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"Marktträume" sind geplatzt

Wohratal "Marktträume" sind geplatzt

Nach rund zwei Jahren Hoffen, Spekulieren und Bangen gibt es Gewissheit. Im geplanten Wohrataler Gewerbegebiet bei Halsdorf will sich Lebensmittel-Discounter „Netto“ nicht ansiedeln.

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In Wohratal wird sich wohl kein neuer Einkaufsmarkt ansiedeln. Archivfoto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Wohratal. Seit Wochenbeginn hat es Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) schriftlich: Die „Netto“-Geschäftsleitung hat sich gegen die Ansiedlung eines Marktes in Wohratal, nahe der Bundesstraße 3, entschieden. Dem Unternehmen sei offenbar das Umsatzrisiko zu groß gewesen, erklärte Hartmann im Gespräch mit der OP.

Seit Monaten hatte der Investor, mit dem die Gemeinde Wohratal einen Vertrag über die Gewerbegebietsvermarktung geschlossen hatte, mit Netto verhandelt. Immer wieder gab es lediglich die Aussage, dass Netto noch weitere Zeit für eine Entscheidung brauche. Zuletzt sollte es im Dezember Klarheit geben, doch Investor und Gemeinde warteten vergebens auf ein Signal aus der Unternehmenszentrale des Lebensmittel-Discounters.

Der „Netto“-Markt sollte der Dreh- und Angelpunkt für eine weitere Vermarktung der geplanten Gewerbeflächen werden. Der Investor sollte den Bebauungsplan finanzieren und das Gebiet in mehreren Bauabschnitten erschließen. Doch daraus dürfte nun nichts mehr werden. Theoretisch hat die Fischer Projekt GmbH mit Sitz in Pohlheim nun noch bis Ende März Zeit, einen anderen Interessenten für einen Markt zu finden. So lange läuft der Vertrag mit der Gemeinde Wohratal noch.

Ob das in der Kürze der Zeit gelingt, ist offen. Vom Investor war gestern keine Stellungnahme zu erhalten. „Natürlich sind wir alle sehr enttäuscht“, sagt Bürgermeister Hartmann. Doch nachdem sich „Netto“ immer mehr Zeit für eine Entscheidung genommen habe, sei auch seine Hoffnung auf eine Ansiedlung immer mehr geschwunden. Hartmann hat zwischenzeitlich den Gemeindevorstand und die Fraktionsvorsitzenden im Gemeindeparlament über die negative „Netto“-Entscheidung informiert.

Mit dem Investor hatte auch er noch keinen Kontakt, seitdem der Brief aus der „Netto“-Zentrale eingegangen ist. Kosten sind der Gemeinde durch das Projekt nicht entstanden. Bisher hat der Investor die Planungen komplett alleine finanziert. So sah es auch der Vertrag mit der Gemeinde vor.

Hartmann hatte in der Vergangenheit stets betont, dass er in Wohratal Bedarf für einen Lebensmittelmarkt sieht und schon angedeutet, dass er einen „Plan B“ verfolgen will.

Hartmann denkt dabei an die Ansiedlung eines Dorfladens. „Es gibt einen Interessenten dafür“, sagt Hartmann. Der hatte allerdings vorausgesetzt, dass sich „Netto“ nicht in Wohratal ansiedelt. Über Einzelheiten will sich Hartmann noch nicht äußern.

Gewerbegebietfertigplanen?

Wenn der Vertrag mit dem Investor ausgelaufen ist, soll es zunächst Gespräche mit den Wohrataler Ortsvorstehern geben.

Die Wohrataler Bürger versorgen sich bisher in Lebensmittelmärkten in Gemünden (Wohra) und Rauschenberg. Hartmann will darum auch nach Wegen suchen, den Bedarf der Bürger für einen Dorfladen zu ermitteln - und sie dafür zu mobilisieren, wenn es so weit ist.

Was wird nun mit Wohratals geplantem Gewerbegebiet? Hartmann hält es für denkbar, dass die Gemeinde den Bebauungsplan dafür auf eigene Kosten vollendet. „Dann hätten wir baurechtlich gesehen Flächen zur Verfügung, wenn es Nachfrage geben sollte“, antwortet Hartmann.

Das Thema „Netto“-Markt dürfte auch am nächsten Dienstag bei der Sitzung des Gemeindeparlaments Wohratal eine Rolle spielen.

von Michael Rinde

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