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Mister Freibad nimmt seinen Abschied

Nach 35 Jahren Mister Freibad nimmt seinen Abschied

35 Jahre lang arbeitete Armin Köhler für die Stadt Rauschenberg. 35 Jahre lang war er für die Rauschenberger als Mister Freibad eine Institution. Das ist nun vorbei.

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Bauhof-Chef Heiko Knöppel (rechts) sowie Bürgermeister Michael Emmerich und die Personalratsvorsitzende Elisa Moog (von links) verschiedeten Armin Köhler in den Ruhestand. Foto: M. Mayer

Rauschenberg. Nach einer inzwischen ausgestandenen schweren Erkrankung kann der Kernstädter nicht mehr in seinem Beruf arbeiten. Im Juli erhielt er den Rentenbescheid. Jetzt erfolgte die offizielle Verabschiedung durch die Stadt.

Während einer Feierstunde im Rathaus würdigten Bürgermeister Michael Emmerich, Bauhof-Leiter Heiko Knöppel als dessen unmittelbarer Vorgesetzter und die Personalratsvorsitzende Elisa Moog die Verdienste, die Zuverlässigkeit und die Kollegialität Armin Köhlers, der seinen Mitmenschen mit freundlicher Gelassenheit zu begegnen pflegt.

Michael Emmerich erinnerte an die Anfänge. „Im Mai 1981 hast Du als Bädewärter bei der Stadt begonnen und bist 35 Jahre lang dabei geblieben. Das ist aller Achtung wert“, sagte der Bürgermeister. Zehn Jahre später sei Horst Nau als Armin Köhlers Partner im Freibad dazugekommen. Der Bürgermeister ließ anklingen, dass die Stadt von einer derartigen Kontinuität im Freibad nur träumen könne. Die letzten beiden Jahre im Freibad seien wegen der gesundheitsbedingten Vakanz sehr schwierig gewesen. Das Team habe sich gerade so durchgerungen. „Du kennst jede Schraube im Freibad. Dein Know how fehlt uns sehr“, sagte Michael Emmerich und versicherte, dass Armin Köhler in der Stadtverwaltung, auf dem Bauhof und im Freibad ein stets willkommener Gast sei.

„Es waren tolle Jahre mit Dir. Du hast jede Arbeit zuverlässig und eigenverantwortlich gemacht, nicht nur im Schwimmbad. Ich kann nur Danke sagen“, erklärte Heiko Knöppel. Elisa Moog hob die Kollegialität und stete Hilfsbereitschaft ihres scheidenden Kollegen hervor.

Bevor dieser, mit Dank und Geschenken schwer bepackt, in den Ruhestand entlassen wurde, erzählte Armin Köhler noch von seinen beruflichen Anfängen. „In den ersten neun Jahren war ich allein im Freibad. Das bedeutete während der Saison: Sieben Arbeitstage und 80 Arbeitsstunden pro Woche“, sagte er. Seine Frau sei damals mal öfter mit der kleinen Tochter ins Freibad gekommen. „Damit ich wenigstens einmal am Tag unser Kind sehe“, erinnerte er sich.

Zugleich machte er keinen Hehl daraus, dass ihm das Freibad und die Badegäste fehlen werden. „Ich habe das Bad immer so geführt, als ob es meine Firma gewesen wäre.

Diese „Firma“ hat er nun verlassen. Langweilig wird dem ­Ruheständler sicherlich nicht werden. Dafür sorgen schon seine Kinder. Zudem sieht man ihn jetzt häufiger auf dem Fahrrad in Rauschenberg und Umgebung.

Und dann pflegt Armin Köhler noch mit professioneller Hingabe sein Hobby: Fotografie. Neulich ging dem ausgezeichnetem Naturfotografen ein Schwarzstorch durch die Lappen. Zehn Meter neben ihm. Und keine Kamera dabei. Er hat jetzt genügend Zeit, den seltenen Großvogel zu „jagen“.

von Matthias Mayer

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