auffällig dabei die große Zahl der Pfandflaschen, die achtlos weggeworfen wurden.

Quelle: Karin Waldhüter

Erksdorf. Der große Andrang stellte die Organisatoren vom Ortsbeirat vor ein logistisches Problem, das sie gern lösten. „Wir hatten mit rund 20 Helfern gerechnet und mussten nun erst einmal Brötchen und Würstchen nachholen“, erzählt Ortsbeiratsmitglied Anabell Linker lachend. Gemeinsam mit ihrer Amtskollegin Iris Trier war sie für das Mittagessen verantwortlich, das von den Stadtwerken gesponsert worden war. Sie heizte gegen halb elf schon einmal den Grill an.

Bereits vor zwei Wochen hatten die Stadtwerke Stadtallendorf zum fünften Mal zu einer Abfallsammelaktion in der Natur aufgerufen. Weil zu diesem Zeitpunkt bereits eine Pflanzaktion in Erksdorf stattfand, wollten die Verantwortlichen den Umwelttag lieber zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Erste Sammelaktion des neuen Ortsbeirates

In der Freizeit die Hinterlassenschaften von Menschen zu beseitigen, die zu faul sind, telefonisch den Sperrmüll zu bestellen, den Müll fachgerecht über die Mülltonne oder beim Wertstoffhof in Stadtallendorf zu entsorgen, ist im hohen Maß lobenswert und das Interesse der Erksdorfer an der ersten Aktion des neuen Ortsbeirats freute auch Udo Krebs. Er erhielt bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen und gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Ortsvorstehers. Die konstituierende Ortsbeiratssitzung findet am 18. April statt.

Zeitnah ist eine Bürgerversammlung geplant, um das ganze Dorf in die Arbeit einzubeziehen, kündigt Krebs an. Die Mitglieder des Ortsbeirats hatten Vereine, Vereinigungen und die Schule angeschrieben und kurzfristig noch Flyer verteilt. „Aus jedem Verein sind Helfer dabei, und trotz der Ferien helfen viele Kinder mit. Auch die neuen Jagdpächter sind mit dabei“, bilanzierte Krebs.

Im Vorjahr hatte sich Erksdorf nicht an der Aktion beteiligt. Dass so viele Helfer gekommen sind, wertete Krebs auch als ein Zeichen dafür, dass die Erksdorfer etwas in ihrem Dorf bewegen wollen. In Zukunft wolle man eng mit Vereinen und Institutionen zusammenarbeiten, um so eine große Transparenz im Ort zu erreichen.

Fünf Teams waren unterwegs

Und die Mühe hat sich gelohnt. Aufgeteilt in fünf Teams machten sich die Helfer, ausgerüstet mit Zangen und Müllbeuteln, die von den Stadtwerken zur Verfügung gestellt worden waren, auf die zugeteilten Strecken. Auf dem Weg durch Wiesen und entlang der Land- und Kreisstraßen, rund ums Biotop, der Allendorfer Höhe oder am Parkplatz an der B454 füllten die tatkräftigen Helfer einen Müllsack nach dem anderen und hatten schnell einen ersten Hänger vollgepackt. Auch im Ort selbst waren die Helfer beim Bürgerhaus, an der Kirche, der Schule, den Spielplätzen und der Dorfmitte unterwegs. Hier allerdings mit nur geringer Ausbeute. „Hier wurde nur wenig gefunden, das Dorf ist sauber“, erklärt Helfer Peter Bier vom TSV Erksdorf.

„Wir wollen etwas für unser Dorf machen und den neuen Ortsbeirat unterstützen“, unterstreicht Helferin Marion Sagel vom Kirchenvorstand. „Gemeinschaftlich anpacken, um etwas zu erreichen“, setzt Eckhard Hooß den Satz seiner Vorrednerin fort. Und erreicht haben die tatkräftigen Helfer viel. Sie stießen auf so außergewöhnliche Dinge wie Stacheldraht, Wäscheständer, eine Satellitenschüssel samt Receiver, Inliner, Klappstühle, Staubsauger und ein altes Moped. Sie fanden einen Auspuff, Linoleum und rund 40 bis 50 Pfandflaschen pro Team. Neben Bauschutt und Zigarettenschachteln stießen die Helfer unterwegs auch immer wieder auf Hundekot und damit auf eine wenig appetitliche Hinterlassenschaft. Der gesammelte Müll soll dann zum Wertstoffhof nach Stadtallendorf gebracht werden oder wird von einem der Mitarbeiter abgeholt.

von Karin Waldhüter

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