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Mit brennenden Lichtern Zeichen setzen

Aktion Mit brennenden Lichtern Zeichen setzen

In 80 Städten deutschlandweit beteiligten sich Menschen an der Caritas-Kampagne „Eine Million Sterne“ und zündeten Kerzen an. Auch in Stadtallendorf brannten etwa 250 Lichter.

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Teilnehmer der Aktion zündeten im Innenhof des Altenpflegeheims die in den Tonschalen stehenden Lichter an.

Quelle: Yanik Schick

Stadtallendorf. Noch waren die etlichen Kerzen, die auf dem Boden die Form eines Sterns bildeten, gar nicht entzündet, da herrschte im Innenhof des Altenpflegeheims St. Bonifatius bereits andächtige Stille. In Gedenken an die Opfer der Anschlagserie in Paris legten die knapp 200 Gäste eine Schweigeminute ein.

„Wir wollen heute ein Zeichen der Solidarität setzen“, erklärte Einrichtungsleiterin Bärbel Schwertmann, „und durch den Terror in Frankreich hat dies natürlich ein aktuelles Gesicht bekommen.“ Erst danach steckten Schwertmann und einige Helfer die rund 250 Teelichter an. Diese trugen die Anwesenden gemeinschaftlich zur Kirche St. Michael, in der schließlich ein ökumenischer Gottesdienst die Aktion abrundete.

Christlichen Selbstverständnis

Zum insgesamt neunten Mal hatte das Hilfswerk Caritas zur deutschlandweiten Kampagne „Eine Million Sterne“ aufgerufen, zum dritten Mal beteiligte sich dabei das Caritas-Pflegeheim in Stadtallendorf. „Ich glaube, es gehört zu unserem christlichen Selbstverständnis, sich auf diese Weise zu öffnen“, erklärte Schwertmann.

Die Künstlerin Lydia Beier hatte in den Monaten zuvor mit Mitgliedern des Kreativkurses, einigen Heimbewohnern sowie zahlreichen Kindergartenkindern, die bunten Tonschalen getöpfert, in denen die Teelichter nun bis an die Kirche transportiert wurden.

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi würdigte die gesamte Caritas-Aktion: „Es ist wichtig, Solidarität über die Grenzen von Stadtallendorf hinaus auszudrücken.“ Das Spendengeld, das im Laufe des Tages zusammenkam, fließt unter dem Motto „Stadt - Land - Zukunft“ nach Bolivien.

Hoffnung auf besseres Leben

Die inzwischen zweitgrößte Stadt des Landes El Alto verzeichnet in den vergangenen beiden Jahrzehnten einen rasanten Bevölkerungsanstieg, weil viele arme Menschen vom Land mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Metropole ziehen. Doch weil es dort massiv an Arbeitsplätzen fehlt, führen viele Einwohner ein Leben in Armut fort.

Die Caritas arbeitet mit einer Stiftung zusammen, um dort gerade Kinder von der Straße zu holen und ihnen eine Perspektive zu bieten. Bärbel Schwertmann betonte, mit der Spendenaktion solle ein „leuchtendes Zeichen der Menschlichkeit, für eine gerechtere Welt“ gesetzt werden.

von Yanik Schick

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