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"Milchpiraten" entern die Sankt-Martin-Schule

Mardorf "Milchpiraten" entern die Sankt-Martin-Schule

Während der Lesung des Berliner Kinderbuchautors Kai Lüftner in der St.-Martin-Schule Mardorf hatten die Jungen und Mädchen riesigen Spaß.

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Kinderbuchautor Kai Lüftner las nicht nur aus seinem Buch „Achtung Milchpiraten“, sondern begeisterte auch mit seinen Liedern wie dem „Milchpiratenlied“.

Quelle: Karin Waldhüter

Mardorf. Kinderbuchautor Kai Lüftner brauchte während seines Gastspiels, das Teil des Marburger Lesefestes war, keine Minute, bis jeder Schüler ein strahlendes Lächeln im Gesicht hatte -was auch für die nächsten 70 Minuten so blieb.

65 Schüler der zweiten und dritten Klassen der St.-Martin-Schule und Schüler der Grundschule Amöneburg begeisterte der 40 Jahre alte, stark tätowierte Mann mit kahlem Kopf und Bart, hinter dem man nicht unbedingt einen erfolgreichen Kinderbuchautor vermuten würde. Lüftner spricht die Sprache der Kinder und erwies sich, trotz Halsschmerzen, als guter Entertainer mit tollen Live-Qualitäten. Sein Berliner Dialekt machte ihn dabei noch sympathischer. „Icke kann nicht hochdeutsch sprechen“, berlinerte er, um gleich darauf mit grimmigem Gesicht zu erklären: „Hier kommt der Milchpirat.“

Die Milchpiratenfratze

„Damit es richtig knallt, hoffe ich, ihr helft mir ein bisschen“, forderte er die Schüler auf. Denn neben zuhören, zuschauen und leise sein, müssten Kinder noch zwei Dinge können: eine „Milchpiratenfratze“ machen und laut „Aaa“ schreien.

So bestens vorbereitet startete Lüftner die Vorstellung seines Buches „Achtung Milchpiraten“ mit einer ausführlichen Beschreibung der „Milchpiraten“, einer Jugendbande. „Ihr habt sicher in eurer Schule jeden dieser Jungs schon mal kennengelernt“, versicherte er. Zum Beispiel Matze, den Obermilchpiraten, Bubi, den Tollpatsch, Bruno, den Rüpel, der Karate kann, oder Schlaubi, der alles weiß. „Es ist immer gut, einen Schlaubi zum Freund zu haben. Und wenn ihr denkt, der Chef ist der Wichtigste, irrt ihr euch. Der Schwächste ist wichtig, denn nach dem müssen sich alle richten“, wusste der Autor zu berichten.

Zeit für Musik, Fragen und Autogramme

Doch Lüftner las nicht nur, sondern sang auch „coole“ Songs wie „Ist doof“ und „Furzipups der Knatterdrachen“, die er mit seiner Gitarre begleitete.

Am Ende der Lesung blieb noch Zeit, zahlreiche Fragen der Kinder zu beantworten und Autogramme zu schreiben. Lüftner hatte Sozialpädagogik studiert und als Streetworker, Kabarettist und Alleinunterhalter, Sozialarbeiter, Bauhelfer, Pizza-Fahrer, Werbe-, Auftrags- und Liedtexter, Comedy-Autor, Konzert-Veranstalter, Komponist, Musiker und Radioredakteur gearbeitet sowie in Alten- und Kinderheimen. Heute verdient er sein Geld als Hörbuchbearbeiter und Regisseur, als Texter für verschiedene Comedians und Schauspieler sowie als Kinder- und Jugendbuchautor. Zudem betreibt er mit seiner Frau ein Café.

Lüftner bezeichnet sich selbst als Schnellschreiber. In zwei bis drei Wochen schreibe er ein Buch. „Wenn man viele blöde Ideen im Kopf hat, und die habe ich, dann ist es nicht schwer ein Buch zu schreiben,“ erzählt er den Kindern.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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