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Mehr Kinder und mehr Geld

Kindergärten sind gut ausgelastet Mehr Kinder und mehr Geld

Kirchhain wird mit seinen Kindertagesstätten und der Krabbelstube auch in diesem Jahr die gesetzliche Betreuungsquote erfüllen. Das teilte Dirk Lossin mit.

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Elisa, Hüseyin und Rosella (von links) helfen in der Kita am Steinweg beim Aufräumen in der Küche. Für diese Einrichtung bekommt die Stadt Kirchhain mit der Einführung des Kifög vom Land Hessen 70 000 Euro Förderung. Bisher liegt der Förderbetrag bei 30 

Kirchhain. Es ist inzwischen eine gute Tradition, dass der auch für das Kindergartenwesen zuständige Hauptamtsleiter die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Soziales jährlich detailliert über die Entwicklung in den Kirchhainer Kindergärten informiert. „Wir sind im grünen Bereich und haben eine Punktlandung hingelegt“, sagte Dirk Lossin.

Er belegte seine Einschätzung mit der Tatsache, dass die Kirchhainer Einrichtungen sehr gut ausgelastet sind, zugleich aber noch einen Puffer für Kinder haben, die von ihren Eltern erst in der zweiten Hälfte des Kindergartenjahres angemeldet werden. Lossin erklärte, dass in der Kernstadt für die Kinder ab drei Jahren das Platzangebot nahezu ausgeschöpft sei. Möglicherweise müssten nachrückende Kinder aus dieser Altersgruppe in einem Stadtteil-Kindergarten untergebracht werden.

Bei der U-3-Betreuung berichtete Lossin in zweifacher Hinsicht von einer erfreulichen Entwicklung. Auf der einen Seite stehe die Zahl der noch nicht drei Jahre alten Kinder, die allen Prognosen zum Trotz in Kirchhain von 400 auf 410 gestiegen sei. Von diesen besuchte derzeit 97 U-3-Betreuungseinrichtungen in Kirchhain. Deren Kapazitätsgrenze liege aber bei 128 Kindern, so dass die Stadt aktuell für 40 Prozent der unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz anbieten könne und damit die gesetzliche Zielvorgabe von 35 Prozent überschreite.

Die Kinderbetreuung kostet die Stadt Kirchhain viel Geld. Das Defizit der städtischen und kirchlichen Kindergärten, dass die Stadt komplett zu tragen hat, macht rund zwei Drittel des städtischen Haushaltsdefizits aus - und dies, obwohl Kirchhain die Kindergartengebühren bereits deutlich erhöht hat. Aus Sorge um möglicherweise anstehende weiter Gebührenerhöhungen hatte der Stadtverordnete Wolfgang Budde (SPD) die Verwaltung gebeten, die finanziellen Auswirkungen des kontrovers diskutierten hessischen Kinderförderungsgesetzes (Kifög) auf die Stadt Kirchhain zu ermitteln. Das Ergebnis stellte Dirk Lossin vor.

Kirchner sieht Bürokratieabbau

Lossin erläuterte die grundsätzlichen Elemente des Gesetzentwurfes (die OP berichtete mehrfach), der zum 1. Januar 2014 in Kraft treten soll. Finanziell werde Kirchhain von dem Gesetz profitieren. So werde der Landeszuschuss für die Kindertagesstätte Steinweg mit ihrem hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund von 30000 auf 70000 Euro steigen. Nach dem jetzigen Stand der Dinge werde der Landeszuschuss für alle Kirchhainer Einrichtungen von 350000 auf 550000 Euro steigen.

Hoch kompliziert sei der neue Personalschlüssel, der die alte Mindestverordnung ablöse. Nach dem jetzigen Stand lasse sich sagen, dass Ganztageseinrichtungen nach den neuen Regeln ein Minusgeschäft seien. Gleichzeitig ergebe sich für Kirchhain die paradoxe Situation, dass es für die jetzt um 14 Uhr schließenden Einrichtungen wirtschaftlicher sei, die Öffnungszeiten auf 14.30 Uhr zu verlängern, erklärte Lossin. Es zeichne sich ab, dass die nicht ganz schlüssigen Regeln zum Personalschlüssel nachgebessert würden.

Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) sprach im Zusammenhang mit dem Gesetzentwurf von einem ungeheuer komplexen System mit komplizierten Berechnungen. „Viele haben den Text nicht verstanden oder falsch interpretiert“, sagte Kirchner an die Adresse der Kritiker, die das Gesetz in Gänze ablehnten. Das Kifög habe einige Schwächen, helfe den Kommunen aber bei Bürokratieabbau und gebe ihnen mehr Entscheidungskompetenz, bewertete Kirchner das Gesetz.

Auch Wolfgang Budde war zufrieden: „Die Befürchtungen, dass wir schon wieder die Kita-Gebühren erhöhen müssen, haben sich nicht bestätigt.“

von Matthias Mayer

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