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Markthalle wird zum Aufenthaltsraum

Raumkonzept für Flüchtlinge steht Markthalle wird zum Aufenthaltsraum

Sowohl der Kirchhainer Magistrat als auch der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe können mit dem von Landrätin Kirsten Fründt vorgestellten Raumkonzept an der Markthalle gut leben.

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Ein Bauschutt-Container und neun Paletten mit Betonsteinen weisen daraufhin: Am ehemaligen Rewe-Markt an der Straße Im Riedeboden beginnen die Umbauarbeiten zur Notunterkunft für 200 Flüchtlinge.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. „Wir sind froh, dass wir unser Hauptziel erreicht haben: Deutlich mehr Platz für die 400 Flüchtlinge, die in Kirchhain in Notunterkünften leben müssen“, sagte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) am Freitagmittag gegenüber dieser Zeitung. „Die Zelte müssen wir hinnehmen“, reagierte der Bürgermeister auf die Pläne des Landkreises, von denen er erst durch die OP erfuhr.

Ganz neu war ihm das Konzept, die Markthalle für den Tagesaufenthalt und die Kinderbetreuung zu nutzen, jedoch nicht. Diese Variante sei am Mittwochmorgen beim Ortstermin zwischen Kreis- und Stadtverwaltung besprochen worden. Er habe bei dieser Gelegenheit darum gebeten, die Pläne der Stadt, die Markthalle für die Unterbringung von bis zu 150 Flüchtlingen inklusive Küchen- und Sanitärtrakt zu nutzen, zu prüfen. Letztlich sei für ihn die Nutzung der Markthalle für den Tagesaufenthalt und die Verpflegung der Flüchtlinge kein Problem. „200 Menschen finden dort allemal Platz“, sagte er.

Kein Problem mit Konzept

Nach dem von Landrätin Kirste Fründt verkündeten Raumkonzept sollen Sanitärräume und Küche in die beiden neben der Markthalle zu bauenden Leichtbauhallen integriert werden. „Die Leichtbauhallen müssen so gut isoliert und beheizt werden, dass niemand frieren muss“, forderte Helga Sitt vom Kirchhainer Arbeitskreis Flüchtlingshilfe. Ansonsten hat die unermüdliche Streiterin für die Belange der Kirchhainer Flüchtlinge mit dem Raumkonzept kein Problem. „Das Wichtigste: Am und im alten Rewe-Markt müssen nicht 400 Flüchtlinge leben“, sagte die Stadtverordnete (Bündnis 90/Die Grünen), die in der jetzt geplanten Nutzung der Markthalle auch eine Chance für eine effektivere ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit sieht. „Der Andrang sprengt im Jukuz inzwischen unsere räumlichen Grenzen. In der Markthalle wäre deutlich mehr Platz - wenn wir denn dort reingelassen werden“, sagt Helga Sitt.

Hilfsbereitschaft ist weiter ungebrochen

Der Arbeitskreis und die mit ihm vernetzten Institutionen wie Kirche und Arbeiterwohlfahrt bereitet sich unterdessen auf die 400 zusätzlichen Flüchtlinge vor. Die Hilfsbereitschaft sei ungebrochen. Erst gestern hätten sich zwei Studentinnen gemeldet, die für Flüchtlinge Deutschunterricht geben wollen, sagte Helga Sitt.

Die Camp-nahe Flüchtlingsbetreuung war ein Auslöser für den Standortstreit zwischen Stadt und Kreis. Kirsten Fründt bat laut Pressemitteilung um Entschuldigung, dass Kommunen und Bürger nicht früher in den Planungsprozess eingebunden und an den Vorbereitungen beteiligt worden seien. Sie begründete dies mit dem großen Handlungsdruck, unter dem der Kreis gestanden habe.

von Matthias Mayer

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