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Mit schnellen Strichen das Wesentliche herausgearbeitet

Vernissage Mit schnellen Strichen das Wesentliche herausgearbeitet

Viele kreative Werke präsentierte der Stadtallendorfer Kulturkreis am Wochenende und leistete damit einen achtsamen Beitrag zu den derzeit laufenden Kunst- und Kulturtagen.

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Die aus dem Irak stammende Künstlerin Soghra Raji präsentiert ihre Werke in einem persischen Gedichtbuch.Foto: Yanik Schick

Stadtallendorf. Jede Ecke versprüht ihre ganz eigene Atmosphäre, jedes Bild erzählt eine Geschichte. Ausdrucksstark und nachhaltig verwandelten die fünf Protagonisten den Ausstellungsraum der Stadthalle für Kunstliebhaber drei Tage lang in eine kulturelle Wohlfühloase.

Die vielleicht außergewöhnlichste Form der Darstellung zeigte die aus dem Irak stammende Soghra Raji. Aus gesammelten und gepressten Herbstblättern erstellt die Künstlerin Laubcollagen, entwirft lebendig wirkende Tiere und Menschen. Die Ideen für ihre Werke entstünden aus Themen und Geschichten, die sie sich im Vorfeld aussucht, erklärte Raji. Das machte sie voller Stolz anhand eines persischen Gedichtbuchs deutlich, für das die Stadtallendorferin die gedruckten Figuren im Hintergrund konstruierte. „Jedes Bild ist wie ein Kind für mich“, betonte Raji.

Gewohnt gesellschaftskritisch präsentierte sich Michael Feldpausch, der stellvertretende Vorsitzende des Kulturkreises, in seinen Beiträgen. Ob Kindesmisshandlung, die Nachteile des urbanen Treibens oder aus gegebenem Anlass die Proteste der Bürger auf der Straße, bei Feldpausch bringt jedes Werk eine persönliche Botschaft mit und zeigt Schattenseiten des Lebens in Aquarellen, Acryl- und Farbstiftmalerei auf. „Mein Ziel ist es, mit schnellen Strichen das Wesentliche herauszuarbeiten“, erläuterte der Künstler. .

Lydia Beier bewegte sich im Rahmen der Vernissage fast schon in ungewohntem Terrain. Der Keramik-Künstlerin bietet Malerei die Gelegenheit, ihren Emotionen freien Lauf zu lassen. Was dabei herauskommen kann, belegt das Bild einer jungen, vermummten Frau, die sich ins dichte Grün zurückzieht und dort eine Träne vergießt. „Dort war ich etwas traurig“, gibt Beier zu.

Nach seinem Auftritt in der VR-Bank zeigte Gerhard Ehrlich am Wochenende in der Stadthalle seine Adler-Motive. Die vielzähligen, verschiedenen Motive und Inszenierungen der Greifvögel gaben einiges an Anmut und Eleganz her. Vor allem von den Steuerfedern der Adler sei er fas­ziniert, wie Ehrlich hervorhob.

Komplettiert wurde das Feld der ausstellenden Künstler von Cornelia Pietzsch, die vorzugsweise mit Fotografien arbeitet. Ihre Darstellungen hatte die Kirchhainerin digital verfremdet, die eigentlichen Fotos dienten als Grundlage für die weitere Bearbeitung. Den an der Kamera begonnenen Kreativ-Prozess setzt Pietzsch also am Computer fort.

von Yanik Schick

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