Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Mehr Kostendeckung und Gerechtigkeit

Friedhofsgebühren sollen deutlich steigen Mehr Kostendeckung und Gerechtigkeit

Erhöhung von Friedhofsgebühren gehören für die Parlamente zu alljährlichen Ritualen. Was die Stadtverwaltung Kirchhain jetzt im Auftrag des Magistrats erarbeitet hat, geht weit darüber hinaus.

Kirchhain. Der auch für das Friedhofswesen zuständige Fachbereichsleiter Gordon Schneider stellte am Dienstagabend dem Ausschuss für Umwelt und Soziales eine größere schriftliche Ausarbeitung für die Reform der Friedhofssatzung vor, die er mit zahllosen Daten und Zahlen untermauerte.

Den Zweck der Übung stellte Bürgermeister Jochen Kirchner vor. Es geht darum, den Kostendeckungsgrad bei den Friedhofsgebühren von derzeit 38 Prozent bis zum Jahr 2015 auf 66 Prozent zu erhöhen. Die Stadt sei zu kostendeckenden Gebührenhaushalten verpflichtet. Die 100 Prozent werde sie aber weder bei den Friedhofsgebühren noch bei den Kindergartengebühren erreichen. Zugleich gehe es darum, das Gebühren-Niveau in Stadt anzugleichen.

Durch die Stadt geht in Sachen Friedhofsgebühren eine unsichtbare Trennlinie, die die Angehörigen von Verstorbenen in den evangelischen Stadtteilen bei den Beerdigungskosten deutlich besser stellt. Der Grund: In den evangelischen Dörfern legen die Friedhofsausschüsse in Absprache mit dem Kreiskirchenamt die Gebühren fest. Die Gebühren für die von der Stadt verwalteten Friedhöfe der katholischen Stadtteile und der Kernstadt liegen zum Teil um mehrere hundert Prozent höher.

Kirchner erinnerte daran, dass seit 2006 Bemühungen liefen, durch die Umsetzung eines Drei-Stufen-Modells den Kostendeckungsgrad auch in den evangelischen Dörfern auf 60 Prozent zu erhöhen. Die Kirche sei damit einverstanden gewesen, habe davon aber nichts mehr gewusst, als es um das Bezahlen gegangen sei.

Grundlage des von der Verwaltung erarbeiteten Modells sind die von einem externen Gutachter ermittelten tatsächlichen Kosten. Durch lineare Erhöhung der Gebühren in den Jahren 2013, 2014 und 2015 um je 20 Prozentpunkte soll bis 2015 für alle Friedhöfe eine Kostendeckung von 66 Prozent erreicht werden. „Die Zahl ist nicht in Stein gemeißelt“, kündigte Kirchner zu diesem „sensiblen Thema“ eine ergebnisoffene Diskussion im Parlament sowie mit den Ortsbeiräten und Friedhofsausschüssen an.

Von 131 auf 2367 Euro

Stimmt das Parlament dem Modell der Verwaltung zu, gibt es besonders in den evangelischen Dörfern bis zum Jahr 2015 einige dramatische Kostensprünge. So steigen die Gesamtkosten für ein Urnengrab auf den städtisch verwalteten Friedhöfen von jetzt 400 auf dann 1229 Euro. Im evangelischen Burgholz ist der Kostensprung noch gewaltiger: Von jetzt 71 auf 1229 Euro. Für ein Tiefgrab sind derzeit auf städtischen Friedhöfen 1226 Euro Gesamtkosten fällig, ab 2015 sind es 2367 Euro. In Burgholz kratzt der Kostensprung von 131 auf 2367 Euro an der 2000-Prozent-Marke. Der Ausschuss nahm die Zahlen gelassen entgegen.von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis