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Messerattacke wegen 10 Euro

Stadtallendorf Messerattacke wegen 10 Euro

Der Anlass war lächerlich, die Reaktion geradezu gespenstisch: Wegen zehn Euro griff am 7. Dezember 2009 ein damals 25-Jähriger in Stadtallendorf einen 23-Jährigen mit dem Messer an.

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Das Streitobjekt: Wegen eines Zehn-Euro-Scheines wäre in Stadtallendorf beinahe ein Mann ums Leben gekommen.

Quelle: Mayer

Stadtallendorf. Dem 23-jährigen Opfer gelang es am Tattag gegen 17.55 Uhr auf der belebten Niederkleiner Straße, den auf seinen Bauch zielenden Messerstoß mit einem Griff in den Unterarm abzuwehren.

Die Tat ereignete sich in Sichtweite der Stadtallendorfer Polizeistation, deren Beamte in Windeseile zur Stelle waren und eine weitere Eskalation verhinderten.

Die strafrechtliche Aufarbeitung des Falles beschäftigte am Freitag das unter Vorsitz von Strafrichter Joachim Filmer tagende Kirchhainer Amtsgericht.

Der Richter zeigte sich entsetzt, dass der im osthessischen Philippsthal lebende Angeklagte wegen Geldschulden in Höhe von 10 Euro bereit gewesen sei, das Messer gegen sein Opfer zu erheben. „Der Mann hätte sterben können, dann säßen sie jetzt nicht hier“, hielt Filmer dem Angeklagten die möglichen Folgen seines Tuns vor Augen.

Nicht der Angreifer, sondern die schnelle Reaktion des Opfers habe schwerste Verletzungen oder sogar den Tod des Mannes verhindert, erklärte Filmer.

Der Richter verurteilte den 27-Jährigen wegen Körperverletzung, versuchter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und versuchter Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, die er für drei Jahre zur Bewährung aussetzte. Außerdem stellte er den wegen Gewalt-, Eigentums- und Drogendelikten mehrfach vorbestraften Angeklagten unter die Aufsicht eines Bewährungshelfers.

Zudem muss der Osthesse, der im ersten Lehrjahr im Kali-Bergbau von Philippsthal-Hattorf eine Ausbildung absolviert, 450 Euro an den Weißen Ring bezahlen. Das Gericht folgte nahezu deckungsgleich dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die allerdings eine Geldauflage in Höhe von 750 Euro beantragt hatte.

von Matthias Mayer

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