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Mehr Geld für Erhalt der Lebensqualität

Bürgermeisterkandidat Olaf Hausmann Mehr Geld für Erhalt der Lebensqualität

Als Vertriebsdirektor eines international aufgestellten Unternehmens trägt Olaf Hausmann große Verantwortung. Nach dem 6. März möchte er diese für seine Heimatstadt im Kirchhainer Rathaus übernehmen.

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Ab Februar ist Home-Office angesagt: Olaf Hausmann, Bürgermeister-Kandidat der SPD, tritt in der heißen Wahlkampf-Phase beruflich kürzer. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. „Ich will wirklich Bürgermeister werden, kann es, habe Freude daran und bin überzeugt, dass ich zum Wohl der Stadt etwas bewegen kann“, sagt der SPD-Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Kirchhain, für die zudem Dietmar Menz (CDU) als gemeinsamer Kandidat von CDU, Grünen und FDP antritt.

Olaf Hausmann ist ein echtes Kirchhainer Kind. Der verheiratete Familienvater von zwei 26 und 17 Jahre alten Söhnen stammt aus einer großen und weit verzweigten Kirchhainer Familie. Seine Großeltern betrieben eine Bäckerei und eine Gaststätte in der Stadt.

In seinem mit acht Kindern gesegneten Elternhaus wurde das sozialdemokratische Solidar-Prinzip gelebt. Der Großvater war Sozialdemokrat, der Vater auch.„Das generationsübergreifende füreinander da sein im Elternhaus hat mich geprägt“, sagt der heutige SPD-Fraktionsvorsitzende der Kirchhainer Stadtverordnetenversammlung.

Seit 1992 fast ununterbrochen um Stadtparlament

Da sein Vater 30 Jahre lang VdK-Vorsitzender war, hat er schon in jungen Jahren etliche notleidende Kriegerwitwen zu Hause ein und aus gehen sehen. „Da habe ich gelernt, dass das Leben kein reines Zuckerschlecken ist“, erinnert sich Olaf Hausmann, der sich auch heute als Führungskraft den alten sozialdemokratischen Werten eng verbunden fühlt.

Schon die erste Initiative ein Erfolg: der Annapark Nahezu zeitgleich mit dem SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Konrad Hankel trat er der SPD bei und zog für diese schon 1992 ins Stadtparlament ein. Dem gehört er, unterbrochen durch eine vierjährige Pause, während der Familie, Hausbau und berufliche Karriere ihn besonders forderten, noch immer an.

Was bewegt einen Menschen dazu, sich schon in jungen Jahren für das Gemeinwohl in einer Stadt zu engagieren? Olaf Hausmann erzählt von seinem ersten politischen Projekt, das gleich umgesetzt wurde. „Früher war der Annapark eine reine Gedenkstätte mitten in der Stadt.

Das war mir zu wenig. Deshalb habe ich für die Umgestaltung des Parks im Sinne dessen heutiger Nutzung geworben. Und dieser Vorschlag wurde umgesetzt. Das hat mir gezeigt, dass sich mit Engagement auch etwas bewegen lässt“, sagt er. Etwas für Kirchhain bewegen - das versucht Olaf Hausmann derzeit noch aus der Opposition heraus als SPD-Fraktionsvorsitzender.

Der Kandidat will die Menschen mitnehmen

In dem mitunter streitfreudigen hohen Haus gehört er nicht zu den Großmeistern der parlamentarischen Kampf-Rhetorik. Er bemüht sich stets um Ausgleich, wirbt mit sachlichen Argumenten für Positionen und Mehrheiten und ist in diesem Punkt seinem Mitbewerber Dietmar Menz sehr ähnlich.

Er sei ein Teamplayer, der im Beruf grundsätzlich versuche, seine Mitarbeiter in Entscheidungsfindungen einzubinden, sie mitzunehmen und die unterschiedlichen Meinungen zusammenzuführen. Möglichst viele Menschen mitnehmen möchte er auch als Kirchhainer Bürgermeister und meint damit die Bürgerinnen und Bürger, das Team der Stadtverwaltung, die politischen Gremien und die Vereine und Verbände, wohl wissend, dass längst nicht alle Entscheidungen im Konsens getroffen werden können.

„Ein Bürgermeister muss ein Gespür entwickeln für das, was wirklich wichtig ist“, sagt Olaf Hausmann, und kommt damit zu den vier Punkten in seinem Wahlprogramm, die ihm besonders wichtig sind:

Gewerbesteuer: Olaf Hausmann beklagt, dass sich im großen Gewerbegebiet Ost schon lange nichts mehr getan hat. „Darum möchte ich mich kümmern“, sagt er und begründet die Notwendigkeit mit drei Zahlen: Marburg: 90 Millionen Euro; Stadtallendorf: 30 Millionen Euro; Kirchhain: 3 Millionen Euro. „Wir sind bei der Gewerbesteuer nicht gut aufgestellt. Mehr Gewerbesteuer-Einnahmen durch mehr Gewerbe“, lautet sein Ziel.

Straßensanierung: Unter den Bedingungen des Schutzschirms hat Kirchhain die Mittel zum Unterhalt der kommunalen Straßen deutlich gekürzt. „Der Sanierungsstau wird uns einholen. In einigen Stadtteilen ist der Zustand der Straßen schon jetzt schlimm. Der Unterhalt der städtischen Straßen muss Investitions-Schwerpunkt werden“, stellt Olaf Hausmann fest.

Bürgerschaftliches Engagement: Der Kandidat würdigt das große Engagement, dass insbesondere die Bürger in den Stadtteilen für das Gemeinwohl aufbringen. „Pflege und Unterhalt der evangelischen Friedhöfe funktionieren großartig“, nennt er eins von vielen Beispielen, für die er sich mehr öffentliche Wertschätzung wünscht. Dieses bürgerschaftliche Engagement möchte Olaf Hausmann erhalten und nach Möglichkeit in der Kernstadt noch ausbauen.

Lebensqualität: Kirchhain ist für Olaf Hausmann zuerst eine Wohnstadt, in der die Menschen gern leben. Der Kandidat verweist auf die gute Infrastruktur in der Kernstadt mit Kitas, Schulen, Freizeitangeboten und einem breit aufgestellten Einzelhandel, und die Besonderheiten, die die zwölf Stadtteile auszeichneten. Nach Überzeugung des Bürgermeister-Kandidaten muss die Lebensqualität in Kirchhain, das er im Sandwich zwischen Stadtallendorf und Marburg sieht, erhalten werden, um die Attraktivität als Wohnstadt zu sichern. Das wiederum kostet Geld. Und damit landet Olaf Hausmann wieder beim Thema Gewerbesteuer.

Um seine Ideen den Bürgerinnen und Bürgern näherzubringen, tourt Olaf Hausmann von Haustür zu Haustür, von Verein zu Verein, von Unternehmen zu Unternehmen. Das ist für einen Vertriebsdirektor, der normalerweise ständig im In- und Ausland unterwegs ist, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

„Das funktioniert nur dank einer frühzeitigen Absprache mit meinem Arbeitgeber“, erläutert Olaf Hausmann, der ab Februar weitestgehend von zu Hause aus arbeiten kann. „Ich erfahre bei meinen Besuchen, wo den Menschen in der Stadt der Schuh drückt“, sagt Olaf Hausmann, der gleich zwei Wahlziele verfolgt: Er möchte Bürgermeister werden und hofft zugleich, dass die SPD am 6. März stärkste Fraktion wird.

von Matthias Mayer

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