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Mindestlohn lässt Fahrpreise steigen

Höhere Taxitarife Mindestlohn lässt Fahrpreise steigen

Seit wenigen Tagen gelten in Stadtallendorf höhere Taxipreise. Die beiden Unternehmen der Stadt hatten beim Magistrat eine Anhebung beantragt.

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Drei Taxen warteten gestern Nachmittag an ihrem Stand an der Bahnhofsunterführung auf neue Fahrgäste.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Wer in Stadtallendorf als einfacher Fahrgast in ein Taxi steigt, zahlt seit 1. April mehr für die Fahrt. Der Magistrat hat die Verordnung über die Beförderungsentgelte geändert - und ist damit nach Angaben aus der Stadtverwaltung weitgehend den Wünschen der beiden Taxiunternehmen nachgekommen. Statt bisher 2,20 Euro Grundpreis zahlt der Fahrgast jetzt 2,80 Euro. Außerdem wurde in Stadtallendorf zusätzlich ein Betrag von 2,50 Euro für den ersten gefahrenen Kilometer eingeführt. Jeder weitere Kilometer kostet 1,50 Euro, bisher waren es 1,30 Euro.

Für eine Wartezeit von einer Stunde, sprich, wenn der Fahrer auf den Gast wartet, während der eine Erledigung macht, sind 25 Euro zu zahlen. Bis zum 1. April waren es 20 Euro. Aktuell fahren in Stadtallendorf zwei Taxiunternehmen, nach Angaben der Stadtverwaltung mit insgesamt sieben Taxen und drei Mietwagen. Die bisher letzte Anpassung der Fahrpreise erfolgte laut Dirk Schindler von der Verwaltung im Jahr 2012, die vorherige schon im Jahr 2001.

Taxiunternehmer Uwe Kosche erklärt, warum diese Erhöhung in Stadtallendorf aus seiner Sicht unvermeidlich war: „Ursache ist der Mindestlohn, diese Kosten konnten wir nicht mehr auffangen.“ Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 8,50 Euro die Stunde. Kosche beschäftigt derzeit 14 Fahrer, die unter diese gesetzliche Vorgabe fallen. Der Stadtallendorfer Unternehmer fürchtet, dass die Erhöhung bei allen Notwendigkeiten bei manchem Kunden auf wenig Akzeptanz stoßen wird. Kosche verweist auf ohnehin ständig steigende Kosten für Taxiunternehmen.

Als Beispiel nennt er die Kraftstoffpreise. Im Moment seien sie zwar vergleichsweise niedrig. „Aber wir haben nicht die Möglichkeit, nach Marktentwicklung zu reagieren, wenn der Spritpreis wieder ansteigt“, bedauert der Stadtallendorfer. Bevor eine Fahrpreiserhöhung genehmigt werden darf, muss ein festgelegtes Verfahren durchlaufen sein. Dabei sind unter anderem das Regierungspräsidium, die Industrie- und Handelskammer, die Eichdirektion und ein Fachverband anzuhören. Anträge auf Preiserhöhungen müssen die Unternehmen gemeinsam stellen.

„Droschkenverordnung“wurde modernisiert

Das ist auch in Kirchhain geschehen. Wie Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) erläutert, gelten dort ab 1. Mai ebenfalls höhere Taxipreise. „Die Unternehmen haben ihren Antrag bei uns mit den Folgen des Mindestlohns begründet.“ Auch in Kirchhain hat der Magistrat eine deutliche Anhebung genehmigt. Für den ersten gefahrenen Kilometer müssen Kunden in Kirchhain 2,30 Euro zahlen (weitere Preise siehe Infokasten). Bei der Gelegenheit hat der Kirchhainer Magistrat dann laut Kirchner auch noch gleich eine kleine Modernisierung vorgenommen.

Die bisherige „Droschkenverordnung“ heißt jetzt auch in Kirchhain Taxiverordnung. In Neustadt erfolgte die jüngste Preiserhöhung zum 1. Februar dieses Jahres.

von Michael Rinde

Folgende Taxipreise gelten in benachbarten Städten:

Kirchhain:

Grundpreis ab der Preiserhöhung am 1. Mai: 2,50 Euro (bisher 2,30 Euro)

erster Kilometer 2,30 Euro

Preis pro weiterem Kilometer: 1,50 Euro (bisher 1,30)

Wartezeit: 25 Euro (bisher 20 Euro)

Neustadt:

Grundpreis seit dem 1. Februar 2015: 2,30 Euro

Preis pro Kilometer: 1,50 Euro

Zuschaltbetrag: 10 Cent

Stadt Marburg:

Grundpreis: 2,00 Euro

erster Kilometer: 3,00 Euro

weitere Kilometer: 1,60 Euro

Wartezeit: 22 Euro

Die Angaben aus Marburg entstammen der auf der Internetseite der Stadt veröffentlichten Verordnung.

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