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Moderne Blöcke statt "Betonklötze"

Badsanierung Moderne Blöcke statt "Betonklötze"

Das Stadtparlament hat am Donnerstagabend zwei weitere Entscheidungen zur anstehenden Hallenbad-Sanierung getroffen, unter anderem zur Gastronomie.

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Im Stadtallendorfer Hallenbad wird es nach der Sanierung Startblöcke neuester Bauart geben. Archivfoto

Stadtallendorf. Falls es noch irgendwelche Bedenken gab, so sind diese nun ausgeräumt: Nach der Sanierung erhält Stadtallendorfs Hallenbad weiterhin eine Gastronomie, wahrscheinlich wohl in Form eines Cafes und Bistro. Nur: In welcher Form und von wem es betrieben wird, bleibt noch offen. Damit folgte das Stadtparlament am Donnerstagabend den Vorschlägen aus dem Ausschuss für Finanzen.

Der hatte vor allem eine Änderung von den Stadtwerken als Verfasser des Gastronomiekonzepts verlangt, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung für die untersuchten Gastronomievarianten (die OP berichtete am Donnerstag). Bei den Betreibermodellen stehen Verpachtung, eine Grundversorgung mit Automaten und - Favorit der Stadtwerke - eine Bewirtschaftung in Eigenregie.

Mit dem Beschluss vom Donnerstag hat das Parlament gewährleistet, dass ein Gastronomiebereich baulich eingeplant wird. Mehr aber auch noch nicht, weil Änderungen möglich bleiben sollen, wenn die Betreiberform feststeht. In der kurzen Debatte machte Dieter Erber für die CDU deutlich, dass im künftigen Bad ja ein „Wohlfühlklima“ entstehen solle. Dafür komme ein Automatenservice nicht in Frage. Bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung erwartet die CDU zumindest eine Kosten- und Ertragsprognose als Entscheidungsgrundlage. Erber stellte auch die Frage in den Raum, ob sich in Punkto Belastung und Freundlichkeit eine Bewirtschaftung durch Mitarbeiter sicherstellen lässt, die auf 450-Euro-Basis arbeiten. Manfred Thierau (Republikaner) gab ebenfalls gleich ein Signal: Er machte deutlich, dass die Republikaner mit einer Verpachtungslösung sympathisieren, sei es im Nebenerwerb durch einen Gastwirt oder durch ein Unternehmen wie Integral. Michael Feldpausch von Bündnis 90/Die Grünen machte klar, dass Verwaltung und Parlament die Kostenentwicklung bei der künftigen Gastronomie langfristig im Auge behalten müssten.

Mit dem zweiten Beschluss fiel eine wichtige Entscheidung für die Schwimmsportler vom TSV Eintracht Stadtallendorf: Es werden anstelle der vorgesehenen „Betonklötze“ (Zitat Frank Hille (CDU)) die neuesten Startblöcke angeschafft, mit denen aktuelle Starttechniken trainiert werden können. Allerdings verzichtet das Stadtparlament auf den festen Einbau einer Zeitmessanlage für Wettkämpfe und Training. Stattdessen sollen Anlagen samt Anzeigetafel nur noch gemietet werden. Seit 1996 ist das Bad mit einer Zeitmessung ausgestattet, die aber mit neuen Startblöcken nicht mehr kompatibel wäre.

Auch zu dieser Entscheidung gab es eine kurze Aussprache. Frank Hille hob dabei hervor, dass es seiner Fraktion wichtig war im Vorfeld zu klären, ob es überhaupt Mietmöglichkeiten gibt. Das hatten die Stadtwerke bejaht. Angesichts dessen sprach Hille von wirtschaftlichen Gründen, die am Ende für das Mieten und gegen einen Kauf gesprochen haben. Werner Hesse, Fraktionsvorsitzender der SPD, übte zunächst Kritik daran, wie die ersten Aussagen der Verwaltung zu diesem Thema in Frage gestellt worden seien, um dann das Ergebnis der darauf folgenden Beratungen zu loben.

Doch Hesse verwies auch auf einen anderen Punkt: Wolfgang Schüddemage, Trainer der Schwimmabteilung hatte kurzfristig noch ein weiteres Angebot für eine Zeitmessanlage geliefert, das nochmals günstiger ausfiel als bisher bekannt. Außerdem hatte er auf Fördermöglichkeiten verwiesen, unter anderem über den Landesportbund wie auch Innenministerium. „Das sollten wir prüfen“, sagte Hesse.

Bei beiden Abstimmungen gab es einstimmige Voten.

In einer ersten Reaktion in Sachen Startblöcke und Zeitmessung fand am Freitag Trainer Schüddemage für die Schwimmsportabteilung klare Worte: „Ich hatte mir das Ergebnis anders vorgestellt und gedacht, dass man mehr in die Zukunft schaut.“ Im Prinzip verschlechterten sich die Bedingungen gegenüber dem jetzigen Zustand sagte er im Hinblick auf die Zeitmessung. Doch will er mit Blick auf die von ihm ins Gespräch gebrachten Fördermöglichkeiten die Hoffnung auf eine eigene Zeitmessung nicht aufgeben. Schüddemage empfiehlt de Stadt, Kontakt mit dem Innenministerium wie auch dem Hessischen Schwimmsportverband aufzunehmen.

Andere Städte hätten für derartige Ausstattungen wie Startblöcke und Zeitmessungen Zuschüsse erhalten. Als Beispiele nannte Schüddemage Wetzlar und Offenbach. Bei der Zeitmessung reichte die Kostenspanne von 15000 Euro (von Schwimmabteilung eingeholtes Angebot) bis zu 33000 Euro (Stadtwerke-Angebot).

„Die Politik muss letztlich wissen, was ihr Schwimmen für Familien, Schüler und Vereinssportler wert ist“, kommentierte Bernd Weitzel, Vorsitzender des Gesamtvereins TSV Eintracht Stadtallendorf. Bei den Startblöcken hätte am Ende der Sachverstand gesiegt.

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