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Marktidee kommt bei Bürgern gut an

Neuerung Marktidee kommt bei Bürgern gut an

Der Verein „Unser Schweinsberg“ denkt über die Ansiedlung eines Dorfladens nach und braucht dazu Rückmeldungen aus der Bevölkerung.

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Am Obst- und Gemüsestand des Landmarktes deckten sich die Kunden am Samstagmorgen mit frischer Ware ein. Rechtes Foto: Josef Becker vom Verein „Unser Schweinsberg“ füllte auf einer 100 Jahre alten Waage Mehl in Tüten. Fotos: Klaus Böttcher

Schweinsberg. Sechs Stände waren am Samstag auf dem Marktplatz im Kern des Stadtallendorfer Stadtteils aufgebaut. An einigen bildeten sich mehrfach Schlangen von Käufern. Auf den Straßen, die vom Marktplatz wegführen, liefen zahlreiche Besucher mit prallgefüllten Taschen oder ganzen Kartoffelsäcken nach Hause. Für Besucher, die ein wenig länger auf dem Landmarkt blieben, gab es an einem Stand frisch gegrillte Bratwurst. Der ausrichtende Verein „Unser Schweinsberg“ bewirtete die Gäste mit Kaffee und Kuchen. Zu den Marktbesuchern zählten auch auswärtige Besucher. Auch die jüngeren Schweinsberger waren präsent, was die Organisatoren besonders freute.

Der Kassierer des Vereins Reinhard Estor erklärte im Gespräch mit der OP wie die Idee zum Landmarkt entstanden ist. „Die Versorgungssituation wird in Schweinsberg immer schwächer“, meint er. Dabei sei die ortsnahe Versorgung von Grundnahrungsmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs sehr wichtig. „Der Auszug von Schlecker wäre eigentlich ideal für das Projekt Dorfladen gewesen“, betont Estor. Er habe Kontakt zu dem Geschäftsführer der Firma Gutkauf Bernd Bamberger. Die Firma habe im Wal-decker und Frankenberger Raum gute Erfahrungen mit Internetshop im Einzelhandel verbunden mit dem Dorfladenkonzept gesammelt. „Das erscheint mir für uns hochinteressant“, meint Estor und mit ihm der Vorstand des Vereins „Unser Schweinsberg“ mit dem Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer als Vorsitzendem.

Landmarkt als Initialzündung

Der Verein wollte es nicht bei einer Bürgerversammlung belassen. „Irgendwie brauchen wir eine Initialzündung“, war Estors Idee. So kam es zum ersten Landmarkt. Zum Metzger Möller, der bisher auch jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr auf dem Markplatz steht, kamen weitere Händler aus der Region. Obst & Gemüse Schäfer aus Gießen fährt Schweinsberg ohnehin schon einmal in der Woche an. Hinzu kamen „Landwirtschaft & Hofbäckerei Duske“ aus Rauischholzhausen, der heimische Hof Metz mit den original Schweinsberger Bio-Einlagerungskartoffeln und die Ohäuser Mühle mit Eiern und Honigleckereien. Der Verein „Unser Schweinsberg“ erinnerte an Großmutters Zeiten und verkaufte Mehl, Zucker und Salz in braunen Tüten und wog die Waren vorher auf einer Waage aus dem Jahr 1908 ab.

Parallel zu dem Landmarkt hatte der Verein einen Fragebogen entworfen und ihn an alle Haushalte verteilt. Ziel der Aktion ist es fundierte Aussagen über den Bedarf und statistisches Material zu sammeln, um mögliche Investoren oder Interessierte für einen Dorfladen oder den Dorfmarkt zu bekommen. Die Tendenz bei der Fragebogenaktion geht einerseits dahin, dass der Preis stimmen muss, andererseits finden viele die Idee des Landmarktes gelungen. Es gibt auch Nachfragen nach einem wöchentlichen Landmarkt. Der Verein mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern kann das nicht stemmen, aber „wenn sich genügend Leute finden, kann das zu einer Dauereinrichtung werden“, meint Estor. Bisher gebe es die Idee, den Landmarkt im Frühjahr zu wiederholen und mit einem Pflanzenmarkt zu verbinden. Die Ergebnisse der Umfrage werden innerhalb der nächsten Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt.

von Klaus Böttcher

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