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Mit 2,09 Promille unterwegs: Führerschein war schon weg

Gericht Mit 2,09 Promille unterwegs: Führerschein war schon weg

Weil er mit seinem führerscheinfreien Mofa betrunken unterwegs war, ist ein 45-jähriger Rauschenberger zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt worden.

Kirchhain. Die Strafe setzte Richter Joachim Filmer für vier Jahre zur Bewährung aus. Damit blieb er nur knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die 10 Monate Freiheitsentzug gefordert hatte. Nur drei Monate nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis war der arbeitslose Mann erneut straffällig geworden.

Im Kirchhainer Stadtteil Langenstein war der Mofa-Fahrer im Mai vergangenen Jahres bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen. Die anschließende Blutprobe hatte einen hohen Wert von 2,09 Promille ergeben. „Damit waren sie nicht nur eine Gefahr für andere sondern haben sich selbst auch in Lebensgefahr gebracht“, stellte Filmer fest.

Der Angeklagte besitzt schon lange keinen Führerschein mehr. Das hatte ihn aber nicht daran gehindert, mit seinem führerscheinfreien Mofa-Roller in Motorradkleidung und Helm zur Verhandlung nach Kirchhain zu kommen. Die Alkoholfahrt in Langenstein gab der Mann unumwunden zu.

Strafverschärfend wertete das Gericht das ellenlange Vorstrafenregister des Mannes. Für acht unterschiedliche Delikte hatte er in den letzten 10 Jahren fast sechs Jahre, vor allem wegen Diebstahls, im Gefängnis gesessen. Strafmildernd wertete es sein Geständnis und seine günstige Sozialprognose. Der Mann konnte dem Gericht glaubhaft versichern, dass er sich zur Zeit um einen Arbeitsplatz als Schweißer bemühe.

Während seiner vierjährigen Bewährungszeit wird der Rauschenberger einem Bewährungshelfer unterstellt. Außerdem muss er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Für eine Geldstrafe, die der Verteidiger beantragt hatte, sahen sowohl der Richter als auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft keinen Handlungsspielraum. „Sollten Sie noch einmal betrunken fahren ist der Roller auf alle Fälle weg“, warnte Filmer den 45-jährigen, der das Urteil noch im Gerichtssaal annahm.

von Alfons Wieber

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