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„Mittlerer sechsstelliger Betrag“ in Aussicht

"Soziale Stadt" in Neustadt „Mittlerer sechsstelliger Betrag“ in Aussicht

Vergangenes Jahr wurde die Stadt Neustadt in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen. Ab Oktober sollen die Bürger an der Ausgestaltung eines Konzeptes mitwirken. Geld für erste Projekte ist bereits beantragt.

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Die Sanierung des Hauses der Begegnung ist eines der drängendsten Projekte, das mit dem Programm „Soziale Stadt“ verwirklicht werden soll.

Quelle: Archiv

Neustadt. Die frohe Botschaft überbrachte die hessische Stadtentwicklungsministerin Priska Hinz im Oktober 2015: Trotz ihrer überschaubaren Größe darf die Stadt Neustadt am Bund-Länder-Programm zur Stadtentwicklung partizipieren. Bis 2025 soll das der Kommune „durchaus mehrere Millionen Euro“ an Fördergeldern einbringen, hofft Bürgermeister Thomas Groll. Die Aufnahme in das Programm, angesichts der Größe Neustadts eher unüblich, bezeichnet er als „einen Glücksfall“. Dementsprechend gelte es nun, „den Ball aufzunehmen und Tore zu schießen“ - will heißen: Die günstige Situation nutzen und möglichst viele Projekte umsetzen. Damit das gelingt setzt Groll auf die Beteiligung der Bürger.

Der Magistrat hat das Kasseler Planungsbüro akp damit beauftragt, ein integriertes Handlungskonzept zu erarbeiten - das heißt einen Plan, der eine Gesamtstrategie sowie Umsetzungsziele mit Kosten-, Finanzierungs- und Zeitplan für einzelne Projekte enthält. Das ­Büro, das schon mehrere integrierte Handlungskonzepte in der Region Nordhessen erstellte, wird sich dazu zunächst einen Eindruck von der Neustädter Kernstadt machen und statistische Daten zur Struktur der dortigen Bevölkerung sammeln. Anschließend wird es acht bis zehn öffentliche Veranstaltungen geben, bei denen sich die Neustädter Bürger einbringen sollen. „Wir hoffen, dass sich möglichst viele Menschen beteiligen“, sagt Groll. Auch Akteure, wie die integrierte Gesamtschule, die Hephata-Diakonie, den Landkreis oder die Wohnungsbaugesellschaften, hofft er für die Projekte zu gewinnen.

Am Mittwoch, 5. Oktober, wird das Handlungskonzept bei der Auftaktveranstaltung im Haus der Begegnung der Öffentlichkeit vorgestellt. Anschließend sollen daraus Workshops entstehen, die sich mit einzelnen Themenfeldern (beispielsweise Wohnungsbau oder Energie und Umwelt) befassen. Zudem seien „Experten-Interviews“ angedacht, bei denen eine Lenkungsgruppe unter Vorsitz von Groll gezielt auf wichtige Ansprechpartner zugehen will.

Anträge für Spielplätze und Haus der Begegnung

Einige Projekte sind allerdings schon auf den Weg gebracht. Nachdem es 2015 bereits 58000 Euro Förderung für die „Anlaufphase“ gegeben hatte, hat die Stadt die gleiche Summe auch in diesem Jahr wieder beantragt. Zudem hat sie Anträge für konkrete Projekte gestellt. Für die Sanierung des Hauses der Begegnung hofft Groll „auf einen mittleren sechsstelligen Betrag“. Damit würde die von Hinz im vergangenen Jahr genannte durchschnittliche Fördersumme von 80000 bis 180000 Euro bereits deutlich überschritten. Groll ist dennoch „vorsichtig optimistisch“, dass die entsprechenden Fördergelder freigegeben werden. In Vorgesprächen sei die Stadt dazu ermutigt worden, den entsprechenden Antrag zu stellen. Mit einer Antwort rechnet er in etwa vier bis sechs Wochen.

Weiteres Geld soll nach dem Wunsch der Stadt für insgesamt drei Spielplätze zur Verfügung gestellt werden. Dabei geht es um die Erweiterungen der bestehenden Spielplätze In der Aue und Leipziger Straße. In der Emil-Rössler-Straße ist ein neuer Spielplatz angedacht. Die Summe für die drei Projekte beliefe sich zusammen etwa auf weitere 100000 Euro. „Die Fördergelder im Programm Soziale Stadt sind nicht fest über mehrere Jahre verteilt“, sagt Groll. Je nach Antrag und Kapazitäten in den Fördertöpfen „kann es magere Jahre geben - aber auch welche, in denen man mehr erhält“, hofft er nun auf positive Bescheide.

Über die Bauprojekte hinaus ist die Einrichtung eines „Quartiersmanagements“ eine weitere Säule des Förderprogrammes. Dieses wird von akp gemeinsam mit dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit Marburg (bsj) übernommen. Das Quartiersmanagement soll als eine Art Ombudsstelle und Ansprechpartner für alltägliche Dinge fungieren. Es könne zudem auch eine Rolle dabei spielen, sich für ein weiteres Förderprogramm zu bewerben, so Groll. Ab 2018 möchte die Stadt am Programm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (Biwaq) des Europäischen Sozialfonds teilnehmen.

von Peter Gassner

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