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Moderne Kunst aus alten Eichenbalken

Ausstellung Moderne Kunst aus alten Eichenbalken

Am kommenden Wochenende gibt es in Rauschenberg eine Premiere. Dann ist das Gemeinschaftshaus Kratz‘sche Scheune erstmals Schauplatz einer Kunstausstellung.

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Die Eheleute Karl J. F. Wegmann und Christel Wegmann (vorn) zeigen die Plakate für die Ausstellung und für die Aktion „Sagenhaftes Rauschenberg“. Hinten von links: Ludwig Pigulla, Michael Emmerich und Helmut Nau.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Am Samstag und Sonntag sind jeweils zwischen 14 und 18 Uhr Kunstwerke und wertvolle Zeugnisse der Rauschenberger Geschichte zu sehen. Überschrieben ist die Ausstellung mit dem Titel Rauschenberger Kunst. Mit der lichtdurchfluteten Kratz‘schen Scheune verfüge die Stadt nun über ideale Räumlichkeiten auch für Kunstausstellungen, erklärte Bürgermeister Michael Emmerich während eines Pressegesprächs im Rathaus.

Initial für die Ausstellung sei ein gemeinsames Projekt von der Grundschule Rauschenberg und der Geschichtswerkstatt zum Thema „Sagenhaftes Rauschenberg“ gewesen. An 20 verschiedenen Orten sollten künftig Acrylglas-Tafeln die Schauplätze von Märchen in Rauschenberg zeigen. Die Drittklässler hätten dazu die passenden Bilder gemalt, die in der Ausstellung zu sehen seien, erklärte Michael Emmerich.

Holzplastiken haben besonderen Bezug zu Rauschenberg

Aber auch die große Kunst wird am Wochenende im Gemeinschaftshaus vertreten sein. Der Architekt, Bildhauer und Maler Karl J. F. Wegmann zeigt große Holzplastiken, die einen besonderen Bezug zu Rauschenberg haben. Helmut Nau, der zusammen mit Markus Semmler in Rauschenberg nun schon das zweite Baudenkmal restauriert, hat dem Künstler für die Arbeiten Eichenholzbalken aus dem Jahr 1370 zur Verfügung gestellt. Diese stammen aus dem Haus der jüdischen Kaufmannsfamilie Katten.

Aus dem uralten Holz formt Wegmann moderne Skulpturen, die trotz aller Abstraktion eine heitere Grundstimmung ausstrahlen. Die Rauschenberger Künstlerin Dr. Anne Hoerder zeigt Betonplastiken. Die Bildhauerin und Malerin arbeitet an dem Kunstwerk, das demnächst vor der Kratz‘schen Scheune stehen wird und das Thema „Sagenhaftes Rauschenberg“ aufnimmt. Es zeigt in stilisierter Form die Sage vom Rauschenberger und vom Burgholzer Riesen, die sich einst einem Hammer teilten und sich diesen gegenseitig zuwarfen.

Junge Rauschenberger zur Mitarbeit motivieren

Historisch bedeutsame Kunst wird die Rauschenberger IG Schlossberg den Besuchern näherbringen. Ludwig Pigulla bezeichnete die aus dem Aushub des Schlossbergs geretteten oberhessischen Kachelfunde als einen kulturhistorischen Schatz, der aus der Blütezeit Rauschenbergs im 16. Jahrhundert stamme. Und für ihn ist dieser Schatz noch längst nicht vollständig gehoben. Fast täglich könne man auch heute noch am Schlossberg alte Gebrauchskeramik finden.

Zu sehen sind die Zeugnisse aus großer Zeit im Alltag nicht. Seit 22 Jahren bemühe sich die IG Schlossberg vergeblich darum, die schönsten Exponate - unter diesen neun vollständig erhaltene Motive - der Öffentlichkeit dauerhaft in Schaukästen zeigen zu können, bedauerte Ludwig Pigulla. Seine Hoffnung für die Ausstellung: Junge Rauschenberger für das Thema zu interessieren und für die Mitarbeit zu motivieren. Diesem Ziel dient auch ein großes Schloss-Modell, das die IG Schlossberg den Ausstellungsbesuchern zeigen wird.

Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

von Matthias Mayer

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